Abschluss und Bestände
Bilanz
Eine Bilanz nach § 266 HGB für jeden Monat, gerechnet aus der Summen- und Saldenliste — mit einer Probe, die scheitern darf.
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in der Anwendung.
Wofür diese Seite da ist
Eine Bilanz gibt es normalerweise einmal im Jahr, und sie kommt Monate später. Dazwischen liegen elf Monate ohne Antwort auf zwei Fragen, die jede Bank stellt: Wie hoch ist das Eigenkapital? Was steht an Verbindlichkeiten dagegen?
Diese Seite rechnet die Bilanz aus derselben Summen- und Saldenliste, die eure Kanzlei ohnehin monatlich erstellt — für jeden importierten Monat.
Was du siehst
Ganz oben ein Satz mit Urteil — etwa „Eigenkapitalquote 57,7 % — solide“ — und darunter der Hinweis, was einer unterjährigen Bilanz fehlt.
Dann Aktiva und Passiva, in der Gliederung des § 266 HGB mit den römischen Ziffern. Je Position: der Betrag, die Vergleichsspalte, die Differenz in Euro und Prozent und ein Größenbalken. Der Pfeil an einer Position klappt ihre Konten auf.
Unter der Tabelle die Probe: Summe Aktiva gegen Summe Passiva, auf den Cent.
Die Vergleichsspalte ist wählbar: Vormonat, Vorjahresmonat oder Jahresanfang. Der Jahresanfang ist der interessanteste Vergleich, wenn man wissen will, was sich seit dem letzten Abschluss verändert hat.
Woher die Zahlen kommen
Aus der Summen- und Saldenliste, sonst nichts. Drei Entscheidungen tragen die Rechnung — sie sind der Grund, warum die Probe aufgeht:
- Personenkonten sind der Drilldown, nicht ein zweiter Betrag. Eine Saldenliste führt das Sammelkonto „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ und die einzelnen Kundenkonten. Beide zu addieren zählt jede Forderung doppelt — bei der Pilot-Firma wären das 44 % zu viel Bilanzsumme. Yupana klappt die Personenkonten unter dem Sammelkonto auf und addiert sie nicht.
- Vortragskonten stehen auf der Passivseite. Der Eröffnungsbestand liegt in vielen Exporten auf eigenen Konten (im SKR 04 die Nummern 9000 bis 9009), die keiner HGB-Position entsprechen. Sie wegzulassen ginge nicht — ohne sie ginge die Bilanz nicht auf. Sie stehen deshalb sichtbar im Eigenkapital, gekennzeichnet als das, was sie sind.
- Fehlende Salden werden nachgerechnet, nicht geschätzt. PDF-Exporte verlieren die Saldospalte regelmäßig. Eröffnungsbestand plus kumuliert Soll minus kumuliert Haben ist keine Schätzung, sondern die Definition des Saldos. Jeder so ermittelte Wert trägt die Kennzeichnung „gerechnet“.
Dazu kommt eine Zeile, die auf keinem Konto steht: das vorläufige Jahresergebnis. Es ist die Summe der Erfolgskonten dieser Saldenliste — ohne sie geht keine unterjährige Bilanz auf.
Was du damit machst
- Zuerst die Probe lesen. Geht sie nicht auf, ist alles darüber eine Näherung. Die Seite nennt dann die Differenz und die drei größten Konten, die keiner Position zugeordnet werden konnten.
- Auf „vs. Jahresanfang“ schalten, wenn du wissen willst, wohin das Geschäftsjahr läuft.
- Die Eigenkapitalquote im Bankgespräch mitnehmen — dort steht sie mit den Erwartungswerten, die eine Bank anlegt.
Fallen
⚠️ Eine unterjährige Bilanz ist kein Jahresabschluss. Es fehlen typischerweise Abschreibungen, Rückstellungen, Abgrenzungen und latente Steuern — die Kanzlei bucht sie oft erst zum Jahresende. Für Kennzahlen heißt das: Größenordnung ja, Nachkommastelle nein.
⚠️ Personenkonten nicht mitaddieren. Der häufigste Fehler beim Nachrechnen von Hand: Sammelkonto und Kundenkonten stehen beide in der Liste. Unter der Tabelle steht deshalb als Fußnote, wie hoch beide Summen sind.
⚠️ Die Probe darf scheitern. Eine Bilanz, die immer aufgeht, weil die Differenz irgendwo hineingerechnet wurde, prüft nichts.
⚠️ Ohne Salden in der Datei rechnet Yupana sie nach — und sagt es. Beim DATEV-CSV-Export deshalb „mit Salden“ wählen; das erspart die Nachrechnung ganz.
⚠️ Die Eigenkapitalquote hier ist nicht die aus dem Bankgespräch. Diese Seite rechnet nach HGB — Eigenkapital samt vorläufigem Jahresergebnis, geteilt durch die Bilanzsumme. Die Ratingsicht rechnet enger. Beide Wege sind begründet, aber sie ergeben verschiedene Zahlen (bei der Demo-Firma 57,7 % gegen 52,7 %); wer eine davon weitergibt, gibt dazu, welche.
Verwandt
- Kapitalflussrechnung — dieselbe Quelle, andere Frage
- Working Capital — die Bestände im Umlauf
- BWA importieren — woher die Saldenliste kommt
Zuletzt geändert: 30. August 2026
