Liquidität
Ein Liquiditätschart ohne Kreditlinie ist Dekoration.
Erst die Kontokorrentlinie macht sichtbar, wann es eng wird — und wie viele Wochen vorher. Yupana zeichnet sie unter die Kurve und rechnet den Abstand in Wochen Betriebskosten um.
Wo es weh tut
Gewinn steht im Ergebnis. Nicht auf dem Konto.
Zwischen beidem liegen Forderungen, die noch beim Kunden liegen, Lieferantenziele, die noch nicht fällig sind, und eine Umsatzsteuer, die am 10. des Folgemonats abgeht, egal wie der Monat gelaufen ist.
Ein gutes Ergebnis und ein knappes Konto schließen sich nicht aus — sie sind der Normalfall in einem wachsenden Betrieb. Wer wächst, finanziert mehr Material und mehr Löhne vor, bevor die Rechnungen dafür bezahlt sind.
Genau diese Verschiebung zeigt eine Excel-Tabelle nicht, in der jeder Monat derselbe Durchschnitt ist.
-
01
13 Wochen taggenau
Jede erkannte Zahlung mit ihrem Termin: Lastschriften, Löhne, die Umsatzsteuer am 10. In diesem Fenster ist die Vorhersage keine Schätzung, sondern ein Kalender.
-
02
Danach neun Monate
Ab dem Quartal wird aus dem Kalender eine Rechnung: Rhythmen aus der Historie, Saisonmuster, offene Posten. Das Band darunter zeigt, wie sicher.
-
03
Und die Grenze
Die Kontokorrentlinie liegt als gestrichelte Linie darunter. Wo der Abstand unter eine Monatsausgabe fällt, färbt sich der Bereich — mit einer Schwelle, die im Popover begründet steht.
Forderungen
Überfällig heißt: verdient, aber nicht da.
Die Forderungsseite zeigt den offenen Bestand nach Alter, die Zahlungsmoral je Kunde und den Entwurf für die Mahnung — mit dem Betrag, der Rechnungsnummer und dem Fälligkeitsdatum schon drin.
Eine offene Posten-Liste ist ein Bestand, kein Zufluss. Zahlungen ohne Rechnungsbezug mindern ihn, gehören aber in kein Alters-Fach. Wo ein Betrag von einer solchen Gegenposition gemindert wird, steht die Gegenposition sichtbar darunter — sonst widersprechen sich zwei Zahlen auf derselben Karte.
Zwei Ansichten, ein Datenstand
Die Frühwarnung läuft, ob jemand hinsieht oder nicht.
Links die Frühwarnung mit ihren Schwellen und dem Datum des letzten Laufs — das ist die Unterlage, die § 1 StaRUG meint. Rechts dieselben Zahlen in der Form, in der eine Bank sie erwartet.
Über jeder Kurve steht ein Satz statt einer Farbe. Er nennt den Tiefpunkt, rechnet ihn in Wochen Betriebskosten um und sagt, ab wann es eng wird — und er erscheint nur, wenn Kreditlinie und Monatsausgabe bekannt sind.
Was daraus entsteht
Drei Unterlagen, die sonst jemand zusammenstellt.
Sie kommen aus denselben Zahlen wie alles andere — niemand tippt sie ab, und niemand muss sie am Abend vor dem Termin bauen.
-
Das StaRUG-Dossier
Seit 2021 verlangt § 1 StaRUG von jeder Geschäftsführung, bestandsgefährdende Entwicklungen früh zu erkennen — und das nachweisen zu können. Yupana führt die Frühwarnung mit ihren Schwellen, ihrem Verlauf und dem Datum, an dem sie gelaufen ist. Ein Dokument, das man einer Bank hinlegen kann.
-
Die Bankgespräch-Mappe
Kennzahlen mit ihrem Verlauf, die Liquidität auf zwölf Monate, die Bilanz mit ihrer Summenprobe — in der Reihenfolge, in der eine Bank fragt. Dazu der Monatsbrief, dessen Zahlen gegen die geladenen Daten geprüft sind.
-
Working Capital und Produktlinien
Wie viel Geld in Forderungen, Vorräten und Verbindlichkeiten gebunden ist — und wo es herkommt. Nach Produktlinie getrennt, damit sichtbar wird, welcher Teil des Geschäfts das Kapital bindet.
Was es nicht kann
Eine Volumen-Vorschau, keine Liquiditätszusage.
Der Forecast schlägt die triviale Vorhersage nur knapp — 7 Prozent. Die Größenordnung stimmt, der genaue Tag jenseits der ersten Wochen nicht. Das steht als Hinweis unter der Kurve und nicht im Kleingedruckten.
Das Band wird nach hinten breit, und das ist keine Darstellungsschwäche, sondern die Aussage: Jenseits der erkannten Rhythmen ist alles geschätzt, und Schätzungen addieren sich. Belastbar sind die ersten Wochen.
Yupana bewegt außerdem kein Geld. Es gibt keinen Zahlungsauslösedienst und keine Möglichkeit, aus der Anwendung heraus zu überweisen.
Häufige Fragen
Was meistens gefragt wird.
- Braucht Yupana Zugang zu unserem Bankkonto?
- Nein. Es gibt keine Bankzugangsdaten, keine PSD2-Freigabe und keinen Zahlungsauslösedienst. Yupana liest CAMT.053-Dateien — das Format, in dem jede Bank elektronische Kontoauszüge liefert. Entweder ihr ladet sie hoch, oder ein kleiner Dienst bei euch schiebt sie automatisch weiter.
- Woher kommt der Kontostand?
- Aus demselben Auszug. Jeder Kontoauszug führt seinen Schlusssaldo mit; Yupana liest ihn aus und zeigt ihn mit dem Datum des Auszugs — damit ein vier Wochen alter Saldo nicht wie der Stand von heute aussieht. Ohne Saldo zeigt die Kurve die Veränderung seit heute und nennt sie auch so, statt einen Kontostand zu behaupten.
- Wie gut ist die Vorhersage wirklich?
- Rückwärts gegen zwölf Monate echte Zahlungen geprüft, lag Yupana um 29.925 € daneben, die triviale Vorhersage („jeden Monat der Durchschnitt") um 32.152 €. Das sind 7 Prozent besser — kein Wunder. Genau deshalb ist die Frühwarnung vor einem Liquiditätsminus bewusst abgeschaltet, bis die Datenlage sie trägt.
- Was passiert, wenn wir keine Kreditlinie eintragen?
- Dann zeichnet die Kurve keine Grenze — und behauptet auch keine bei null. Ein leeres Feld heißt „kein Rahmen" oder „nicht bekannt"; beides ist eine gültige Antwort. Auf der Bankseite steht ein Hinweis, wo sich der Wert eintragen lässt.
- Zählen offene Posten mit?
- Ja, mit ihrer Fälligkeit. Wichtig dabei: Eine Offene-Posten-Liste ist ein Bestand, kein Zufluss. Zahlungen ohne Rechnungsbezug mindern ihn, gehören aber in kein Alters-Fach — auf der Forderungsseite steht die Zusammensetzung deshalb als eigene Zeile unter dem Betrag.
