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Kostenstruktur analysieren: aus BWA und Summen- und Saldenliste

Kostenstruktur analysieren in sechs Schritten: Kostenblöcke, Quoten, Zeitreihe, SuSa-Drilldown, Kostentreiber, Maßnahme — mit Beispiel und Branchenwerten.

Jens Hagel14 Min. Lesezeit
Zwei Gleisstränge, die über eine Weiche zusammenlaufen

Inhalt in Kürze

  • Die Kostenstruktur ist das Verhältnis der Kostenarten zueinander, ausgedrückt als Quote an der Gesamtleistung oder an den Gesamtkosten.
  • Die Analyse braucht keine eigene Datenerhebung: BWA und Summen- und Saldenliste der Kanzlei enthalten alles, was nötig ist.
  • Aussagekraft entsteht erst in der Zeitreihe über 12 bis 24 Monate; ein einzelner Monat ist durch Saison und Jahresbuchungen verzerrt.
  • Der Kostentreiber ist eine Menge oder ein Verhältnis hinter der Quote, etwa bezahlte gegen verrechnete Stunden — erst er macht eine Kostenart steuerbar.
  • Am Ende steht eine Maßnahme mit Zahl, Name und Termin, sonst bleibt die Analyse ein Bericht.

Die meisten Kostenanalysen enden mit einer Liste der größten Ausgaben. Personal oben, Material darunter, Miete irgendwo in der Mitte. Das ist korrekt und hilft niemandem, weil die Reihenfolge seit Jahren dieselbe ist.

Eine brauchbare Analyse beantwortet eine andere Frage: Welcher Kostenblock wächst schneller als das Geschäft — und warum? Die Antwort steht in zwei Auswertungen, die jeder Betrieb mit Kanzlei ohnehin bekommt.

Kostenstruktur heißt: Anteile, nicht Beträge

Die Kostenstruktur ist das Verhältnis der Kostenarten zueinander — wie viel Prozent der Gesamtleistung auf Material, Personal, Raum, Fahrzeuge, Abschreibungen und sonstige Kosten entfallen.

Gabler definiert sie als Verhältnis von Teilen einer Kostensumme untereinander, bezogen auf Kostenarten wie Material, Personal und Anlagen sowie auf den Anteil fixer und variabler Kosten.

Die Bezugsgröße entscheidet über die Aussage. Die Quote an der Gesamtleistung zeigt, wie viel vom erwirtschafteten Euro ein Block verbraucht. Die Quote an den Gesamtkosten zeigt, wie sich die Kostensumme zusammensetzt.

Für die Steuerung ist die erste die wichtigere. Sie verändert sich, wenn eine Kostenart schneller wächst als die Leistung — und genau das soll die Analyse finden.

Wie die einzelnen Quoten gebildet werden und welche davon regelmäßig auf den Tisch gehört, beschreibt der Artikel zu den Kostenquoten.

Fix, variabel, sprungfix: welche Kosten mit dem Geschäft mitgehen

Variable Kosten steigen mit der Leistung, etwa Material je Auftrag. Fixe Kosten bleiben in einem Zeitraum gleich, etwa Miete und Versicherungen. Die bpb nennt sie beschäftigungsunabhängig.

Sprungfixe Kosten sind über eine Spanne konstant und steigen dann in einer Stufe. Das zehnte Fahrzeug, die zweite Disponentin, die größere Halle: Jeder Sprung hebt die Kostenbasis auf ein neues Niveau.

Für die Kostenstrukturanalyse sind die Sprünge der interessanteste Teil. Eine Stufe, die bei steigender Auslastung genommen wurde, bleibt stehen, wenn die Auslastung zurückgeht.

Daneben steht die Unterscheidung nach Zurechenbarkeit. Einzelkosten lassen sich einem Auftrag direkt zuordnen, Gemeinkosten fallen für viele zugleich an. Wo welche Kosten entstehen, beantwortet die Kostenstelle.

KostenartVerhaltenTypisches Beispiel
Variabelwächst mit jedem AuftragMaterial, Fremdleistung, Provision
Fixbleibt im Jahr gleichMiete, Versicherung, Verwaltung
Sprungfixsteigt in StufenFahrzeuge, Stellen, Lagerfläche

Kostenstruktur analysieren in sechs Schritten

Die Kostenanalyse aus BWA und SuSa folgt einer festen Reihenfolge. Jeder Schritt verengt den Blick, bis aus einer Quote ein einzelner Sachverhalt geworden ist.

  1. Kostenblöcke bilden. Fassen Sie die Kostenzeilen der BWA zu sechs bis acht Blöcken zusammen: Material und Fremdleistung, Personal, Raum, Fahrzeuge, Abschreibungen, sonstige Kosten.
  2. Quoten rechnen. Jeder Block geteilt durch die Gesamtleistung ergibt seine Quote. Die meisten BWA-Formen liefern diese Prozentspalte bereits mit.
  3. Zeitreihe legen. Dieselben Quoten für 12 bis 24 Monate nebeneinander, am besten als rollierende Zwölfmonatssumme, damit Saison und Einmalbuchungen herausfallen.
  4. In die SuSa gehen. Beim Block mit der größten Bewegung öffnen Sie die Summen- und Saldenliste und vergleichen die Konten dahinter mit dem Vorjahr.
  5. Kostentreiber benennen. Hinter dem Konto, das sich bewegt hat, steht eine Menge: Stunden, Kilometer, Quadratmeter, Lizenzen.
  6. Maßnahme festlegen. Eine Zielgröße, ein Name und ein Termin — sonst endet die Analyse im Ordner.

Der dritte Schritt trennt die Analyse vom Bauchgefühl. Eine Quote, die in einem Monat springt, ist meistens eine Buchung. Eine, die über sechs Monate steigt, ist eine Entwicklung.

Der vierte Schritt ist der, an dem die BWA allein nicht weiterkommt. Sie zeigt Zeilen; welche Konten in einer Zeile stecken, zeigt erst die Summen- und Saldenliste.

Blick in einen Metallkanal, der sich nach hinten verjüngt
Von der BWA-Zeile über das Sachkonto zur einzelnen Buchung: Jeder Schritt der Analyse macht den Ausschnitt enger.

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Ein Beispiel: die Kostenstruktur eines Elektrobetriebs

Ein Beispiel: ein Elektroinstallationsbetrieb mit rund vier Millionen Euro Gesamtleistung im Jahr, angenommene Zwölfmonatswerte in Tausend Euro. Der Betrieb ist frei erfunden, die Rechnung nicht.

KostenblockBetrag (T€)Anteil GesamtleistungAnteil Gesamtkosten
Material und Fremdleistung1.72043,0 %45,7 %
Personal1.48037,0 %39,4 %
Fahrzeuge2005,0 %5,3 %
Raum1203,0 %3,2 %
Abschreibungen721,8 %1,9 %
Sonstige Kosten1684,2 %4,5 %
Gesamtkosten3.76094,0 %100 %
Ergebnis2406,0 %

Gesamtleistung im Beispiel: 4.000 T€. Die Quoten ergeben sich aus Betrag geteilt durch Gesamtleistung bzw. durch die Gesamtkosten von 3.760 T€.

Für sich allein sagt diese Tabelle wenig. Personal und Material machen zusammen 85,1 % der Kosten aus — das gilt in fast jedem Handwerksbetrieb und ist gerechnet, nicht bewertet.

Die Aussage entsteht im Zeitvergleich. Vor zwei Jahren lag die Personalquote im Beispiel bei 33,5 %: 1.306 T€ Personalkosten auf 3.900 T€ Gesamtleistung.

Die Leistung ist um 100 T€ gewachsen, die Personalkosten um 174 T€. Hätte die alte Quote gehalten, wären es bei 4.000 T€ Leistung 1.340 T€ gewesen. Die Differenz von 140 T€ entspricht mehr als der Hälfte des heutigen Ergebnisses.

Kostentreiber finden: vom Konto zur Ursache

Ein Kostentreiber ist die Menge oder das Verhältnis, das eine Kostenart bewegt — bei Personalkosten etwa bezahlte gegen verrechnete Stunden, bei Fahrzeugkosten die gefahrenen Kilometer.

Der Begriff stammt aus der Prozesskostenrechnung, englisch cost driver. Haufe beschreibt die Festlegung der Kostentreiber dort als den Schritt, der Gemeinkosten erst verursachungsgerecht macht.

Im Mittelstand genügt eine einfache Frage je Konto: Welche Zahl müsste sich ändern, damit dieser Betrag sinkt? Die Antwort ist fast nie der Betrag selbst.

Rotes Handrad an einer alten Rohrleitung
Gesteuert wird am Ventil, nicht am Wasserzähler: Der Kostentreiber ist die Stelle, an der sich ein Betrag tatsächlich bewegen lässt.

Im Beispiel zeigt die SuSa: Die Gehälter der Verwaltung sind fast konstant, das Konto für Löhne ist um 150 T€ gewachsen, die gesetzlichen sozialen Aufwendungen entsprechend. Seit dem Frühjahr arbeiten zwei Monteure mehr.

Die Zahl der verrechneten Stunden ist im selben Zeitraum kaum gestiegen. Der Kostentreiber ist also nicht der Lohn je Stunde, sondern der Anteil bezahlter Stunden, die keine Rechnung erreichen: Fahrzeit, Nacharbeit, Wartezeit auf Material.

  • Personal: bezahlte Stunden gegen verrechnete Stunden
  • Material: Auftragsmix und Nachkalkulation je Auftrag
  • Fahrzeuge: Kilometer und Anzahl der Fahrzeuge je Monteur
  • Raum: Quadratmeter je Arbeitsplatz und Leerstand
  • Software und IT: Lizenzen je aktiver Person

Die Maßnahme folgt aus dem Treiber, nicht aus der Quote. Im Beispiel: Die Bauleitung führt ab Januar die Quote verrechneter Stunden je Monteur und setzt ein Ziel, das im Quartalsgespräch geprüft wird.

Eine Maßnahme ist vollständig, wenn sie drei Angaben trägt: eine Zielgröße („Quote verrechneter Stunden um fünf Punkte erhöhen“), einen Namen („Bauleitung“) und einen Termin („Prüfung Ende März“). Fehlt eine davon, wird aus der Kostenanalyse ein Protokoll.

Software: ein Kostenblock, verteilt auf viele Konten

Manche Kostenart steht in keiner BWA-Zeile vollständig. Software ist das deutlichste Beispiel: Sie verteilt sich auf mehrere Konten, die in verschiedenen Zeilen landen.

Abonnements stehen meist auf einem Konto für EDV- oder Softwarekosten, manchmal in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Wartungs- und Supportverträge laufen über Wartung oder Instandhaltung.

Berechnet ein Dienstleister Lizenzen weiter, stecken sie in den Fremdleistungen. Geleaste Geräte mit Software liegen bei Miete und Leasing. Gekaufte und aktivierte Software erscheint gar nicht als Ausgabe, sondern über die Nutzungsdauer verteilt als Abschreibung nach § 7 EStG.

Zusammengezogen wird der Block in der SuSa. Suchen Sie die Konten nach Bezeichnung, öffnen Sie die Buchungen und übernehmen Sie nur die Softwareanteile — gekaufte Lizenzen mit dem Abschreibungsanteil, nicht mit dem Kaufbetrag. Sonst erzeugt jede Anschaffung einen Ausreißer.

Abos, die über private Karten laufen und als Auslagen erstattet werden, zeigt die SuSa nur als Sammelbuchung. Für sie lohnt ein Blick in zwölf Monate Kontoauszug.

Dieselbe Abgrenzung im nächsten Jahr ist wichtiger als die perfekte im ersten. Wer jedes Jahr anders zusammenzieht, misst seine eigene Methode statt der Kosten.

Woran die Kostenanalyse an den Daten scheitert

Die Zahlen der Kanzlei sind richtig gebucht. Für eine Zeitreihe haben sie trotzdem vier Eigenheiten, die eine Quote verfälschen können.

Fehlende Abgrenzung. Nach § 252 HGB sind Aufwendungen dem Geschäftsjahr zuzurechnen, in dem sie wirtschaftlich anfallen. In der unterjährigen BWA wird das oft erst zum Jahresabschluss nachgeholt. Monatswerte bilden dann den Zahlungszeitpunkt ab, nicht den Aufwand.

Jahresbuchungen. Versicherungen, Wartungsverträge und Beiträge werden häufig einmal im Jahr gebucht. Ein Monat mit dieser Buchung sieht teuer aus, die übrigen elf zu günstig. Die rollierende Zwölfmonatssumme glättet das.

Sammelkonten. Ein Konto „sonstige betriebliche Aufwendungen“, auf dem ein Fünftel der Kosten liegt, hat keine Struktur mehr. Hier hilft nur der Blick in die Buchungstexte oder eine feinere Kontierung ab dem nächsten Monat.

Bestandsveränderung. Nach § 275 HGB gehört die Bestandsveränderung an fertigen und unfertigen Leistungen in die Gesamtleistung. Wird sie unterjährig nicht gebucht, schwankt die Bezugsgröße — und mit ihr jede Quote, obwohl sich an den Kosten nichts geändert hat.

Bei Betrieben mit langen Baustellen ist die Bestandsveränderung die häufigste Ursache für falsche Personal- und Materialquoten. Fragen Sie die Kanzlei, ob unfertige Leistungen monatlich oder nur zum Jahresende gebucht werden.

Der Branchenvergleich ordnet die eigene Kostenstruktur ein

Die eigene Zeitreihe zeigt die Richtung, der Branchenwert die Lage. Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht dafür Mediane und Quartile aus Jahresabschlüssen, getrennt nach Wirtschaftszweig und Umsatzgrößenklasse.

Für das Ausbaugewerbe mit zwei bis zehn Millionen Euro Umsatz nennt die Bundesbank-Statistik für das Berichtsjahr 2024 diese Werte, jeweils in Prozent der Gesamtleistung:

Kennzahl (Quelle: Bundesbank)Unteres QuartilMedianOberes QuartilBeispielbetrieb
Materialaufwandsquote36,2 %45,8 %56,6 %43,0 %
Personalaufwandsquote23,3 %32,5 %40,4 %37,0 %
Abschreibungsquote1,0 %1,7 %2,7 %1,8 %

Der Beispielbetrieb liegt beim Material unter dem Median und beim Personal deutlich darüber, noch innerhalb der mittleren Hälfte. Das bestätigt die Zeitreihe: Der Personalblock verdient die Aufmerksamkeit.

Zwei Einschränkungen gehören dazu: Die Bundesbank-Werte beruhen überwiegend auf Kapitalgesellschaften, und der Median ist eine Mitte, kein Ziel.

Wie man die Werte liest, ohne in die üblichen Fallen zu tappen, steht unter Branchenkennzahlen richtig lesen.

„Wir kennen unsere Kosten doch“

Die Beträge kennt jeder Geschäftsführer. Die Quoten über 24 Monate kennen die wenigsten — und dort steht, was sich verschiebt. Eine Personalquote, die jedes Jahr um einen Punkt steigt, fällt in keinem einzelnen Monat auf und kostet nach drei Jahren bei vier Millionen Leistung 120 T€ im Jahr. Das ergibt die Rechnung aus drei Punkten mal Gesamtleistung.

Der zweite Einwand lautet, die Analyse sei Aufgabe der Kanzlei. Die Kanzlei liefert die Zahlen vollständig und richtig. Welcher Kostentreiber dahintersteht, weiß, wer die Baustellen, die Fahrzeuge und die Stundenzettel kennt.

So läuft die Analyse mit den Dateien der Kanzlei

Die Grundlage sind BWA und Summen- und Saldenliste, als PDF, CSV oder Excel, im besten Fall als Jahresdatei mit allen Monaten.

Was die SuSa enthält und wie Sie sie exportieren, beschreibt der Glossareintrag.

In Yupana Controlling laden Sie diese Dateien hoch. Die BWA-Ansicht zeigt jede Position mit ihrem Anteil an der Gesamtleistung und den Top-5-Kostenblöcken des Monats; jede Zeile klappt bis zu den Sachkonten auf.

Die Jahresübersicht legt eine Zeile über alle Monate nebeneinander — das ist Schritt drei der Analyse. Wie die Ansicht aufgebaut ist, erklärt der Docs-Eintrag zur BWA-Übersicht.

Die Kennzahlen rechnen Personal- und Materialquote fortlaufend und zeigen den Branchenwert auf derselben Skala.

Wer die Quoten nicht monatlich selbst prüfen will, lässt sich Ausreißer über ein Frühwarnsystem melden.

Was die Auswertung insgesamt zeigt, steht auf den Seiten zur BWA-Auswertung und zu BWA verstehen.

Von der Analyse zur Kostensenkung: Maßnahmen priorisieren

Eine Kostenstrukturanalyse endet mit einer kurzen Liste: drei Kostentreiber, je eine Maßnahme, je eine verantwortliche Person und ein Termin. Priorisiert wird nach Hebel, nicht nach Betrag.

Den größten Hebel haben meist die variablen Kosten mit hohem Anteil, also Material und Fremdleistungen.

Hier wirken Einkaufskonditionen, Verschnitt, Nacharbeit und die Frage, welcher Lieferant welche Leistung liefert.

Ein Prozentpunkt Materialaufwandsquote ist bei einem Betrieb mit hohem Materialanteil mehr wert als die Kündigung eines kleinen Vertrags.

Fixkosten brauchen einen längeren Atem. Miete, Leasing und Stellen lassen sich selten im nächsten Monat senken, wohl aber bei der nächsten Entscheidung: der Vertragsverlängerung, der Nachbesetzung, der Investition.

Deshalb gehört zu jedem großen Fixkostenblock der Termin, an dem er sich das nächste Mal bewegen lässt.

Kostenreduktion ist dabei nur eine von zwei Richtungen.

Ebenso oft zeigt die Analyse, dass eine Kostenart zu Recht wächst — etwa Personal, weil mehr Aufträge da sind — und die Antwort im Preis liegt, nicht in der Einsparung.

Diese Unterscheidung trifft die Wirtschaftlichkeit des Betriebs stärker als jede einzelne Kürzung.

Was eine Kostenstrukturanalyse leistet — und wo ihre Grenze liegt

Sie zeigt Verschiebungen, keine Urteile. Eine steigende Quote kann eine bewusste Investition sein, etwa zwei Monteure für einen Großauftrag im nächsten Jahr. Die Analyse liefert die Frage, die Antwort kommt aus dem Betrieb.

Sie zeigt Kostenarten, keine Geschäftsfelder. Welcher Bereich verdient, beantwortet die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung.

Sie blickt zurück. Ob eine Maßnahme greift, zeigt erst der Soll-Ist-Vergleich der Folgemonate; das Ziel dafür gehört in die Budgetplanung.

Sie ist so gut wie die Buchung. Fehlende Abgrenzung und Sammelkonten verzerren jede Quote. Wer die BWA-Zeilen selbst sicher lesen will, beginnt mit BWA lesen und verstehen.

Wir sagen lieber, was ein Verfahren nicht kann. Wer das verschweigt, wird beim Rest auch nicht geglaubt.
Jens Hagel, Mitgründer der frag.hugo Informationssicherheit GmbH

Eine Kostenstruktur analysiert man nicht über Beträge, sondern über Quoten in der Zeitreihe. Die BWA zeigt, welcher Block schneller wächst als das Geschäft, die Summen- und Saldenliste zeigt das Konto, und der Kostentreiber dahinter zeigt, was sich ändern muss.

Laden Sie Ihre letzte BWA hoch und sehen Sie in Sekunden, wie sich Ihre Kosten verteilen — direkt im Browser, die Datei bleibt bei Ihnen.

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Häufige Fragen

Was versteht man unter der Kostenstruktur eines Unternehmens?
Die Kostenstruktur beschreibt, wie sich die Gesamtkosten auf einzelne Teile verteilen. Gabler definiert sie als Verhältnis von Teilen einer Kostensumme untereinander, bezogen vor allem auf Kostenarten wie Material, Personal und Anlagen und auf die Abhängigkeit von der Leistung, also den Anteil fixer und variabler Kosten. Praktisch drückt man jede Kostenart als Quote aus, entweder an der Gesamtleistung oder an den Gesamtkosten. Erst die Quote macht Betriebe unterschiedlicher Größe und Jahre mit unterschiedlichem Umsatz vergleichbar.
Wie analysiert man die Kostenstruktur?
In sechs Schritten. Zuerst fassen Sie die Kosten aus der BWA zu wenigen Blöcken zusammen, etwa Material, Personal, Raum, Fahrzeuge, Abschreibungen und Sonstiges. Dann rechnen Sie jeden Block als Quote der Gesamtleistung. Drittens legen Sie die Quoten über zwölf bis vierundzwanzig Monate nebeneinander. Viertens öffnen Sie bei der auffälligsten Quote die Summen- und Saldenliste und suchen die Konten, die sich bewegt haben. Fünftens benennen Sie den Kostentreiber dahinter, sechstens eine Maßnahme mit Zahl, Namen und Termin.
Was sind Kostentreiber?
Kostentreiber sind die Einflussgrößen, die bestimmen, wie hoch eine Kostenart ausfällt. Der Begriff stammt aus der Prozesskostenrechnung, englisch cost driver. Für die Personalkosten eines Handwerksbetriebs ist der Treiber etwa die Zahl der bezahlten Stunden im Verhältnis zu den verrechneten, für die Fahrzeugkosten die gefahrenen Kilometer, für den Materialeinsatz der Auftragsmix. Ein Kostentreiber ist keine Kostenart, sondern eine Menge oder ein Verhältnis, das sich messen und steuern lässt. Erst wer ihn kennt, kann eine Kostenquote gezielt verändern.
Was ist der Unterschied zwischen fixen, variablen und sprungfixen Kosten?
Variable Kosten wachsen mit der Leistung, etwa Material je Auftrag. Fixe Kosten bleiben in einem Zeitraum unabhängig von der Leistung gleich, etwa Miete oder Gehälter in der Verwaltung. Sprungfixe Kosten sind über eine Spanne konstant und steigen dann in einer Stufe, etwa wenn ab einer bestimmten Auftragsmenge ein weiteres Fahrzeug oder eine weitere Stelle nötig wird. Für die Kostenanalyse ist die dritte Gruppe die wichtigste, weil jeder Sprung die Kostenstruktur für Jahre verschiebt.
Woher bekomme ich die Daten für eine Kostenanalyse?
Aus zwei Auswertungen, die die Kanzlei ohnehin erstellt: der betriebswirtschaftlichen Auswertung und der Summen- und Saldenliste. Die BWA liefert die Kostenblöcke mit ihrem Anteil an der Gesamtleistung, die Summen- und Saldenliste zeigt jedes einzelne Sachkonto mit Monats- und Jahreswert. Für die Zeitreihe brauchen Sie die Auswertungen von zwölf bis vierundzwanzig Monaten, idealerweise als Jahresdatei. Die meisten Kanzleien stellen beides ohne Aufpreis als PDF oder CSV bereit.
Welche Kostenquote ist normal?
Das hängt stark von Branche und Größe ab. Ein Maßstab ist die Jahresabschlussstatistik der Deutschen Bundesbank: Im Ausbaugewerbe mit zwei bis zehn Millionen Euro Umsatz liegt die Personalaufwandsquote dort im Median bei 32,5 Prozent der Gesamtleistung, die mittlere Hälfte der Betriebe zwischen 23,3 und 40,4 Prozent (Berichtsjahr 2024). Ein Wert außerhalb dieser Spanne ist kein Fehler, sondern ein Anlass nachzusehen. Entscheidend ist die eigene Zeitreihe; der Branchenwert ordnet sie nur ein.
Wie oft sollte man die Kostenstruktur analysieren?
Die Quoten gehören in jede monatliche BWA-Besprechung, die vollständige Analyse mit Drilldown in die Konten einmal im Quartal und vor jeder größeren Entscheidung, etwa einer Einstellung, einem Fahrzeugkauf oder einer Preisrunde. Wichtig ist der rollierende Blick über zwölf Monate: Ein einzelner Monat schwankt durch Saison, Jahresbuchungen und Abgrenzungen so stark, dass er für sich allein kaum etwas über die Struktur aussagt.

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