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DATEV-Auswertungen ergänzen: was die Standard-BWA nicht zeigt

Die BWA aus DATEV sagt, was verdient wurde. Wann das Geld kommt, steht in keiner ihrer Zeilen — und der Grund dafür ist die Bauart, nicht die Kanzlei.

Jens Hagel11 Min. Lesezeit
Aufgefächerte leere Karteikarten auf einer dunklen Tischplatte

Inhalt in Kürze

  • Die DATEV-Standard-BWA in der Form 01 ist eine kurzfristige Erfolgsrechnung — sie kennt Erlöse und Kosten, aber keine Zahlungen.
  • Die Kapitalflussrechnung steckt in einer anderen BWA-Form, nicht in der Standardauswertung, die die meisten Betriebe bekommen.
  • DATEV hat für Liquidität eigene Programme. Sie werden von der Kanzlei bestellt und setzen einen Buchführungsbestand in DATEV Unternehmen online voraus.
  • Das größere Problem ist nicht die fehlende Zeile, sondern der Zeitversatz: Jede Schnittstelle liefert nur den Stand der letzten Archivierung.
  • Für einen belastbaren Plan reichen vier Auswertungen, die in der Kanzlei ohnehin entstehen — plus die Kontobewegungen.

Jeden Monat kommt die BWA, und jeden Monat beantwortet sie eine Frage, die niemand gestellt hat. Sie sagt, ob der Monat gut war. Sie sagt nicht, ob das Geld bis zum 15. reicht.

Das ist kein Versäumnis der Kanzlei. Es ist die Bauart der Auswertung — und wer sie kennt, weiß auch, was daneben fehlt.

Die Standard-BWA ist eine Erfolgsrechnung und kennt kein Geld

Die DATEV-Standard-BWA misst Ergebnis, nicht Zahlungsfähigkeit. Sie erfasst einen Umsatz in dem Monat, in dem die Leistung erbracht wurde, nicht in dem, in dem das Geld ankommt.

Die verbreitete Form heißt bei DATEV BWA-Form 01 und trägt als Kernstück die kurzfristige Erfolgsrechnung. Aufgebaut ist sie in Anlehnung an das Gliederungsschema der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB.

Was daraus folgt, ist unspektakulär und wird trotzdem ständig übersehen. Eine Auswertung, die nach dem GuV-Schema gebaut ist, kann keine Zahlungen zeigen — dort sind keine vorgesehen.

Vier Posten fehlen deshalb systematisch:

  • Tilgung von Darlehen — der Zins steht in der BWA, die Tilgung nicht
  • Umsatzsteuer-Zahllast — sie läuft über Verrechnungskonten, nicht über den Erfolg
  • Investitionen — sie erscheinen nur als Abschreibung, verteilt über Jahre
  • Privatentnahmen und Ausschüttungen — außerhalb der Erfolgsrechnung

Wie das im Einzelfall aussieht, steht ausführlich unter warum die BWA nicht zum Kontostand passt.

Was DATEV neben der Form 01 anbietet — und wer es bestellt

Die Kapitalflussrechnung gibt es bei DATEV, nur nicht in der Standard-BWA. Sie sitzt in einer anderen Auswertungsform: Der Controllingreport kombiniert laut DATEVs Übersicht der Standard-BWA-Formen die kurzfristige Erfolgsrechnung der Form 01 mit einer Kapitalflussrechnung.

Für die Liquiditätsvorschau nach vorn gibt es ein eigenes Programm. Der DATEV Liquiditätsmonitor online wertet Bankbewegungen aus, ordnet sie Kategorien zu und stellt die Entwicklung der Bankkonten grafisch dar.

Künftige Investitionen und erwartete Geldeingänge lassen sich laut Produktbeschreibung manuell ergänzen — durch die Kanzlei oder durch das Unternehmen selbst. Der Durchstieg reicht bis auf den einzelnen Geschäftsvorfall.

Die Einschränkung steht auf derselben Seite: Das Programm setzt einen Buchführungsbestand in DATEV Unternehmen online oder in Mittelstand Faktura mit Rechnungswesen voraus.

Einen Preis nennt diese Seite nicht, sondern lädt zu einer kostenfreien Erstberatung mit Preisberechnung ein. Im DATEV-Shop steht das Modul dagegen mit 5,25 € monatlich (Art.-Nr. 24200, Stand: 4. September 2026) — bestellt wird es über die Kanzlei.

Die Prognose entsteht laut Produktbeschreibung über einen automatisierten KI-Prozess auf Basis der Bankbewegungen der letzten Jahre; die grafische Kontenentwicklung lässt sich um die Kreditlinie ergänzen.

Für die mittelfristige Ertrags- und Liquiditätsplanung gibt es daneben den Programmteil Planung in DATEV Analyse und Planung. Auch er läuft in der Kanzlei und wird dort gepflegt.

Kurz: Die Bausteine existieren alle. Sie sind nur weder in der monatlichen Auswertung enthalten noch von dir aus bestellbar — und wer sie nicht bestellt hat, landet bei Excel.

Frag deine Kanzlei zuerst, welche BWA-Form du bekommst. Der Wechsel auf eine andere Form kostet oft nichts — er wurde nur nie besprochen.

Warum die Liquiditätsplanung in DATEV bei der Kanzlei anfängt

Die DATEV-Welt ist von der Kanzlei her gebaut, nicht vom Mandanten. Der Liquiditätsmonitor wird im Shop als „tagesaktuelle Vorschau auf die Liquidität Ihrer Mandanten“ beworben — die Zielgruppe steht im Satz.

Das ist kein Vorwurf. DATEV ist eine Genossenschaft der steuerberatenden Berufe, und ihre Programme sind für deren Arbeit gebaut.

Für dich als Geschäftsführung hat es trotzdem eine Folge: Jeder Schritt Richtung eigener Auswertung führt über ein Gespräch mit der Kanzlei. Das ist der Punkt, an dem die meisten Vorhaben liegen bleiben.

Leere Papp-Fächer in einem Regal, gleich groß und alle unbeschriftet
Die Auswertung hat für alles ein Fach. Für Zahlungstermine ist keines vorgesehen.

Kostenlos herunterladen · PDF-Begleitheft (13 Seiten) + Excel-Vorlage (5 Blätter)

13-Wochen-Liquiditätsplan

Die Vorlage, die auch nach vier Wochen noch stimmt

Kein Spam. Du bekommst die angeforderte Datei per E-Mail, dazu gelegentlich Praxistipps zu Kosten, Verträgen und Lizenzen — Widerspruch jederzeit per Abmeldelink. Keine Weitergabe an Dritte, Details in der Datenschutzerklärung.

Der Zeitversatz ist das eigentliche Problem, nicht die fehlende Zeile

Jede Schnittstelle liefert den Stand der letzten Archivierung — nicht den von heute. Bucht die Kanzlei quartalsweise, zeigt auch eine tägliche Abfrage Quartalszahlen.

Wir haben den Weg im August 2026 vollständig durchgerechnet, bevor wir ihn gebaut haben. Das Ergebnis steht in der Übersicht der Datenquellen.

Der wichtigste Befund daraus ist unbequem: Eine Saldenliste zum laufenden Monat gibt es über keinen Weg. Wer „tagesaktuelle Zahlen aus der Buchhaltung“ verspricht, verspricht etwas, das technisch nicht existiert.

Tagesaktuell ist nur eine Datenquelle: die Kontobewegungen. Sie kommen von der Bank, nicht aus der Buchhaltung — und genau deshalb sind sie die Basis jeder kurzfristigen Planung.

Die vier Auswertungen, die deine Kanzlei ohnehin erzeugt

Für einen belastbaren Plan brauchst du kein zusätzliches DATEV-Modul, sondern vier Dateien. Alle vier entstehen im normalen Monatslauf.

  1. Kurzfristige Erfolgsrechnung Das Ergebnis des Monats und der kumulierte Verlauf — die Basis für die Ertragsseite.
  2. Summen- und Saldenliste Jedes Sachkonto mit Eröffnungswert und Bewegung. Daraus entstehen Bilanz und Bestände.
  3. OPOS-Liste Offene Forderungen und Verbindlichkeiten, jeder Posten mit seiner Fälligkeit.
  4. Umsatzsteuer-Voranmeldung Die Zahllast des Folgemonats, oft der größte einzelne Abfluss.

Die OPOS-Liste ist dabei die unterschätzte. Sie ist der einzige DATEV-Standard, der offene Forderungen und Verbindlichkeiten mit Fälligkeit ausweist — wie man sie liest, steht unter OPOS-Liste verstehen.

Dazu kommen die Kontobewegungen als CAMT-Datei aus dem Onlinebanking. Damit ist die Datenbasis vollständig, ohne dass jemand etwas doppelt erfasst.

Was in keiner der vier Dateien steht, sind Investitionen und Darlehen als Vorhaben. Sie sind der Teil, den ein Plan von Hand bekommt — bei uns als eigenes Objekt mit sichtbarem Tilgungsplan, nachzulesen auf der Seite zur Liquidität im Produkt.

Welche Datei welche Frage beantwortet, lässt sich in einer Zeile sagen:

AuswertungBeantwortetTrägt ein Datum
Kurzfristige ErfolgsrechnungWar der Monat gut?nein
Summen- und SaldenlisteWie stehen die Bestände?nein
OPOS-ListeWer schuldet was, seit wann?ja
Umsatzsteuer-VoranmeldungWas geht nächsten Monat ans Finanzamt?ja
Kontobewegungen (CAMT)Was ist tatsächlich geflossen?ja

Drei von fünf Quellen tragen ein Datum — und genau diese drei tragen die Planung. Die beiden ohne Datum liefern die Größenordnung.

Diese Aufteilung ist auch der Grund, warum ein reiner BWA-Blick nie zu einer Vorschau führt. Wie du aus dem Ergebnis den operativen Cashflow ableitest, steht unter Cashflow berechnen.

Was ein 13-Wochen-Plan aus der BWA übernehmen kann — und was nicht

Aus der BWA kommen Muster, nicht Termine. Sie liefert die Größenordnung wiederkehrender Kosten und den Verlauf der Erlöse; den Zahlungszeitpunkt liefert sie nie.

Die Übersetzung läuft in drei Schritten: Erlöse werden mit der beobachteten Forderungslaufzeit nach hinten geschoben, Personalkosten stehen auf ihrem festen Termin, und alles Vertragsgebundene folgt seinem Abbuchungsrhythmus.

Der Rest ist Handwerk. Wie ein solcher Plan aufgebaut wird, ohne nach vier Wochen einzuschlafen, steht in der Anleitung in fünf Schritten und im Werkzeugvergleich unter Liquiditätsplanung-Software.

Zwei Fallen tauchen dabei fast immer auf. Die erste: Der Umsatz wird eins zu eins als Zahlungseingang übernommen — dann steht das Geld drei Wochen zu früh im Plan.

Die zweite: Die Umsatzsteuer fehlt. Sie ist in der BWA korrekterweise nicht enthalten, im Zahlungsplan aber oft der größte Einzelposten des Monats.

Beides kostet keine Rechenkunst, sondern nur die Einsicht, dass die BWA für diesen Zweck nicht gebaut wurde. Was eine Kanzlei darüber hinaus liefern kann, wenn man sie fragt, steht unter BWA vom Steuerberater.

Die Forderungslaufzeit ist der Hebel, den fast niemand misst. Laut der Creditreform-Erhebung „Zahlungsindikator Deutschland“ vom 3. August 2026 liegt das eingeräumte Zahlungsziel im ersten Halbjahr 2026 bei 32,21 Tagen, der Verzug bei 8,14 Tagen — zusammen 40,35 Tage.

40,35Tage von der Rechnung bis zum Geld (Creditreform, 1. Halbjahr 2026).
10.546Unternehmensinsolvenzen Januar bis Mai 2026, 4,9 % mehr als im Vorjahr (Destatis).
115Monate echter BWA-Daten im Yupana-Pilotbetrieb (Stand: 29. August 2026).

„Das macht doch unser Steuerberater“ — stimmt, und reicht trotzdem nicht

Die Kanzlei bucht, was passiert ist, und haftet dafür. Sie kennt aber weder deine Vertragslaufzeiten noch deine Kündigungsfristen noch die Lizenzen, die niemand mehr nutzt — diese Daten liegen bei dir, nicht bei ihr.

Dazu kommt ein zweiter Einwand, den man seltener hört: „Wir sehen das doch in der Buchhaltung.“ Die Buchhaltung zeigt Konten. Zwischen der Zeile „sonstige betriebliche Aufwendungen“ und einer Kündigungsfrist liegt kein Weg.

Seit dem 1. Januar 2021 gibt es dafür sogar eine Pflicht. § 1 StaRUG verlangt von Geschäftsleitern haftungsbeschränkter Gesellschaften, fortlaufend über bestandsgefährdende Entwicklungen zu wachen.

Eine Auswertung, die sechs Wochen nach Monatsende eintrifft, erfüllt „fortlaufend“ nur schwer. Was daraus praktisch folgt, steht unter Krisenfrüherkennung.

Wenn eine Auswertung erst sechs Wochen nach Monatsende kommt, ist sie Geschichtsschreibung. Nützlich wird sie erst, wenn man noch etwas ändern kann.
Jens Hagel, Geschäftsführer der hagel IT-Services GmbH

So kommen die Zahlen ohne Dateiversand — und was daran heute noch fehlt

Der Dateiweg funktioniert dauerhaft, die Anbindung ist bei uns gebaut, aber noch nicht scharf. Das gehört an diese Stelle, weil es der Punkt ist, an dem viele Anbieter unscharf werden.

Der Stand bei Yupana, offen benannt: Der Adapter für DATEV und für den Schnittstellenpartner Maesn steht, die ganze Kette läuft gegen eine Attrappe. Es fehlen die Zugangsdaten.

Bis die da sind, gilt die Anbindung als in Vorbereitung und nicht als verfügbar.

Was heute schon läuft, ist der Weg über die Dateien: Auswertung hochladen, in Sekunden ausgewertet, Bilanz und Kapitalflussrechnung inklusive. Wie das aussieht, zeigt die Seite zur Abschluss-Sicht.

Eine Sache machen wir dabei bewusst anders: Auf jeder Auswertung steht, welcher Stand angezeigt wird und wann er entstanden ist. Wer die Frequenz der Kanzlei nicht sieht, hält Quartalszahlen für Monatszahlen.

Was auch mit allen Daten nicht geht

Kein Werkzeug macht aus einer Buchhaltung eine Vorhersage. Drei Grenzen bleiben, und sie sind hart.

Erstens ersetzt keine Software die Kanzlei. Yupana ist keine Buchhaltung, kein DATEV-Ersatz und kein Banking — es liest, was ohnehin da ist.

Zweitens bleibt die Aktualität an der Archivierung hängen, egal über welchen Weg die Daten kommen.

Drittens ist eine Prognose eine Prognose. Unser eigener Cash-Forecast schlägt die triviale Vorhersage nach interner Messung um 7 % — 29.925 € Fehler statt 32.152 € (Stand: 29. August 2026). Besser, aber kein Blick in die Zukunft.

Die BWA sagt, ob der Monat gut war. Ob das Geld reicht, sagt erst die Kombination aus Saldenliste, offenen Posten, Umsatzsteuer und Kontobewegungen — und die vier Dateien liegen längst bei dir.

Wer nur eine Zahl aus diesem Text mitnimmt, dann diese: 40,35 Tage zwischen Rechnung und Geld. So lange ist jeder Umsatz in der BWA schon verbucht und auf dem Konto noch nicht da.

Wie sich Ergebnis und Zahlung ineinander übersetzen lassen, steht ausführlich unter BWA verstehen und für den Planungsteil unter Liquiditätsplanung. Die Preise stehen vollständig auf der Preisseite.

Lade deine letzte BWA hoch und sieh in Sekunden, was drinsteht — ohne Konto, die Datei verlässt den Browser nicht.

BWA analysieren

Häufige Fragen

Kann DATEV eine Liquiditätsplanung?
Ja, aber nicht in der BWA. DATEV bietet dafür eigene Programme an — den Liquiditätsmonitor online für die Vorschau aus Bankbewegungen und die Unternehmensplanung für die Ertrags- und Liquiditätsplanung. Beide sind getrennt zu bestellen und setzen laut DATEV einen Buchführungsbestand in DATEV Unternehmen online oder in Mittelstand Faktura mit Rechnungswesen voraus. Die monatliche Standard-BWA, die die meisten Betriebe von ihrer Kanzlei bekommen, enthält davon nichts.
Was zeigt die DATEV-Standard-BWA nicht?
Die Standard-BWA in der Form 01 ist eine kurzfristige Erfolgsrechnung: Erlöse, Kosten, vorläufiges Ergebnis. Sie zeigt keine Zahlungsströme, keine Bankkonten, keine Fälligkeiten und keine Kapitalflussrechnung — die steckt in einer anderen BWA-Form. Auch Verträge, Kündigungsfristen und Software-Lizenzen tauchen dort nicht auf, weil sie buchhalterisch in Sammelkonten wie „sonstige betriebliche Aufwendungen“ verschwinden. Wer daraus Liquidität ablesen will, liest die falsche Auswertung.
Was kostet der DATEV Liquiditätsmonitor online?
Im DATEV-Shop steht der Liquiditätsmonitor online unter der Artikelnummer 24200 mit 5,25 € monatlich (Stand: 4. September 2026). Die Produktseite für Unternehmen nennt dagegen keine Zahl, sondern lädt zu einer kostenfreien Erstberatung mit Preisberechnung ein. Bestellt wird das Zusatzmodul über die Kanzlei, und es setzt einen Buchführungsbestand in DATEV Unternehmen online voraus — was am Ende auf der Rechnung steht, hängt deshalb auch an der Vereinbarung mit ihr.
Warum passt die BWA nicht zum Kontostand?
Weil beide verschiedene Zeitpunkte messen. Die BWA erfasst einen Umsatz, wenn die Leistung erbracht und die Rechnung geschrieben ist. Das Konto sieht ihn erst, wenn jemand überweist. Dazwischen liegen im Schnitt gut sechs Wochen: Creditreform misst für das erste Halbjahr 2026 eine Forderungslaufzeit von 40,35 Tagen. Dazu kommen Posten, die gar nicht in der BWA stehen — Tilgung, Umsatzsteuer, Investitionen, Privatentnahmen.
Welche DATEV-Auswertungen brauche ich für eine Liquiditätsplanung?
Vier reichen, und alle vier entstehen in der Kanzlei ohnehin: die kurzfristige Erfolgsrechnung für das Ergebnis, die Summen- und Saldenliste für die Bestände, die OPOS-Liste für offene Forderungen und Verbindlichkeiten und die Umsatzsteuer-Voranmeldung für die Zahllast des Folgemonats. Wer sie zusammen mit den Kontobewegungen auswertet, hat die Datenbasis für einen rollierenden Plan. Ein zusätzliches DATEV-Modul ist dafür nicht nötig.
Wie aktuell sind die Zahlen aus DATEV?
So aktuell wie die letzte Archivierung durch die Kanzlei. Über jede Schnittstelle kommen die Werte, die dort zuletzt festgeschrieben wurden — bucht die Kanzlei quartalsweise, liefert auch eine tägliche Abfrage Quartalsstände. Eine Saldenliste zum laufenden Monat gibt es über keinen Weg, weder direkt noch über einen Partner. Tagesaktuell sind nur die Kontobewegungen, weil sie von der Bank kommen und nicht aus der Buchhaltung.
Muss mein Steuerberater einer Anbindung zustimmen?
In den meisten Fällen ja. Führt die Kanzlei die Buchhaltung, läuft die Freigabe für eine Schnittstelle über sie, und § 66 Abs. 3 StBerG erlaubt ihr sogar, Unterlagen bei offenen Honoraren zurückzuhalten. Das Versprechen „deine Zahlen jederzeit, am Berater vorbei“ trägt deshalb nicht. Praktisch hilft ein Detail: Für Salden genügt ein Exportrecht, der Zugriff auf einzelne Buchungen hängt an einem separaten Recht.
Ersetzt eine eigene Liquiditätsplanung die Kanzlei?
Nein, und sie soll es nicht. Die Kanzlei bucht, was passiert ist, und haftet für die Richtigkeit — das bleibt so. Eine eigene Planung beantwortet eine andere Frage: Reicht das Geld in den nächsten dreizehn Wochen, und welcher Termin wird eng? Dafür braucht es keine zweite Buchhaltung, sondern nur die Auswertungen, die ohnehin monatlich entstehen, plus die Kontobewegungen.

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