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Kostenmonat September 2026: Insolvenzen auf Zwölfjahreshoch

Insolvenzen im Juni +15,8 Prozent — höchster Halbjahreswert seit 2013. Die eigene Debitorenliste liest sich jetzt nach Branche, nicht nach Namen.

Jens Hagel11 Min. Lesezeit

Inhalt in Kürze

  • Die Unternehmensinsolvenzen sind im Juni 2026 um 15,8 Prozent gestiegen — mit 12.812 Verfahren erreicht das erste Halbjahr den höchsten Wert seit 2013.
  • Die Fallzahlen wachsen, die Forderungssummen sinken: 18,5 Mrd. € statt 28,2 Mrd. € — die Welle trifft in dieser Phase vor allem kleinere Betriebe.
  • Debitorenrisiko lässt sich nach Branche lesen: Verkehr 71,6, Gastgewerbe 59,6, Bau 53,4 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen — der Marktdurchschnitt liegt bei 36,2.
  • Fünf Software-Anbieter haben ihre Preise auf der deutschen Seite diesen Monat entweder auf US-Dollar umgestellt oder gar nicht mehr ausgewiesen — die Zeitreihe pausiert.
  • Im September schließen drei Kündigungsfenster zum Jahresende — der wichtigste Kündigungsmonat des Jahres.

Zweite Ausgabe einer monatlichen Reihe. Vier Rubriken jeden Monat: eine Zahl aus der amtlichen Statistik, der selbst erhobene Preisstand für Geschäftssoftware, die Fristen des Monats und ein Handgriff, der in einer Viertelstunde erledigt ist.

Der Juni war der schlechteste Monat seit über zehn Jahren

Am 11. September hat das Statistische Bundesamt die Zahlen für Juni 2026 veröffentlicht (PM Nr. 325): 2.266 beantragte Unternehmensinsolvenzen, ein Plus von 15,8 Prozent gegenüber Juni 2025. Für sich genommen ist das ein einzelner Monat.

Interessanter ist der Halbjahresvergleich. Von Januar bis Juni 2026 haben die deutschen Amtsgerichte 12.812 beantragte Verfahren registriert. Das sind 6,7 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025 — und der höchste Halbjahreswert, den die Statistik seit 2013 verzeichnet.

Die Zahl wirkt spät. Anträge fließen erst nach der ersten Gerichtsentscheidung in die Erfassung ein; der tatsächliche Antrag liegt oft rund drei Monate früher. Die Juni-Zahl beschreibt also das Frühjahr, nicht den heutigen Stand.

2.266Insolvenzen im Juni 2026, +15,8 % (Destatis)
12.812im ersten Halbjahr — Höchststand seit 2013
18,5 Mrd. €Gläubigerforderungen statt 28,2 Mrd.

Der zweite auffällige Punkt liegt in der Schadenssumme. Die Gläubigerforderungen aus den Verfahren des ersten Halbjahres liegen laut Destatis bei rund 18,5 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 28,2 Milliarden.

Mehr Verfahren also, aber deutlich weniger Geld dahinter. Es trifft in dieser Phase vor allem kleinere Betriebe — die großen Einzelfälle des Vorjahres wiederholen sich bislang nicht.

Wer daraus ableitet, dass das eigene Debitorenrisiko unverändert ist, liest die Zahl falsch.

Für den Mittelstand als Gläubiger ist ein Kleinbetrieb, der ausfällt, in Summe der schwierigere Fall. Die Forderung ist im Verhältnis zur eigenen Bilanz oft größer, die Werthaltigkeit einer Restquote geringer.

Debitorenrisiko liest sich jetzt nach Branche

Die Fallzahl allein sagt wenig — sie streut über die gesamte Wirtschaft. Aussagekräftig wird sie erst, wenn man sie auf die Größe der jeweiligen Branche bezieht.

Das tut die Insolvenzhäufigkeit: Anzahl der Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Und dort verteilt sich das Risiko sehr ungleich.

WirtschaftsbereichInsolvenzen je 10.000 Unternehmen (H1 2026)
Verkehr und Lagerei71,6
Gastgewerbe59,6
Baugewerbe53,4
Durchschnitt aller Wirtschaftsbereiche36,2

Verkehr und Lagerei liegt beim knapp Doppelten des Marktschnitts, das Gastgewerbe beim 1,6-Fachen, der Bau beim 1,5-Fachen. Das ist keine Prognose für den einzelnen Kunden — es ist die Rate, mit der Betriebe dieser Branchen im Schnitt gerade ausfallen.

Praktisch heißt das: Ein Debitorenrisiko wird nicht mehr nur nach dem Kunden gelesen, den man kennt. Es wird auch nach der Branche gelesen, in der er tätig ist.

Für die praktische Arbeit ändert das die Reihenfolge. Bislang war die naheliegende Frage: Wer schuldet uns am meisten?

Die zusätzliche Frage lautet jetzt: In welcher Branche schuldet er uns das? Wer beide Fragen kombiniert, arbeitet die eigene OPOS-Liste nach Priorität ab statt nach Alphabet.

Der Preisstand — fünf Zeitreihen setzen aus

Die Serie erhebt monatlich die Listenpreise von zwölf verbreiteten Geschäftsanwendungen direkt auf den Anbieterseiten. Immer derselbe Tarif in derselben Abrechnungsart, mit Datum, ohne Kunden- oder Vertragsdaten.

Zur Systematik: Es fließen ausschließlich öffentliche Angaben ein. Findet sich ein Preis nicht sicher, wird das als Lücke vermerkt — nie geschätzt und nie der Vormonatswert fortgeschrieben. Eine erfundene Zahl würde die Zeitreihe für immer entwerten.

Der zweite Monat hat eine bemerkenswerte Konstellation. Von zwölf Anbietern ließ sich ein Preis vier Mal sauber ablesen und blieb dort unverändert.

Fünf Anbieter, deren Preis im Vormonat noch in Euro auf der deutschen Seite stand, haben in dieser Erhebung entweder auf US-Dollar umgestellt oder liefern die Seite gar nicht mehr aus.

Drei Anbieter (Adobe, Jira, Canva) hatten schon im August eine Lücke; bei Adobe ist der Wert diesen Monat erstmals ablesbar.

AnwendungListenpreis (Stand: 20.09.2026)Veränderung zum Vormonat
Microsoft 365 Business Standard (mit Copilot Business)20,36 €/Nutzer/Mon., Jahresabounverändert
Google Workspace Business Standard13,60 €/Nutzer/Mon., Jahresabounverändert
HubSpot Sales Hub Professional90 €/Platz/Mon., Jahresabounverändert
Adobe Creative Cloud für Teams, Alle Apps86,55 €/Lizenz/Mon., JahresaboErstaufnahme

Vier ablesbare Preise, alle unverändert. Das ist ein Ergebnis, kein Ausfall — eine Reihe, die Stabilität zeigt, belegt genau das.

Slack, Dropbox und Notion weisen ihre Standardtarife auf der deutschen Seite jetzt in US-Dollar aus — 7,25 $, 15 $, 20 $ je Nutzer und Monat. Ein Euro-Preis steht nicht mehr da, eine seriöse Umrechnung ist nicht möglich (der Wechselkurs schwankt, die Anbieter nutzen eigene Umrechnungssätze). Bei Microsoft 365 Business Premium und dem Copilot-Add-on antwortete die Preisseite trotz mehrerer Versuche nicht. Diese fünf Lücken werden vermerkt statt geschätzt — die Zeitreihe wird nächsten Monat fortgesetzt oder auf einen neuen Tarifzuschnitt umgestellt.

Was die USD-Umstellung praktisch bedeutet. Wer bislang mit einem festen Euro-Preis kalkuliert hat, bekommt ab der nächsten Vertragsverlängerung eine Rechnung, deren Betrag am Wechselkurs hängt.

Das ist ein Kostentreiber, der in keiner Preisliste steht und in keiner Budgetplanung auftaucht.

Rechnen wir es beispielhaft durch: Bei einer Wechselkurs-Schwankung von zehn Cent zwischen Euro und Dollar ergibt das für ein Slack-Konto mit zwanzig Nutzern rund 200 Euro Unterschied im Jahr — in die eine oder die andere Richtung.

Was der Blick auf das eigene Konto zeigt. Ob im eigenen Haus Software auf USD-Basis abgerechnet wird, sagt der Kontoauszug — meist über einen leicht abweichenden Betrag Monat für Monat. Wie man solche Muster in den Kontobewegungen systematisch findet, steht in der Anleitung zu den Zombie-Abos — dieselbe Suchmethode findet auch schwankende Beträge.

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Die Fristen im September, und warum er der wichtigste Kündigungsmonat ist

Bei den Zahlungsterminen läuft der September routinemäßig ab. Sozialversicherung, Umsatzsteuer, Lohnsteuer, Vorauszahlung Einkommen- oder Körperschaftsteuer.

  1. 10. September — Umsatzsteuer-Voranmeldung und Lohnsteuer-Anmeldung. Bei Dauerfristverlängerung einen Monat später.
  2. 10. September — Vorauszahlung Einkommen- oder Körperschaftsteuer (quartalsweise: März, Juni, September, Dezember).
  3. 25. September — Zusammenfassende Meldung, sofern innergemeinschaftliche Lieferungen vorliegen.
  4. 28. September — Sozialversicherungsbeiträge, drittletzter Bankarbeitstag. Der Beitragsnachweis muss zwei Tage früher vorliegen.

Feiertage sind hier nicht berücksichtigt, weil sie Ländersache sind. Fällt ein Termin auf einen Feiertag, verschiebt er sich auf den nächsten Werktag.

Der eigentliche Termin ist ein anderer: der 30. September. An diesem Tag schließen gleich drei Kündigungsfenster, und die dreimonatige Frist ist der häufigste Fall im Mittelstand.

Ein Beispiel, welche Verträge in welcher Frist gehören:

FristKündigung muss raus bisWirkt zumTypischer Vertrag
1 Monat30. September 202631. Oktober 2026monatlich kündbare Abos, Cloud-Dienste
3 Monate30. September 202631. Dezember 2026Software-Jahreslizenzen, Wartung, Reinigung
6 Monate30. September 202631. März 2027Wartungsverträge, große Dienstleistungsverträge

Wer einen Wartungsvertrag oder eine Jahreslizenz zum 31. Dezember 2026 loswerden will, muss die Kündigung bis Ende dieses Monats abgesendet haben.

Rückwärts gerechnet heißt das: Die Entscheidung, welche Verträge gehen, wird jetzt getroffen — nicht im November, wenn die Rechnung des Folgejahres kommt.

Wie sich diese Fristen dauerhaft im Blick behalten lassen, steht in den Grundlagen zum Vertragsmanagement und in der Anleitung zu Kündigungsfristen.

Beides sind Handgriffe, die sich mit einer schlanken Tabelle beginnen lassen.

Der Countdown, der jeden Monat kürzer wird: Bis zur ersten Stufe der E-Rechnungs-Versandpflicht am 1. Januar 2027 bleiben noch rund vier Monate. Betroffen sind Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz (Bundesfinanzministerium).

Ob eine eingehende Datei die Pflichtangaben und Summen trägt, zeigt der Prüfer für XRechnung und ZUGFeRD direkt im Browser.

„Das sehen wir doch — wir haben eine offene-Posten-Liste“

Der häufigste Einwand gegen diesen Blick lautet, das eigene Debitorenrisiko sehe man in der Buchhaltung: OPOS-Liste, Altersstruktur, drei größte Positionen. Das stimmt für das, was gebucht ist.

Die eigene OPOS-Liste zeigt, wer heute etwas schuldet. Sie zeigt nicht, aus welcher Branche der Kunde kommt und mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Betrieb dieser Branche gerade ausfällt. Beides zusammen ergibt erst ein Risikobild. Ein Kunde mit 15.000 € offen aus dem Verkehrsgewerbe ist ein anderer Fall als 15.000 € offen aus dem Handel — und der Unterschied steht nirgends in der Buchhaltung.

Genau diese Lücke schließt der Blick auf die Ausgabenseite in Kombination mit der externen Insolvenzhäufigkeit. Was in den Konten fehlt, ist der Vergleich nach außen.

Ob die eigene Debitoren-Konzentration in einer Risikobranche gefährlich hoch ist, entscheidet nicht das eigene Konto — es entscheidet die Insolvenzrate in dieser Branche. Und die liefert nur die amtliche Statistik.

Ein Handgriff für diesen Monat

Fünfzehn Minuten, kein Werkzeug außer der OPOS-Liste und einem Rechner.

  • Die drei größten offenen Forderungen ziehen. Betrag, Kundenname, Rechnungsdatum.
  • Zu jedem Kunden die Branche notieren. Genügt der Blick auf die Website oder ins Impressum: Handel, Handwerk, Verkehr, Gastronomie, Dienstleistung, Bau, Industrie, IT.
  • Die Branchen-Insolvenzhäufigkeit dazuschreiben. Verkehr und Lagerei 71,6 · Gastgewerbe 59,6 · Bau 53,4 · Marktdurchschnitt 36,2 (Destatis, H1 2026).
  • Alles mit einem Wert über 50 markieren. Das sind rund 1,4 Prozent Ausfallrate pro Jahr — dort lohnt der Blick, ob die Rechnung noch pünktlich kommt.
  • Bei zwei markierten Positionen: ein Anruf, kein Mahnbrief. Wer früh nachfragt, hat noch Verhandlungsspielraum. Wer erst mahnt, wenn die Frist abgelaufen ist, steht in der Reihe der Gläubiger.

Wer diese fünf Punkte einmal aufschreibt, hat im Oktober eine Vergleichsbasis. Ändert sich die Branchen-Insolvenzhäufigkeit oder die eigene Kundenverteilung, fällt es auf — vorher nicht.

Die Übersetzung in eine belastbare Vorschau steht in der Liquiditätsplanung; wie sich das eigene Zahlungsmuster gegen den Markt einordnen lässt, in der Anleitung zum Cashflow berechnen.

Was diese Reihe nicht leistet

Sie ist keine Konjunkturprognose. Die Insolvenzstatistik beschreibt Vergangenes — im Fall des Juni-Wertes sogar mit rund drei Monaten Vorlauf zwischen tatsächlichem Antrag und Erfassung.

Sie ist keine Rechtsberatung. Steuertermine und Fristen sind gerechnet, nicht geprüft; Feiertage und Dauerfristverlängerungen sind nicht berücksichtigt.

Sie ist keine Kundenbewertung. Die Branchen-Insolvenzhäufigkeit ist eine Wahrscheinlichkeit über 10.000 Betriebe — sie sagt nichts über einen konkreten Kunden aus. Sie sagt, wie viele Ausfälle im Schnitt zu erwarten sind, wenn man 100 Kunden in dieser Branche hat.

Der Preisstand deckt zwölf Anwendungen ab, nicht den Markt. Er zeigt Listenpreise, keine Konditionen — und ausgehandelte Rahmenverträge liegen oft darunter.

Und es fließen keine Kundendaten ein. Was hier steht, stammt aus öffentlichen Quellen und aus einer eigenen Erhebung öffentlicher Preisseiten.

Der Juni war der Insolvenz-schwerste Monat der letzten zwölf Jahre — aber die Forderungssummen sinken. Die Welle trifft kleinere Betriebe, und sie trifft nach Branche ungleich. Wer diesen Monat eine Sache mitnimmt, dann diese: Die drei größten offenen Forderungen einmal nach Branche sortiert lesen. Verkehr, Gastgewerbe und Bau brauchen einen früheren Anruf als Handel und Industrie.

Alle offenen Forderungen und ihre Alterung an einer Stelle — mit dem Blick auf die Branche des Kunden.

BWA analysieren

Häufige Fragen

Wie viele Unternehmensinsolvenzen gab es im Juni 2026?
Die deutschen Amtsgerichte registrierten im Juni 2026 genau 2.266 beantragte Unternehmensinsolvenzen — 15,8 Prozent mehr als im Juni 2025. Über das erste Halbjahr summieren sich die Fälle auf 12.812 Verfahren, 6,7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das ist der höchste Halbjahreswert seit 2013. Die Zahl wirkt spät: Ein Insolvenzantrag fließt erst nach der ersten Gerichtsentscheidung in die Statistik ein, der tatsächliche Antrag liegt oft rund drei Monate früher.
Welche Branchen sind am stärksten von Insolvenzen betroffen?
Nach der Insolvenzhäufigkeit je 10.000 Unternehmen führen im ersten Halbjahr 2026 drei Bereiche: Verkehr und Lagerei mit 71,6 Fällen, das Gastgewerbe mit 59,6 und das Baugewerbe mit 53,4. Der Marktdurchschnitt über alle Branchen liegt bei 36,2. Wer Kunden aus diesen drei Bereichen hat, trägt ein Debitorenrisiko, das rund das Doppelte des Marktschnitts beträgt — unabhängig davon, wie zuverlässig der einzelne Kunde bislang gezahlt hat.
Warum sinken die Gläubigerforderungen, wenn die Fallzahlen steigen?
Die beiden Zahlen messen Unterschiedliches. Die Fallzahl zählt Anträge, die Forderungssumme summiert offene Rechnungen dahinter. Von Januar bis Juni 2026 wurden 12.812 Verfahren beantragt (plus 6,7 Prozent), aber nur rund 18,5 Milliarden Euro Gläubigerforderungen registriert — im Vorjahr waren es 28,2 Milliarden. Mehr Verfahren, aber deutlich weniger Geld dahinter. Die Insolvenz-Welle trifft in dieser Phase vor allem kleinere Betriebe; die großen Fälle des Vorjahres wiederholen sich bislang nicht.
Wie liest man eine Insolvenzhäufigkeit richtig?
Die Kennzahl gibt die Anzahl Insolvenzen je 10.000 Unternehmen einer Branche an. Ein Wert von 71,6 heißt: Von 10.000 Verkehrs- und Logistikbetrieben mussten im ersten Halbjahr 2026 rund 72 Insolvenz anmelden. Bezogen auf ein halbes Jahr, hochgerechnet also grob 1,4 Prozent im Jahr. Das ist eine Wahrscheinlichkeit, keine Sicherheit — und sie sagt nichts über den einzelnen Kunden aus. Sie sagt aber, wie viele solcher Ausfälle im Schnitt zu erwarten sind, wenn man 100 oder 200 Kunden in dieser Branche hat.
Welche Kündigungsfrist läuft im September 2026 ab?
Im September schließen gleich drei Kündigungsfenster: die einmonatige Frist zum 31. Oktober, die dreimonatige zum 31. Dezember und die sechsmonatige zum 31. März 2027. Der häufigste Fall im Mittelstand ist die dreimonatige Frist — Wartungs-, Software- und Dienstleistungsverträge zum Jahresende. Wer einen solchen Vertrag zum 31. Dezember 2026 loswerden will, muss die Kündigung spätestens am 30. September abgesendet haben. Das macht den September zum wichtigsten Kündigungsmonat des Jahres.
Warum sind fünf Software-Preise diesen Monat nicht mehr in Euro ablesbar?
Die deutschen Preisseiten von Slack, Dropbox und Notion weisen ihre Standardtarife seit dieser Erhebung nur noch in US-Dollar aus — 7,25 Dollar, 15 Dollar, 20 Dollar. Ein Euro-Preis steht dort nicht mehr. Bei Microsoft 365 Business Premium und dem Copilot-Add-on antwortete die Preisseite mehrfach nicht. Das sind fünf Zeitreihen, die diesen Monat unterbrechen — nicht durch Preiserhöhungen, sondern durch die Umstellung, wie der Anbieter seinen Preis ausweist. Eine Lücke wird vermerkt, statt einen Vormonatswert fortzuschreiben, der die Realität nicht mehr abbildet.
Was kostet ein Kundenausfall im Mittelstand?
Ein Ausfall kostet nicht die offene Forderung, sondern das Vielfache. Neben der abgeschriebenen Rechnung fällt der Deckungsbeitrag der bereits erbrachten Leistung weg, dazu die Zeit für Anwaltsschreiben und Insolvenzanmeldung, plus die Umsatzsteuer, die erst mit der Berichtigung nach § 17 UStG zurückgeholt werden kann. Faustregel im Mittelstand: Der wirtschaftliche Schaden liegt beim Zwei- bis Dreifachen der Nominalforderung. Bei einer offenen Rechnung von 10.000 Euro sind das 20.000 bis 30.000 Euro Ergebnisbelastung.
Ab wann gilt die Versandpflicht für E-Rechnungen?
Die Empfangspflicht gilt bereits seit dem 1. Januar 2025 für alle Unternehmen. Die Versandpflicht kommt in zwei Stufen: Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz ihre B2B-Rechnungen elektronisch versenden, ab dem 1. Januar 2028 gilt das für alle übrigen. Zum Zeitpunkt dieser Ausgabe bleiben bis zur ersten Stufe noch rund vier Monate. Wer sein Rechnungsprogramm noch nicht umgestellt hat, arbeitet ab jetzt in der Zone, in der ein Fehler auffallen wird.

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