Abschluss-Sicht
Eine Bilanz, ohne aufs Jahresende zu warten.
Aus derselben Summen- und Saldenliste, die eure Kanzlei ohnehin erstellt, rechnet Yupana die Bilanz nach § 266 HGB, die Kapitalflussrechnung nach der indirekten Methode und fünfzehn Kennzahlen mit Zielkorridor. Unterjährig, im Monatsrhythmus.
Wo es weh tut
Die BWA beantwortet eine von vier Fragen.
Das ist kein Vorwurf an die Kanzlei — eine kurzfristige Erfolgsrechnung soll genau das eine leisten. Die übrigen drei Fragen bleiben trotzdem offen, elf Monate lang.
| Frage | Die BWA | Yupana |
|---|---|---|
| Was hat der Monat gekostet? | Steht in der BWA, Zeile für Zeile. | Ebenso — plus dem Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr. |
| Was besitzt die Firma, und wem gehört es? | Steht nicht drin. Dafür braucht es eine Bilanz, und die kommt einmal im Jahr. | Bilanz nach § 266 HGB, unterjährig, aus der Summen- und Saldenliste. |
| Warum ist Gewinn da, aber kein Geld? | Steht nicht drin. Die BWA kennt keine Bestände. | Kapitalflussrechnung, indirekte Methode, 22 Zeilen. |
| Ist diese Quote gut? | Eine Zahl ohne Maßstab. | Zielkorridor, Branchenwert mit Quelle, Verlauf über zwölf Monate. |
Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.
Kapitalflussrechnung
Warum Gewinn da ist, aber kein Geld.
Zweiundzwanzig Zeilen nach der indirekten Methode, getrennt nach laufender Geschäftstätigkeit, Investition und Finanzierung. Gerechnet aus zwei Bilanzstichtagen — also aus derselben Quelle wie die Bilanz, mit demselben Rechenweg.
Die Restgröße wird benannt, nicht versteckt. Jede Bilanzposition ist genau einer Zeile zugeordnet; was übrig bleibt, sind ausschließlich Konten, die in keine Position des Kontenrahmens passen. Im Pilotbetrieb steht diese Restgröße in 26 von 26 rechenbaren Perioden auf null.
Ist sie größer als zehn Prozent der Veränderung, erscheint darüber ein Warnkasten mit den drei größten dieser Konten. Eine Zeile „sonstiger Cashflow", in der praktisch alles landet, gibt es hier nicht.
Die Brücke allein: Warum ein guter Monat wenig Geld gebracht hat, steht als Kette von Schritten da — nicht als eine Zeile „Cashflow".
Kennzahlen
Eine Kennzahl ohne Maßstab ist eine Zahl ohne Aussage.
Jede der fünfzehn Kennzahlen hat eine eigene Seite: die Formel als echter Bruch, der Zielkorridor, der Jahresverlauf, die verwandten Kennzahlen und die Zeile, aus welchem Import die Zahlen stammen.
Der Korridor kommt entweder aus dem Branchenvergleich — dann mit Quelle und Stand — oder ihr setzt einen eigenen. Wo es weder das eine noch das andere gibt, greift eine anerkannte Finanzierungsregel, und auch die trägt ihre Begründung im Popover.
Und wo gar kein Maßstab existiert, erfindet Yupana keine Skala. Dann steht dort der Wert und der Satz, warum kein Urteil möglich ist.
Der Vertrauensanker
Drei Entscheidungen, an denen eine unterjährige Bilanz scheitert.
Sie stehen hier, weil sie den Unterschied zwischen einer Zahl und einer belastbaren Zahl ausmachen — und weil jede davon in der Anwendung als Fußnote unter der Tabelle wiederkehrt.
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01
Personenkonten sind der Drilldown, nicht ein zweiter Betrag
Eine Saldenliste führt das Sammelkonto „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" und daneben die einzelnen Kundenkonten. Wer beides addiert, zählt jede Forderung doppelt — beim Piloten wären das 44 Prozent zu viel Bilanzsumme. Yupana klappt die Kundenkonten unter dem Sammelkonto auf und addiert sie nicht.
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02
Vortragskonten stehen auf der Passivseite
Der Eröffnungsbestand steht in vielen Exporten auf eigenen Konten, die keiner HGB-Position entsprechen. Sie verschwinden zu lassen ginge nicht: Ohne sie ginge die Bilanz nicht auf. Sie stehen deshalb sichtbar im Eigenkapital, mit einer Fußnote, die sagt warum.
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03
Fehlende Salden werden nachgerechnet, nicht geschätzt
PDF-Exporte verlieren die Saldospalte regelmäßig — bei der Pilot-Firma in der Dezember-Liste 2025 bei 92 von 467 Konten. Eröffnungsbestand plus kumuliert Soll minus kumuliert Haben ist keine Schätzung, sondern die Definition des Saldos. Jeder so ermittelte Wert ist als „gerechnet" gekennzeichnet.
Nachrechenbar
Jede Kennzahl zeigt, woraus sie besteht.
Fünfzehn Kennzahlen, jede mit ihrer Formel, den beiden eingesetzten Zahlen und dem Korridor, gegen den sie beurteilt wird. Wer eine Zahl anzweifelt, klickt sie auf und sieht Zähler und Nenner — statt eine Erklärung anfordern zu müssen.
Was es nicht kann
Diese Ansicht ersetzt keinen Jahresabschluss.
Sie kennt keine Abschlussbuchungen: keine Bewertung des Vorratsvermögens, keine Rückstellungsbildung zum Stichtag, keine latenten Steuern. Was gebucht ist, steht drin; was der Abschluss erst hinzufügt, fehlt.
Sie ersetzt auch keine Kanzlei. Yupana bucht nichts, korrigiert nichts und erstellt keine Steuererklärung. Es rechnet aus dem, was dort schon gebucht wurde — nur eben an dem Tag, an dem es gebucht ist.
Und sie ist nur so gut wie der Export. Fehlen Konten, sagt die Summenprobe es. Genau dafür steht sie sichtbar unter jeder Bilanz und nicht im Kleingedruckten.
Häufige Fragen
Was meistens gefragt wird.
- Ist das eine echte Bilanz?
- Es ist die Gliederung nach § 266 HGB, gerechnet aus eurer Summen- und Saldenliste — unterjährig und ohne Abschlussbuchungen. Rückstellungen, Abgrenzungen und Abschreibungen stehen so drin, wie sie gebucht sind. Der Jahresabschluss bleibt Sache der Kanzlei; diese Ansicht ersetzt ihn nicht, sondern überbrückt die elf Monate dazwischen.
- Was passiert, wenn die Bilanz nicht aufgeht?
- Dann steht das über der Tabelle, mit der Differenz und den drei größten Konten, die keiner Position zugeordnet werden konnten. Im Pilotbetrieb gehen 28 von 42 Perioden auf den Cent auf; bei den übrigen fehlen im Export Konten oder ihr Saldo war nicht lesbar. Eine Bilanz, die glattgerechnet aussieht, wäre die schlechtere Antwort.
- Woher kommt die Summen- und Saldenliste?
- Aus derselben Quelle wie die BWA: Eure Kanzlei erstellt sie ohnehin, meist monatlich. Als PDF oder CSV hochladen genügt. Eine Jahresdatei deckt zwölf Monate mit einem Upload ab — statt zwölf einzelner Dateien.
- Welche Kennzahlen sind hinterlegt?
- Fünfzehn, jede mit Formel, Quelle und Zielkorridor. Sieben kommen aus der Gewinn- und Verlustrechnung, fünf aus der Bilanz. Wo es einen Branchenwert mit passender Abgrenzung gibt, steht er daneben; wo nicht, gibt es entweder eine anerkannte Finanzierungsregel oder gar keinen Korridor — und dann auch keine erfundene Skala.
- Rechnet hier ein Sprachmodell mit?
- Nein. Bilanz, Kapitalflussrechnung und Kennzahlen sind deterministische Rechnungen über den Konten der Saldenliste. Ein Sprachmodell formuliert höchstens den Monatsbrief aus — und auch dessen Zahlen werden anschließend gegen die geladenen Daten geprüft.
- Was kostet die Abschluss-Sicht extra?
- Nichts. Sie steckt in beiden Paketen, auch im 99-€-Paket. Sie kommt aus derselben Datenquelle wie die BWA — ein Aufpreis dafür wäre schwer zu begründen.
