Abschluss und Bestände
Kapitalflussrechnung
Warum die Kasse anders aussieht als das Ergebnis — zweiundzwanzig Zeilen aus zwei Bilanzstichtagen.
Erklärt die Ansicht /bwa/kapitalfluss
in der Anwendung.
Wofür diese Seite da ist
„Wir haben Gewinn gemacht, aber auf dem Konto ist weniger.“ Das ist die häufigste und am schlechtesten beantwortete Frage im Mittelstand — und sie hat immer dieselbe Struktur: Zwischen Ergebnis und Kasse liegen Bestände, die sich verschoben haben.
Diese Seite legt die Verschiebung offen, Zeile für Zeile.
Was du siehst
Oben ein Satz mit dem Befund — etwa „Ergebnis 24.600 €, Kasse −46.963 € — die Kasse ist trotz Gewinn gesunken. Der größte Unterschied liegt bei Rückstellungen.“
Darunter die Brücke. Ein Wasserfall vom Ergebnis zur Kassenveränderung: Ergebnis, Abschreibungen, Working Capital, übrige operative Posten, Investition, Finanzierung, Sonstiges. Sieben Balken, eine Antwort. Unter dem Diagramm lassen sich dieselben Zahlen als Tabelle aufklappen.
Dann die vollständige Rechnung, zweiundzwanzig Zeilen nach der indirekten Methode: Finanzmittel zu Beginn, laufende Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit, Finanzmittel am Ende.
Woher die Zahlen kommen
Aus zwei Bilanzstichtagen — also aus derselben Quelle wie die Bilanz. Jede Zeile ist die Differenz zweier Bestände.
Die Restgröße wird benannt, nicht versteckt. Jede Bilanzposition ist genau einer Zeile zugeordnet; was übrig bleibt, sind ausschließlich Konten, die in keine Position des Kontenrahmens passen. Sie steht als eigene Zeile „Sonstiger Cashflow“. Ist sie größer als zehn Prozent der Finanzmittelveränderung, erscheint ein Warnkasten mit den drei größten dieser Konten.
Ohne Vorperiode wird nicht gerechnet. Dann steht dort, dass der Vormonat fehlt, statt einer Zahl, die niemand halten kann.
Was du damit machst
- Die Brücke lesen, bevor du die Tabelle liest. In neun von zehn Fällen steht die Antwort schon im größten Balken.
- Bei einem großen Working-Capital-Balken in die Forderungen wechseln. Wachsende Forderungen sind Geld, das beim Kunden liegt — dort steht, bei welchem.
- Die Zeile „Sonstiger Cashflow“ prüfen. Steht dort mehr als eine Rundungsgröße, fehlt eine Kontenzuordnung. Das ist eine Frage an die Kanzlei, keine an Yupana.
Fallen
⚠️ Ein Minus heißt „Geld weg“, auch wenn die Bilanzposition wächst. Wachsende Forderungen und wachsende Vorräte erscheinen negativ — das Geld steckt dort fest. Das ist die Konvention der indirekten Methode und der häufigste Stolperstein beim ersten Lesen.
⚠️ Es ist eine Rechnung über einen Monat, kein Kontoauszug. Sie zeigt, warum sich die Kasse verändert hat, nicht wann. Für die Frage „reicht es nächste Woche“ ist der Cash-Radar zuständig.
⚠️ Unterjährig fehlen Abschreibungen häufig. Bucht die Kanzlei sie erst zum Jahresende, verschiebt sich die Aufteilung zwischen operativem und Investitions-Cashflow — die Summe stimmt trotzdem.
⚠️ Angelehnt an DRS 21, nicht testiert. Die Gliederung folgt dem Standard, die Rechnung ist unterjährig und ohne Abschlussbuchungen.
Verwandt
- Bilanz — die beiden Stichtage, aus denen gerechnet wird
- Cash-Radar — dieselbe Frage, nach vorn gerichtet
- Working Capital — die Bestände im Einzelnen
Zuletzt geändert: 30. August 2026
