Abschluss und Bestände
Bankgespräch
Die Kennzahlen, nach denen eine Bank rechnet — zusammengestellt, bevor jemand danach fragt, samt der Fragen selbst.
Erklärt die Ansicht /bwa/bankgespraech
in der Anwendung.
Wofür diese Seite da ist
Ein Bankgespräch verläuft in einer festen Reihenfolge: Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad, Zinsdeckung, Kapitaldienstfähigkeit. Wer die vier Zahlen kennt, bevor er den Termin hat, führt ein anderes Gespräch als jemand, der sie dort zum ersten Mal hört.
Diese Seite rechnet sie aus der laufenden Buchhaltung und stellt daneben, was die Bank üblicherweise erwartet.
Was du siehst
Je Kennzahl vier Angaben: der Wert, die Formel, die Quelle (welche Konten) und ein Satz, was die Bank dabei erwartet — etwa „Banken sehen im Mittelstand 20–30 % als solide an, unter 10 % wird es in Gesprächen eng.“
Darunter die Fragen, auf die man vorbereitet sein sollte, durchnummeriert. Nicht als Katalog, sondern jeweils mit einem Satz dazu, worauf die Frage eigentlich zielt: „Die Bank sucht die Erklärung hinter der Kurve, nicht die Kurve.“
Oben rechts steht Bankbericht drucken — dieselben Zahlen auf Papier, zum Mitnehmen.
Woher die Zahlen kommen
Aus der Summen- und Saldenliste desselben Monats, den auch die Bilanz zeigt. Die Kontenzuordnung steht bei jeder Kennzahl unter „Quelle“.
Zwei Werte sind Sonderfälle:
- Das EBIT ist eine Simulation. Es entsteht aus den Erfolgskonten der laufenden Buchhaltung — ohne Abgrenzungen und Jahresabschlussbuchungen. Deshalb steht „Simulation“ daran und nicht „EBIT“.
- Die Kapitaldienstfähigkeit braucht die Tilgung, und die steht in keiner Buchhaltung: Sie ergibt sich aus den Darlehensverträgen. Solange dort nichts hinterlegt ist, zeigt Yupana den Zähler und rechnet die Kennzahl nicht. Eine geschätzte Tilgung wäre in einem Bankgespräch das Schlechteste, was man mitbringen kann.
Was du damit machst
- Die Darlehen hinterlegen, damit die Kapitaldienstfähigkeit rechnet. Es sind zwei Zahlen je Darlehen — Zins und Tilgung — und sie stehen im Vertrag.
- Den Bankbericht ausdrucken und vor dem Termin lesen. Nicht um ihn abzugeben, sondern um die eigenen Zahlen im Kopf zu haben.
- Die Fragen durchgehen und die Antworten notieren. Die Führungssicht und der Monatsbrief liefern für die meisten die Begründung.
Fallen
⚠️ Das ist keine Ratingauskunft. Banken rechnen mit eigenen Modellen, gewichten Branche und Historie und nutzen Jahresabschlusszahlen. Diese Seite sorgt dafür, dass du die Fragen kennst — nicht dafür, dass du die Antwort der Bank kennst.
⚠️ Unterjährige Werte sind besser als die Jahreszahlen. Solange Abschreibungen und Rückstellungen fehlen, sieht das Eigenkapital höher aus, als es zum Abschluss sein wird. Wer damit in ein Gespräch geht, muss den Unterschied selbst benennen können.
⚠️ „n. v.“ ist eine Antwort. Eine fehlende Zahl im Gespräch ist besser als eine geschätzte, die die Bank nachrechnet.
⚠️ Die Eigenkapitalquote steht hier anders als auf der Bilanz — und beide sind richtig. Diese Seite rechnet wie eine Bank: Eigenkapitalkonten geteilt durch Anlage- plus Umlaufvermögen. Die Bilanzseite rechnet nach HGB: Eigenkapital einschließlich des vorläufigen Jahresergebnisses geteilt durch die Bilanzsumme — und die enthält zusätzlich die Rechnungsabgrenzung. Bei der Demo-Firma sind das 52,7 % gegen 57,7 %. Im Gespräch gilt die Zahl dieser Seite; wer die andere nennt, sollte den Unterschied erklären können.
Verwandt
- Bilanz — die Grundlage aller vier Kennzahlen
- Frühwarnung — dieselben Größen gegen gesetzliche Schwellen
- Kennzahlen — Verlauf und Korridor je Kennzahl
Zuletzt geändert: 30. August 2026
