Aus der Liquiditätsanzeige wird eine Arbeitsfläche
Die Vorschau war bisher ein Bild: schön anzusehen, aber geplant wurde daneben in Excel. Jetzt ist sie die Arbeitsfläche selbst — Kategorien mal Monate, in jeder Zelle Ist, Erwartet, Plan und Vorschau, geändert per Doppelklick. Dazu ein erwartetes Zahldatum je offenem Posten, ein Zahlungsabgleich mit Sicherheitsgrad, ein Kategorienbaum mit Regeln, frei gesetzte Schwellen für die Frühwarnung, eine Sicht über mehrere Gesellschaften und eine öffentliche Schnittstelle.
Was nicht stimmte
Yupana konnte zwölf Monate Liquidität zeichnen, aber niemand konnte sie verändern. Wer einen Plan aufstellen wollte, tat das in einer Tabelle daneben — und hatte danach zwei Wahrheiten, von denen die zweite immer die ältere war.
Dazu kam ein leiseres Problem: Der Plan rechnete jede Forderung an ihrem Fälligkeitstag. Das ist systematisch zu optimistisch: Wer regelmäßig erst Wochen nach Fälligkeit bezahlt wird, hat die ganze Zeit über eine Vorschau, die es besser meint als das Konto.
Was jetzt da ist
Die Fläche. Kategorien untereinander, Perioden nebeneinander. Jede Zelle trägt vier Größen: was tatsächlich geflossen ist (Ist), was aus offenen Posten noch kommen soll (Erwartet), was ihr vorhabt (Plan) und die Zahl, mit der gerechnet wird (Vorschau). Die Regel dahinter passt in einen Satz: Ist plus Erwartet schlägt den Plan, sobald es größer ist — sonst bleibt der Plan stehen. Bei Miete, Leasing und Gehalt lässt er sich festnageln.
Geändert wird in der Zelle. Doppelklick, tippen, weiter: 4k heißt viertausend,
=12000*1,19 rechnet die Umsatzsteuer dazu. Die ganze Fläche ist mit den
Pfeiltasten bedienbar, ohne die Hand an der Maus. Und jede Vorschau trägt ihre
Herkunft — ein Klick zeigt, welche Buchungen, welche offenen Posten und welcher
Planwert darin stecken.
Fünf Vorlagen nehmen die Tipparbeit ab: einmalig, wiederkehrend, als Anteil einer anderen Zeile (etwa die Umsatzsteuer als Prozent vom Umsatz), als Projekt mit eigenem Zahlungsplan und als Menge mal Preis. Die zweite davon ist die wichtigste: Eine Kategorie kann an einer anderen hängen, statt eine feste Zahl zu sein.
Das erwartete Zahldatum. Jeder offene Posten bekommt neben der Fälligkeit ein zweites Datum — wann mit dem Geld wirklich zu rechnen ist, gemessen am Zahlverhalten genau dieses Kunden. Bleibt das Geld aus, rückt das Datum nach; beim dritten Mal wird daraus ein Befund zum Klären statt einer Zahl, die leise falsch wird.
Der Zahlungsabgleich. Kommt eine Zahlung, schlägt Yupana die passende Rechnung vor: sieben Kriterien nacheinander, jedes mit einem Sicherheitsgrad, der im Popover begründet steht. Sammelüberweisungen werden als Gruppe vorgeschlagen und lassen sich wieder auflösen.
Ein Kategorienbaum mit Regeln. Vier Ebenen über den sechs Bereichen der Kapitalflussrechnung. Eine Regel wird als Satz formuliert, und vor dem Speichern steht da, wie viele Buchungen sie treffen würde.
Schwellen, die ihr selbst setzt. Der Wächter meldet, wenn der Kontostand unter eure Grenze fällt, die Vorschau zu tief läuft, die Kreditlinie knapp wird oder eine Datenquelle still geworden ist. Die Mail nennt Zahl, Schwelle und Link — und einen Schalter gegen Lärm.
Mehrere Gesellschaften in einem Bild und eine öffentliche Schnittstelle mit sieben Wegen für eure eigenen Systeme, jeder Schlüssel mit eigenen Rechten und eigenem Ablaufdatum. Beides gehört zur neuen Stufe Gruppe.
Was wir dabei gefunden haben
Beim Kategorisieren war an drei Stellen fest verdrahtet, dass es um Ausgaben geht — die Einzahlungsseite hatte nie jemand angesehen. Sichtbar wurde das erst an der Fläche: Die Einzahlungen standen fast vollständig in der Zeile „Nicht zugeordnet”. Mit einem eigenen Regelwerk für Eingänge bleibt dort ein Rest von unter einem Prozent.
Was wir nicht behaupten
Die Gruppensicht addiert, sie konsolidiert nicht: Innenumsätze werden nicht bereinigt, und das steht in der Anwendung über jeder Gruppensicht. Die Fläche rechnet außerdem brutto, wie es auf dem Konto steht — die BWA rechnet netto und periodengerecht. Wer beides verwechselt, hält eine Umsatzsteuer-Zahllast für einen Verlust.
