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Die BWA, Zeile für Zeile

Eine vollständige Muster-BWA in der Ordnung, die euer Steuerberater verwendet. Jede Zeile lässt sich aufklappen und erklärt, was sie bedeutet — und was sie ausdrücklich nicht sagt. Wer eigene Zahlen eintippt, sieht die Summen mitlaufen.

Betriebswirtschaftliche Auswertung

Ein Monat. Die Summenzeilen sind grau hinterlegt und rechnen sich selbst; alle anderen Werte lassen sich überschreiben.

Was hereinkam

Umsatzerlöse

Alles, was in diesem Monat an Kunden fakturiert wurde — ohne Umsatzsteuer und ohne sonstige Erträge.

Was sie nicht sagt: Nicht das Geld, das eingegangen ist. Eine Rechnung steht hier am Tag der Ausstellung, bezahlt wird sie oft Wochen später.

Bestandsveränderung FE/UE

Veränderung der Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen. Wer im März an einem Auftrag arbeitet, der erst im Mai abgerechnet wird, hat hier einen positiven Wert.

Was sie nicht sagt: In Betrieben ohne eigene Fertigung und ohne langlaufende Aufträge steht hier oft null. Das ist kein Fehler.

Aktivierte Eigenleistungen

Selbst erstellte Anlagen, die als Vermögen aktiviert und nicht als Aufwand gebucht werden — etwa eine Maschine, die die eigenen Leute gebaut haben.

Gesamtleistung

Rechenweg: Umsatzerlöse + Bestandsveränderung + Aktivierte Eigenleistungen

Die gesamte betriebliche Leistung des Monats. Sie ist die Bezugsgröße aller Prozentangaben in der BWA.

Was sie nicht sagt: Nicht dasselbe wie der Umsatz. Wer seine Personalquote am Umsatz statt an der Gesamtleistung rechnet, bekommt eine andere Zahl — und vergleicht sie dann mit Branchenwerten, die auf der Gesamtleistung beruhen.

Die Bezugsgröße ist die Gesamtleistung, nicht der Umsatz

Alle Prozentangaben der BWA beziehen sich auf die Gesamtleistung — Umsatz plus Bestandsveränderung plus aktivierte Eigenleistungen. Wer stattdessen den Umsatz nimmt, rechnet eine andere Quote und vergleicht sie mit Branchenwerten, die auf der Gesamtleistung beruhen.

200.000,00

Was der Einsatz gekostet hat

Material-/Wareneinkauf

Was eingekauft wurde, um die Leistung zu erbringen: Waren, Material, Fremdleistungen, Nachunternehmer.

Was sie nicht sagt: Nicht der Lagerbestand. Hier steht der Verbrauch des Monats, nicht das, was im Regal liegt.

Rohertrag

Rechenweg: Gesamtleistung − Material-/Wareneinkauf

Was nach dem Wareneinsatz übrig bleibt. Aus dieser Summe werden alle übrigen Kosten bezahlt — Personal, Miete, Fahrzeuge, Abschreibungen.

Was sie nicht sagt: Kein Gewinn. Der Rohertrag ist die Masse, aus der alles andere bestritten wird.

120.000,00
Sonstige betriebliche Erlöse

Erträge außerhalb des Kerngeschäfts: verrechnete Sachbezüge, Erstattungen, Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen.

Was sie nicht sagt: Kein Umsatz. Ein hoher Wert hier kann ein einmaliger Vorgang sein und trägt nichts zur laufenden Leistung bei.

Betrieblicher Rohertrag

Rechenweg: Rohertrag + Sonstige betriebliche Erlöse

Der Rohertrag einschließlich der sonstigen betrieblichen Erlöse — die vollständige Deckungsmasse für alle Kosten.

121.800,00

Die laufenden Kosten

Personalkosten

Löhne, Gehälter, Sozialabgaben und — bei einer Kapitalgesellschaft — die Geschäftsführerbezüge. In den meisten Betrieben der größte Kostenblock.

Was sie nicht sagt: Bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft steht hier kein Unternehmerlohn. Genau deshalb ist die Personalquote solcher Betriebe nicht mit der einer GmbH vergleichbar.

Raumkosten

Miete oder Pacht, Nebenkosten, Reinigung, Heizung, Strom für die Betriebsräume.

Betriebliche Steuern

Steuern, die zum Betrieb gehören: Kfz-Steuer, Grundsteuer, Verspätungszuschläge.

Was sie nicht sagt: Nicht die Ertragsteuern. Körperschaft-, Gewerbe- und Einkommensteuer stehen ganz unten in einer eigenen Zeile.

Versicherungen/Beiträge

Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung, Kammer- und Verbandsbeiträge, Berufsgenossenschaft.

Besondere Kosten

Aufwendungen, die der Betrieb gesondert führt — etwa Provisionen, Lizenzen oder Fremdarbeiten, die nicht in den Wareneinsatz gehören.

Fahrzeugkosten (ohne Steuer)

Kraftstoff, Wartung, Reparatur, Leasingraten und Versicherung des Fuhrparks.

Was sie nicht sagt: Ohne Kfz-Steuer — die steht bei den betrieblichen Steuern. Auch ohne Abschreibung auf eigene Fahrzeuge; die steht in der Abschreibungszeile.

Werbe-/Reisekosten

Werbung, Messen, Website, Bewirtung, Reisekosten und Übernachtungen.

Kosten Warenabgabe

Verpackung, Fracht, Ausgangsporto — was es kostet, die Leistung zum Kunden zu bringen.

Abschreibungen

Der Wertverzehr des Anlagevermögens, verteilt über die Nutzungsdauer.

Was sie nicht sagt: Kein Geldabfluss. Bezahlt wurde die Maschine bei der Anschaffung — hier wird nur der Wertverlust verbucht. Das ist der Hauptgrund, warum Ergebnis und Kontostand auseinanderlaufen.

Das Ergebnis ist nicht der Kontostand

Abschreibungen mindern das Ergebnis, ohne dass Geld abfließt. Umgekehrt mindern Tilgungen, Steuervorauszahlungen und Ausschüttungen den Kontostand, ohne im Ergebnis aufzutauchen. Ein Monat mit gutem Ergebnis und leerem Konto ist kein Widerspruch, sondern der Normalfall.

Reparatur/Instandhaltung

Instandhaltung von Maschinen, Gebäuden und Betriebsausstattung.

Sonstige Kosten

Alles, was in keine der anderen Zeilen passt: Beratung, Buchführung, Porto, Telefon, Software, Bankgebühren.

Was sie nicht sagt: Wenn diese Zeile die zweitgrößte ist, sagt die BWA über die Kostenstruktur wenig. Dann lohnt der Blick in die Konten dahinter.

Gesamtkosten

Rechenweg: Summe aller elf Kostenarten

Alle laufenden Kosten des Monats zusammen — ohne den Wareneinsatz, der schon oben abgezogen wurde.

92.240,00

Das Ergebnis

Betriebsergebnis

Rechenweg: Betrieblicher Rohertrag − Gesamtkosten

Was das eigentliche Geschäft in diesem Monat verdient hat. Die aussagekräftigste Zeile der ganzen BWA.

Was sie nicht sagt: Noch nicht das Ergebnis: Zinsen, einmalige Vorgänge und Steuern kommen darunter noch dazu.

29.560,00
Ergebnis vor Steuern

Rechenweg: Betriebsergebnis − Neutraler Aufwand + Neutraler Ertrag

Das Ergebnis einschließlich aller Vorgänge außerhalb des Kerngeschäfts, aber vor Ertragsteuern.

28.880,00
Steuern Einkommen u. Ertrag

Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag — bei einem Einzelunternehmen häufig gar nichts, weil die Einkommensteuer privat anfällt.

Was sie nicht sagt: In der unterjährigen BWA meist eine Schätzung oder eine Vorauszahlung, nicht der endgültige Betrag.

Vorläufiges Ergebnis

Rechenweg: Ergebnis vor Steuern − Steuern Einkommen u. Ertrag

Die letzte Zeile der BWA.

Was sie nicht sagt: Nicht der Gewinn. Das Wort „vorläufig" steht nicht zufällig da: Abgrenzungen, Rückstellungen, Bewertungen und Abschreibungen auf den Jahresabschluss fehlen. Zwischen dieser Zeile und dem Jahresabschluss liegen regelmäßig fünfstellige Beträge.

Die letzte Zeile ist nicht der Gewinn

Das vorläufige Ergebnis heißt so, weil Abgrenzungen, Rückstellungen, Bestandsbewertungen und die Abschreibungen des Jahresabschlusses fehlen. Zwischen dieser Zeile und dem festgestellten Jahresabschluss liegen regelmäßig fünfstellige Beträge — in beide Richtungen.

20.480,00

Neutrales Ergebnis — was nicht zum Kerngeschäft gehört

Zinsaufwand

Zinsen für Darlehen und Kontokorrent.

Sonstiger neutraler Aufwand

Aufwendungen, die nichts mit dem laufenden Geschäft zu tun haben: periodenfremde Posten, Verluste aus Anlagenabgang, Spenden.

Neutraler Aufwand

Rechenweg: Zinsaufwand + Sonstiger neutraler Aufwand

Alle Aufwendungen außerhalb des Kerngeschäfts.

720,00
Zinserträge

Zinsen aus Guthaben und Anlagen.

Sonstiger neutraler Ertrag

Erträge außerhalb des Kerngeschäfts: Versicherungsentschädigungen, Auflösung von Rückstellungen, periodenfremde Erträge.

Was sie nicht sagt: Ein guter Monat, dessen Ergebnis hierher kommt, war kein guter Monat im Geschäft.

Verrechnete kalkulatorische Kosten

Gegenbuchung zu kalkulatorischen Größen wie einem Unternehmerlohn, die weiter oben als Kosten stehen.

Neutraler Ertrag

Rechenweg: Zinserträge + Sonstiger neutraler Ertrag + Verrechnete kalkulatorische Kosten

Alle Erträge außerhalb des Kerngeschäfts.

40,00
Kontenklasse unbesetzt

Beträge auf Konten, die keiner BWA-Zeile zugeordnet sind.

Was sie nicht sagt: Steht hier ein nennenswerter Betrag, stimmt die Kontenzuordnung nicht — und dann stimmen alle Quoten darüber ebenfalls nicht.

Die rechte Spalte zeigt den Anteil an der Gesamtleistung — so, wie eine BWA ihn ausweist.

Fünf Kennzahlen aus diesen Zahlen

Median über alle Größenklassen, Berichtsjahr 2024, Deutsche Bundesbank.

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    Dann müsst ihr nichts abtippen. Die BWA-Sofort-Analyse liest eine BWA als PDF direkt im Browser und rechnet dieselben Kennzahlen aus euren echten Zahlen.

    Wer nur wissen will, wo die eigenen Werte in der Branche liegen, ist beim Kennzahlen-Check schneller — der braucht sechs Zahlen statt einer ganzen BWA.

    Was diese Werkbank nicht ist

    • Kein Jahresabschluss. Eine BWA ist eine unterjährige Auswertung ohne Abgrenzungen, Rückstellungen und Bewertungen. Die letzte Zeile heißt aus gutem Grund „vorläufiges Ergebnis".
    • Kein Steuerrat. Was aus einer Zahl folgt, hängt am Betrieb — das entscheidet niemand am Bildschirm.
    • Keine Buchführung. Die eingetippten Zahlen werden nirgends gespeichert und verlassen euren Browser nicht.

    Die drei teuersten Fehldeutungen

    Drei Missverständnisse tauchen bei fast jedem auf, der eine BWA zum ersten Mal ernst nimmt: Die letzte Zeile ist nicht der Gewinn, das Ergebnis ist nicht der Kontostand, und die Bezugsgröße aller Prozentangaben ist die Gesamtleistung — nicht der Umsatz.

    Die Bezugsgröße ist die Gesamtleistung, nicht der Umsatz

    Alle Prozentangaben der BWA beziehen sich auf die Gesamtleistung — Umsatz plus Bestandsveränderung plus aktivierte Eigenleistungen. Wer stattdessen den Umsatz nimmt, rechnet eine andere Quote und vergleicht sie mit Branchenwerten, die auf der Gesamtleistung beruhen.

    Das Ergebnis ist nicht der Kontostand

    Abschreibungen mindern das Ergebnis, ohne dass Geld abfließt. Umgekehrt mindern Tilgungen, Steuervorauszahlungen und Ausschüttungen den Kontostand, ohne im Ergebnis aufzutauchen. Ein Monat mit gutem Ergebnis und leerem Konto ist kein Widerspruch, sondern der Normalfall.

    Die letzte Zeile ist nicht der Gewinn

    Das vorläufige Ergebnis heißt so, weil Abgrenzungen, Rückstellungen, Bestandsbewertungen und die Abschreibungen des Jahresabschlusses fehlen. Zwischen dieser Zeile und dem festgestellten Jahresabschluss liegen regelmäßig fünfstellige Beträge — in beide Richtungen.