Lizenzmodelle verstehen: Named User, Concurrent, Verbrauch
Nicht der Preis unterscheidet Software-Lizenzmodelle, sondern die Zähleinheit. Was Named User, Concurrent, Gerät, Kern und Verbrauch jeweils zählen.
Inhalt in Kürze
- Modelle unterscheiden sich nicht im Preis, sondern in der Zähleinheit: Person, gleichzeitiger Zugriff, Gerät, Kern, Menge.
- Named User zählt auch die Person, die einmal im Quartal anmeldet; Concurrent zählt nur den vollsten Moment.
- Kernbasierte Modelle machen die Hardwareplanung zur Lizenzentscheidung.
- Drei Zahlen entscheiden über die Modellwahl: Personen mit Zugang, gleichzeitige Spitze, Menge je Monat.
- Der Wechsel ist fast immer nur zum Verlängerungstermin möglich — die Messung gehört davor.
Über den Preis je Einheit wird verhandelt. Über die Einheit selbst wird selten gesprochen, obwohl sie darüber entscheidet, wie viele Einheiten überhaupt anfallen.
Dieser Text sortiert die fünf gebräuchlichen Arten von Softwarelizenzen nach ihrer Zähleinheit und zeigt, wie man das eigene Nutzungsprofil misst. Wie die Modelle bilanziell wirken — Kauf gegen Abonnement, Aktivierung, Abschreibung — steht unter Software-Lizenzen: Arten und Kostenwirkung.
Nicht der Preis unterscheidet die Modelle, sondern die Zähleinheit
Ein Lizenzmodell ist eine Zählvorschrift: Es legt fest, was als eine Einheit gilt und wonach abgerechnet wird. Alles andere — Laufzeit, Rabatt, Zahlungsweise — kommt danach.
Die Softwarelizenzierung kennt dabei zwei getrennte Fragen. Die erste ist die Zähleinheit, die zweite die Vertragsform: unbefristet gekauft oder abonnement-basiert, lokal installiert oder cloud-basiert.
| Modell | Gezählt wird | Passt, wenn |
|---|---|---|
| Named User | benannte Person mit Zugang | fast alle täglich arbeiten |
| Concurrent User | gleichzeitige Zugriffe | viele gelegentlich, wenige gleichzeitig |
| Gerätebezogen | Arbeitsplatz oder Maschine | mehrere Personen ein Gerät teilen |
| Kern- oder Kapazitätsbezug | Prozessorkerne, Serverleistung | Menschen keine Rolle spielen |
| Verbrauch | Menge, Transaktionen, Speicher | Nutzung stark schwankt |
Die Zeile, die zu Ihrem Betrieb passt, hängt nicht am Werkzeug, sondern an der Arbeitsweise. Zwei Unternehmen mit derselben Anwendung können deshalb sinnvoll in zwei verschiedenen Modellen einkaufen.
Wo die Zählvorschrift verbindlich steht, ist nicht das Angebot, sondern die Lizenzvereinbarung — bei proprietärer Software die Endbenutzer-Lizenzvereinbarung, kurz EULA. Das Angebot nennt einen Preis; sie nennt die Nutzungsrechte, für die er gilt.
Named User: die Person bleibt die Einheit, auch wenn sie nichts tut
Beim Named-User-Modell wird je benannter Person abgerechnet, unabhängig davon, wie oft sie das Programm öffnet. Es ist heute der Standard, weil es für den Anbieter planbar ist und sich einfach prüfen lässt.
Die Einheit ist dabei das Benutzerkonto, nicht der Lizenzschlüssel: Bei einer Softwarelizenz aus der Cloud gibt es nichts mehr einzugeben, was man weiterreichen könnte.
Für den Kunden ist es dann günstig, wenn die Anwendung von fast allen täglich benutzt wird. Es wird teuer, sobald viele Menschen einen Zugang brauchen, ihn aber selten benutzen — Aushilfen, Vertretungen, Fachabteilungen mit einer Auswertung im Quartal.
Der stille Kostentreiber ist die Zugangsvergabe. Ein Zugang wird eingerichtet, weil jemand einmal etwas nachsehen musste, und bleibt danach bestehen. Wie man solche Zugänge wiederfindet, steht unter ungenutzte Lizenzen finden.
Concurrent: wer die Spitze bezahlt, bezahlt für den vollsten Moment
Beim Concurrent-User-Lizenzmodell — auch Floating-Lizenz genannt — zählen nicht die Personen, sondern die gleichzeitigen Zugriffe. Es gibt einen Vorrat an Plätzen, und wer sich anmeldet, belegt einen davon.
Ein Beispiel: In einem Schichtbetrieb haben vierundzwanzig Personen Zugang zu einer Fachanwendung, gleichzeitig arbeiten aber nie mehr als neun. Bei einem Named-User-Preis von 42 € ergibt das 1.008 € im Monat, bei einem Concurrent-Preis von 96 € dagegen 864 €.
Der Einzelpreis ist im Beispiel mehr als doppelt so hoch, die Summe trotzdem niedriger. Wer nur die erste Zahl vergleicht, entscheidet falsch herum.
Das Modell wird allerdings seltener angeboten. Autodesk hat die Multi-User-Netzwerklizenzen ab August 2020 auf benannte Benutzer umgestellt und die Verlängerung der zugehörigen Wartungsverträge nach Herstellerangabe im Mai 2021 beendet.
In Fachanwendungen, Laboren und Konstruktionsumgebungen gibt es Concurrent weiterhin. Die Frage danach kostet ein Gespräch und lohnt sich bei jeder Verlängerung.
Kostenlos herunterladen · PDF-Begleitheft (12 Seiten) + Excel-Vorlage (4 Blätter)
Einnahmen-Ausgaben-Vorlage
Der einfachste Überblick, der trotzdem trägt
Gerät und Kern: wenn die Zahl der Menschen egal ist
Zwei Modelle zählen überhaupt keine Personen, und beide werden regelmäßig übersehen.
Gerätebezogen. Lizenziert wird der Arbeitsplatz, nicht die Person. Das ist überall dort günstig, wo sich mehrere Menschen ein Gerät teilen — Produktion, Kasse, Werkstatt, Schichtarbeitsplätze mit einem gemeinsamen Rechner.
Kern- oder kapazitätsbezogen. Abgerechnet wird nach Rechenleistung. Bei Microsoft SQL Server sind nach Angabe des Herstellers mindestens vier Kernlizenzen je physischem Prozessor oder virtueller Maschine nötig, verkauft in Zweierpaketen.
Daraus folgt eine Regel, die in keinem Angebot steht: Wer eine Maschine vergrößert, kauft Lizenzen mit. Die Entscheidung über Hardware oder virtuelle Ausstattung ist damit zugleich eine Lizenzentscheidung — und sie fällt oft in einer anderen Abteilung.
Verbrauch: der einzige Posten, der ohne Entscheidung wächst
Verbrauchsabhängige Modelle rechnen nach Menge: Speicher, Transaktionen, verarbeitete Dokumente, bei KI-Werkzeugen nach Tokens. Sie sind bei Cloud-Diensten der Regelfall und der einzige Posten, der auch dann steigt, wenn niemand etwas bestellt.
Der Vorteil ist echt: Wer weniger nutzt, zahlt weniger, und es gibt keine Einstiegshürde. Der Nachteil ist die Planbarkeit — eine Rechnung, die mit dem Geschäft wächst, fällt zunächst nicht auf und ist nach zwei Jahren ein eigener Posten.
Bei Verbrauchsmodellen ist deshalb die Grenze wichtiger als der Preis: ein Schwellwert, ab dem jemand informiert wird. Wie hoch die laufenden Software-Ausgaben insgesamt sind, zeigt der Durchgang unter Softwarekosten über alle Konten zusammenrechnen.
Die drei Zahlen, die Ihr Nutzungsprofil ausmachen
Ein Modellvergleich ohne eigene Zahlen ist eine Meinung. Drei Angaben reichen, und alle drei sind vorhanden — sie werden nur selten abgefragt.
- Personen mit Zugang — die Liste aus dem Administrationsbereich, nicht die gefühlte Zahl.
- Gleichzeitige Spitze — der höchste Wert eines typischen Monats aus den Sitzungs- oder Anmeldeprotokollen.
- Menge je Monat — bei Verbrauchsmodellen die abgerechneten Einheiten der letzten zwölf Rechnungen.
Die zweite Zahl ist die unbequeme. Viele Anbieter liefern sie nicht von selbst, sondern auf Nachfrage — und wer sie nicht bekommt, misst ersatzweise über die Anmeldezeiten einer typischen Woche.
Aus diesen drei Zahlen entsteht ein Vergleich mit gemeinsamem Nenner: Kosten je Monat bei gleicher Arbeit. Alles andere — Rabattstaffeln, Aktionen, Bündel — kommt erst danach. Die Erfassung dafür steht im Lizenz-Audit in einem Tag.
Was im Vertrag steht und im Angebot fehlt
Drei Klauseln entscheiden mit über die Kosten, und keine davon steht im Angebotspreis.
Der Zählstichtag. Wird der Höchststand des Monats abgerechnet oder der Stand am Monatsende? Bei schwankender Belegschaft ist das ein spürbarer Unterschied, und die Antwort steht nur im Vertragstext.
Die zugesicherte Menge. Wer in einem Volumenlizenzvertrag eine Mindestabnahme zusagt, bekommt einen besseren Stückpreis und zahlt sie auch dann, wenn die Nutzung darunter fällt.
Der jährliche Ausgleich läuft in aller Regel nur in eine Richtung: Mehrnutzung wird berechnet, Mindernutzung nicht erstattet.
Der Zeitpunkt der Änderung. Eine Reduzierung ist meist nur zum Verlängerungstermin möglich. Microsoft etwa erlaubt bei Jahresabonnements über einen Partner laut seiner Stornierungsrichtlinie eine Platzreduzierung nur innerhalb von sieben Kalendertagen nach der Bestellung.
Deshalb gehören Metrik, Stichtag und Termin in dasselbe Register wie die Kündigungsfrist — siehe Vertragsmanagement-Grundlagen.
„Der Anbieter bietet nur ein Modell an“ — stimmt oft und selten ganz
Ein dritter Einwand ist berechtigt: Ein Modellwechsel kostet Aufwand in der Verwaltung. Deshalb lohnt er sich vor allem dort, wo der Abstand groß ist — und nicht bei jedem Vertrag.
BWA-Schnellcheck
Laden Sie Ihre BWA als PDF und sehen Sie in Sekunden Umsatz, Rohertrag und Ergebnis mit allen Positionen — auch die Zeile, in der Software und EDV stecken. Die Datei bleibt auf Ihrem Gerät.
Zum BWA-SchnellcheckWo die Modellrechnung an ihre Grenze kommt
Sie ersetzt die fachliche Eignung nicht. Ein günstiges Modell für ein unpassendes Werkzeug ist die teuerste Variante. Erst die Frage, ob die Anwendung trägt, dann die nach der Zählweise.
Open-Source-Lizenzen sind kein Preismodell. Die GNU GPL regelt Rechte am Quellcode — Nutzung, Veränderung, Weitergabe —, nicht die Zahl bezahlter Einheiten.
Kosten entstehen dort trotzdem: für Betrieb, Support und Wartung. Der Unterschied zur proprietären Software liegt in den Rechten, nicht im Preisschild.
Sie sagt nichts über den Ausstieg. Datenexport, Formatbindung und Übergangsfristen stehen im Vertrag, nicht in der Metrik. Sie kosten beim Wechsel regelmäßig mehr als die Lizenzgebühr selbst.
Beim Lizenzmodell haben wir jahrelang genommen, was angeboten wurde. Dass man fragen kann, ob es auch anders geht, ist mir erst spät aufgefallen.Jens Hagel, Mitgründer der frag.hugo Informationssicherheit GmbH
Ob ein Modellwechsel im Ergebnis ankommt, zeigt die BWA. Yupana Controlling stellt die Softwarekosten im Soll-Ist-Vergleich neben den Plan und führt jeden Betrag bis zur einzelnen Buchung — ein Verbrauchsposten, der davonläuft, fällt so im ersten Monat auf.
Was Yupana Controlling kostet, steht offen unter Preise.
Die Zähleinheit entscheidet über mehr Geld als jede Preisverhandlung — und sie lässt sich nur mit drei eigenen Zahlen beurteilen: Personen mit Zugang, gleichzeitige Spitze, Menge je Monat.
Für Microsoft 365 gilt dieselbe Logik in kleinerer Form: Dort ist die Einheit die Person, und die Stellschraube ist der Plan — die Hebel dazu stehen unter Microsoft-365-Lizenzkosten senken.
Alle laufenden Einnahmen und Ausgaben auf einem Blatt, Monat für Monat — die Vorlage als Excel und PDF.
Einnahmen-Ausgaben-Vorlage herunterladen- Autodesk — von der Netzwerklizenz zum benannten Benutzer
- Microsoft — SQL-Server-Lizenzierung nach Kernen
- Microsoft Learn — Stornierung und Platzreduzierung
- GNU General Public License — Rechte statt Preise
- § 69c UrhG — die Lizenz ist die Zustimmung
- Microsoft Graph — bezahlte und verbrauchte Einheiten
Die Angaben der Hersteller zu Modellen und Umstellungsterminen stammen von deren eigenen Seiten, geprüft am 30. August 2026. Die Beträge im Rechenbeispiel sind gesetzte Beispielwerte und keine Anbieterpreise.
Häufige Fragen
- Welche Software-Lizenzmodelle gibt es?
- Fünf Zähleinheiten decken praktisch alles ab: Named User zählt benannte Personen, Concurrent User zählt gleichzeitige Zugriffe, gerätebezogene Modelle zählen Arbeitsplätze oder Maschinen, kapazitätsbezogene Modelle zählen Prozessorkerne oder Serverleistung, und verbrauchsabhängige Modelle zählen Menge — Speicher, Transaktionen, verarbeitete Dokumente. Der Preis je Einheit ist dabei zweitrangig: Erst die Einheit entscheidet, wie viele davon Sie überhaupt brauchen.
- Was ist der Unterschied zwischen Named User und Concurrent User?
- Named User zählt Personen mit Zugang, Concurrent User zählt die gleichzeitigen Zugriffe. In einem Schichtbetrieb mit vierundzwanzig berechtigten Personen, von denen nie mehr als neun zur selben Zeit arbeiten, bedeutet das vierundzwanzig gegenüber neun Lizenzen. Der Einzelpreis im Concurrent-Modell liegt zwar höher, die Gesamtsumme aber meist darunter. Ob das Modell verfügbar ist, steht selten im Angebot und fast immer im Preisverzeichnis des Herstellers.
- Wie misst man das eigene Nutzungsprofil?
- Über drei Zahlen: die Anzahl der Personen mit Zugang, die höchste gleichzeitige Nutzung in einem typischen Monat und die Menge, falls verbrauchsabhängig abgerechnet wird. Die erste steht im Administrationsbereich, die zweite in den Sitzungs- oder Anmeldeprotokollen, die dritte auf der Rechnung. Ohne diese drei Zahlen ist jeder Modellvergleich eine Schätzung — und Schätzungen fallen im Zweifel zugunsten des teureren Modells aus.
- Ist Concurrent-Lizenzierung noch üblich?
- Sie wird seltener. Autodesk hat die Netzwerklizenzen für Multi-User ab August 2020 auf benannte Benutzer umgestellt und die Verlängerung der zugehörigen Wartungsverträge im Mai 2021 beendet. Andere Hersteller sind diesem Weg gefolgt, weil Named User für sie planbarer ist. In technischen Fachanwendungen, in Laboren und in Schichtbetrieben gibt es das Modell weiterhin — dort ist die Frage nach einem Concurrent-Angebot vor jeder Verlängerung sinnvoll.
- Was bedeutet kernbasierte Lizenzierung?
- Abgerechnet wird nach der Rechenleistung, nicht nach den Menschen. Bei Microsoft SQL Server werden Kernlizenzen erworben; nach Angabe des Herstellers sind mindestens vier Kernlizenzen je physischem Prozessor beziehungsweise je virtueller Maschine nötig, und verkauft werden sie in Zweierpaketen. Für den Betrieb heißt das: Eine stärkere Maschine kostet Lizenzen, auch wenn niemand hinzukommt. Die Hardwareplanung wird damit zur Lizenzentscheidung.
- Was ist ein True-up?
- Der nachträgliche Ausgleich zwischen zugesicherter und tatsächlicher Nutzung. In Volumen- und Rahmenverträgen wird eine Menge vereinbart; wer darüber liegt, zahlt am Stichtag nach. Der Ausgleich läuft in aller Regel nur in eine Richtung: Mehrnutzung wird berechnet, Mindernutzung nicht erstattet. Deshalb ist die zugesicherte Menge keine Formalie, sondern eine Untergrenze für die eigenen Kosten über die gesamte Laufzeit.
- Ist Open Source ein Lizenzmodell?
- Es ist ein Rechtemodell, kein Preismodell. Lizenzen wie die GNU General Public License regeln, was mit dem Quelltext geschehen darf — weitergeben, verändern, verbreiten — und nicht, wie viele Einheiten ein Unternehmen bezahlt. Kosten entstehen dort trotzdem: für Support, Betrieb, Wartung und Zertifizierung. Wer eine freie Lizenz mit Kostenfreiheit gleichsetzt, vergleicht in der Regel zwei Dinge, die nicht vergleichbar sind.
- Wann lohnt sich ein Wechsel des Lizenzmodells?
- Wenn die Nutzung deutlich von der Zähleinheit abweicht — viele gelegentliche Nutzer bei Named User, wenige dauerhafte Nutzer bei Concurrent, schwankende Mengen bei Festpreisen. Möglich ist der Wechsel meist nur zum Verlängerungstermin, weil laufende Verträge die Metrik festschreiben. Praktisch heißt das: Das Nutzungsprofil muss einige Wochen vor der Verlängerung vorliegen, sonst verlängert sich das alte Modell von selbst.
- Gilt die Frage nach der Zähleinheit auch für Dienstleistungsverträge?
- Ja. Betreuungsverträge rechnen je Arbeitsplatz, je Gerät, je Server oder je Benutzerkonto ab — dieselbe Firma ergibt je nach Einheit verschiedene Zahlen. In einem Gespräch schwankte die Zahl der betreuten Personen zwischen 45 und 85. Lassen Sie im Vertrag definieren, was die Einheit ist, wann sie entsteht und wann sie wegfällt.

