Commitly-Alternative: Cashflow sehen ist nicht Cashflow steuern
Commitly zeigt den Cashflow zuverlässig. Wer eine Alternative sucht, hat meist ein anderes Problem — und die Preise der Portale stimmen nicht mehr.
Inhalt in Kürze
- Commitly verbindet Banken, ERP und Buchhaltung zu einer Cashflow-Sicht mit rollierendem Forecast und Szenarien.
- Der Anbieter nennt bei monatlicher Zahlung 55 €, 105 € und 195 €; mehrere Vergleichsportale führen noch 55 €, 85 € und 145 € (Stand: 30. August 2026).
- Der Preis hängt an Nutzern, Bankkonten und Gesellschaften — nicht am Funktionsumfang allein.
- Nur einer von drei Suchgründen rechtfertigt eine andere Werkzeugklasse: wenn nicht die Vorschau fehlt, sondern der Überblick über die laufenden Kosten.
- Eine Prognose ist nur so viel wert wie ihr Abstand zur trivialen Fortschreibung des Vormonats.
Was Commitly leistet — Konten, Forecast, offene Posten
Commitly verbindet Bankkonten, ERP-Systeme und die Buchhaltung zu einer gemeinsamen Cashflow-Sicht. Salden werden zusammengeführt, Zahlungen kategorisiert, daraus entsteht ein rollierender Forecast.
Die Transaktionen laufen dabei automatisch über Schnittstellen ein: Bankkonto, Buchhaltung, ERP. Das Dashboard zeigt den Saldo praktisch in Echtzeit, statt ihn aus drei Onlinebanking-Zugängen zusammenzusuchen.
Dazu kommen Szenarien und ein Modul für offene Posten. Ab der mittleren Stufe gibt es Plan-Ist-Abweichungen, Rollen und Rechte sowie erweiterte Schnittstellen; die Konsolidierung mehrerer Gesellschaften beginnt eine Stufe darüber (Anbieterangabe, Stand: 30. August 2026).
Das ist ein sauber zugeschnittenes Planungswerkzeug. Wer wechseln will, sollte deshalb zuerst prüfen, ob die Planung überhaupt das Problem ist — in den meisten Fällen ist sie es nicht.
Die Werkzeugklassen und ihre Grenzen stehen im Liquiditätsplanungs-Software-Vergleich.
Was Commitly heute kostet — und warum die Portale danebenliegen
Auf der eigenen Preisseite nennt Commitly bei monatlicher Zahlung 55 € für Basis, 105 € für Business und 195 € für Professional, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer. Enterprise gibt es auf Anfrage (Anbieterangabe, Stand: 30. August 2026).
Bei zwölf Monaten Laufzeit gelten sechs Monate lang 33 €, 63 € und 117 € (Anbieterangabe, Stand: 30. August 2026).
Bei 24 Monaten sind es zwölf Monate lang 27,50 €, 52,50 € und 97,50 €. Danach greift in beiden Fällen wieder der reguläre Preis (Anbieterangabe, Stand: 30. August 2026).
Das ist ein Einführungsrabatt, kein Laufzeitrabatt. Wer die Jahreskosten überschlägt, rechnet deshalb mit dem regulären Preis und zieht die Rabattmonate einmalig ab — nicht umgekehrt.
Jetzt der Punkt, an dem die meisten Vergleiche kippen: Mehrere Portale führen weiterhin die Staffel 55 €, 85 € und 145 € (Stand: 30. August 2026). Das ist der Stand einer früheren Preisliste.
Bei Professional sind das 50 € Unterschied im Monat. Über zwölf Monate ergibt das 600 €, also ungefähr den Preis einer ganzen Vertragsperiode auf der Einstiegsstufe.
Ein Wettbewerber wirbt auf seiner eigenen Vergleichsseite mit „ab 45 €“ und vier Paketen — auch das ist eine ältere Fassung. Preisangaben aus dem Umfeld eines Anbieters altern schneller, als sie gepflegt werden.
Wo der Preis wirklich entsteht: Nutzer, Konten, Gesellschaften
Die Paketnamen sagen wenig. Entscheidend sind die Mengengerüste dahinter.
Basis deckt ein Unternehmen, ein Online-Konto und einen Nutzer ab. Business erlaubt fünf Konten und drei Nutzer, Professional drei Unternehmen, zehn Konten und fünf Nutzer (Anbieterangabe, Stand: 30. August 2026).
Die Mengengerüste der Pakete im Überblick:
| Paket | Unternehmen | Bankkonten | Nutzer | Preis/Monat laut Anbieter |
|---|---|---|---|---|
| Basis | 1 | 1 | 1 | 55 € |
| Business | 1 | 5 | 3 | 105 € |
| Professional | 3 | 10 | 5 | 195 € |
| Enterprise | unbegrenzt | ab 11 | unbegrenzt | auf Anfrage |
Damit ist die Preisfrage keine Funktionsfrage, sondern eine Strukturfrage. Ein Betrieb mit zwei Gesellschaften und vier Konten landet unabhängig vom Funktionsbedarf in der mittleren oder oberen Stufe.
Für viele Mittelständler ist das der eigentliche Kostentreiber. Wer Geschäftsführung, Buchhaltung und Steuerberater gemeinsam auf die Zahlen schauen lassen will, ist mit drei Plätzen schnell am Ende.
Dazu kommen Zusatzmodule: Der MCP-Zugang kostet 15 € im Monat, das Rechnungsmodul in der Grundfassung ebenfalls 15 €, die Genehmigungsrichtlinien 12 € und die Professional-Variante 50 € (Anbieterangabe, Stand: 30. August 2026).
Wer rechnet, addiert diese Posten vor dem Vergleich. Sonst steht am Ende ein Angebot, das mit dem Listenpreis wenig zu tun hat.
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Die drei Gründe, aus denen jemand eine Alternative sucht
Der Preis. Er ist selten das eigentliche Motiv, sondern der Auslöser. Wer wegen des Preises sucht, findet Alternativen im selben Segment und verhandelt am Ende meist neu.
Das ist eine legitime Verhandlungsposition, aber keine strategische Entscheidung. Nach dem Wechsel steht dasselbe Werkzeug in anderer Farbe auf dem Bildschirm.
Die Grenzen des Pakets. Mehr Gesellschaften, mehr Konten, Konsolidierung, EBICS. Wer das braucht, landet bei größeren Treasury-Werkzeugen — mit entsprechendem Preis und Einführungsaufwand. Die Einordnung dazu steht unter Agicap-Alternative und Tidely-Alternative.
Das falsch gestellte Problem. Der häufigste Fall — und der einzige, bei dem ein anderes Planungswerkzeug nicht hilft.
Warum eine bessere Vorschau das häufigste Problem nicht löst
Eine Cashflow-Vorschau beantwortet eine Terminfrage: Reicht das Geld am Fünfzehnten? Sie beantwortet keine Bestandsfrage: Wofür geht es überhaupt weg, und wer hat das entschieden?
Der Unterschied klingt akademisch und ist es nicht. Ein Plan, der beispielhaft jeden Monat 6.200 € „sonstige Abbuchungen“ fortschreibt, ist rechnerisch korrekt und inhaltlich blind.
Genau diese Position ist im Mittelstand die interessanteste. Sie besteht aus vielen kleinen wiederkehrenden Zahlungen, für die sich niemand mehr zuständig fühlt — nachzulesen unter Software-Ausgaben im Mittelstand.
Ein besserer Forecast macht diese Position genauer. Er macht sie nicht kleiner.
Woran man eine ehrliche Prognose erkennt
Jeder Anbieter zeigt eine Kurve. Die nützliche Frage lautet: Wie viel besser ist diese Kurve als die triviale Fortschreibung des Vormonats?
Das ist ein harter Maßstab, weil die triviale Variante überraschend gut ist. Wer sie nicht schlägt, hat ein hübsches Diagramm gebaut und sonst nichts.
Nach unserer eigenen Messung im Pilotbetrieb liegt der Fehler unserer Vorhersage bei 29.925 € gegen 32.152 € der trivialen Fortschreibung. Das sind rund sieben Prozent Vorsprung (Stand: 29. August 2026).
Diese Zahl ist unbequem und steht genau deshalb hier. Eine Prognose ohne Vergleichsmaßstab ist eine Behauptung, keine Messung — und in einem Finanzwerkzeug ist das ein Unterschied, der Geld kostet.
Wie man den Cashflow selbst nachrechnet, steht unter Cashflow berechnen und im Glossareintrag Cashflow.
Wo Yupana ansetzt — und wo nicht
Yupana ist eine Software für den Mittelstand, die Kontobewegungen, Verträge, Software-Lizenzen und die BWA in einer Ansicht zusammenführt.
Die Liquiditätssicht ist Teil davon: Kontobewegungen kommen über CAMT.053 herein, daraus entstehen zwölf Monate Verlauf, eine Vorschau mit Kontokorrentlinie und ein Fristenstrahl über das kommende Quartal. Die Seite dazu ist Liquidität.
Der Unterschied liegt daneben: In derselben Ansicht stehen die Verträge mit Laufzeit und Frist, die Software-Lizenzen und die BWA. Der Plan erklärt damit nicht nur, wann Geld fehlt, sondern wofür es weggeht.
Was Yupana ausdrücklich nicht tut: kein Zahlungsverkehr, keine Firmenkarten, keine Buchhaltung, keine Konsolidierung über Konzernstrukturen. Wer mehrere Gesellschaften zusammenrechnen muss, ist mit einem Treasury-Werkzeug besser bedient.
Die Preise liegen bei 99 € und 199 € im Monat bei jährlicher Zahlung — je Unternehmen, nicht je Kopf, und ohne Zuschlag für weitere Bankkonten.
Der Einwand: „Wir planen doch schon“
Eine Planung altert an zwei Stellen. Erstens an den Annahmen — Zahlungseingänge kommen später als geplant, weil der Kunde entscheidet, wann er zahlt.
Zweitens an der Pflege. Ein Plan mit vierzig Zeilen wird zweimal aktualisiert und dann nicht mehr. Wie ein tragfähiger Plan aussieht, steht in der Anleitung zur Liquiditätsplanung und in der Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Die brauchbare Gegenprobe ist einfach: Nimm den Plan von vor sechs Wochen und lege ihn neben den Kontoauszug. Was dabei auffällt, ist meistens keine Rechenschwäche, sondern eine systematische Richtung.
Fast alle planen Zahlungseingänge zu früh und Ausgaben zu spät. Wer diese Verschiebung einmal misst, kann sie einrechnen — und hat damit mehr gewonnen als mit jeder zusätzlichen Planzeile.
Der rechtliche Hintergrund ist übrigens strenger, als viele annehmen: § 1 StaRUG verpflichtet die Geschäftsleitung, Entwicklungen zu überwachen, die den Fortbestand gefährden können. Ohne Vorschau ist diese Pflicht nicht erfüllbar.
Vier Fragen vor dem Wechsel
- Was fehlt wirklich? Eine genauere Vorschau oder der Überblick über die laufenden Kosten. Nur die zweite Antwort rechtfertigt eine andere Werkzeugklasse.
- Wie viele Konten, Nutzer und Gesellschaften? Diese drei Zahlen bestimmen bei den meisten Anbietern den Preis stärker als der Funktionsumfang.
- Kommt die Historie mit? Ein Werkzeug, das bei null beginnt, erkennt wiederkehrende Zahlungen erst nach Monaten. Zwölf Monate Kontoauszug im CAMT-Format lösen das an einem Nachmittag.
- Wann läuft der aktuelle Vertrag aus? Ein Wechsel kurz nach dem Kündigungsfenster kostet eine zusätzliche Periode — die Fristenrechnung steht unter Kündigungsfristen verwalten.
Eine Commitly-Alternative zu suchen lohnt sich, wenn die Paketgrenzen nicht mehr passen oder eine Konsolidierung fehlt. Es lohnt sich nicht, wenn die Vorschau stimmt und trotzdem niemand sagen kann, wofür monatlich vierstellig abgebucht wird — dafür ist ein Planungswerkzeug nicht gebaut.
Wie die offenen Posten in die Planung kommen, steht unter OPOS-Liste verstehen; die Excel-Variante und ihre Grenzen unter Liquiditätsplan in Excel.
Lade deine letzte BWA hoch und sieh in Sekunden, was drinsteht — ohne Konto, die Datei verlässt den Browser nicht.
BWA analysieren- § 1 StaRUG — Krisenfrüherkennung und Krisenmanagement
- § 17 InsO — Zahlungsunfähigkeit
- § 18 InsO — drohende Zahlungsunfähigkeit
- § 15a InsO — Antragspflicht und Fristen
- § 286 BGB — Verzug und Zahlungsfristen
Preisangaben stammen von der Anbieterseite und aus öffentlich zugänglichen Vergleichsportalen, geprüft am 30. August 2026; sie gehen zwischen den Quellen auseinander. Maßgeblich ist das individuelle Angebot. Wettbewerber werden bewusst nicht verlinkt.
Häufige Fragen
- Was kann Commitly gut?
- Commitly verbindet Bankkonten, ERP-Systeme und Buchhaltung zu einer Cashflow-Sicht: Salden zusammenführen, wiederkehrende Zahlungen kategorisieren, einen rollierenden Forecast rechnen und Szenarien durchspielen. Dazu kommt ein Modul für offene Posten und, ab der mittleren Stufe, Plan-Ist-Abweichungen sowie Rollen und Rechte. Für Betriebe, deren Frage tatsächlich lautet, ob das Geld zu jedem Termin reicht, ist das ein passender Zuschnitt.
- Was kostet Commitly?
- Auf der eigenen Preisseite nennt Commitly bei monatlicher Zahlung 55 € für Basis, 105 € für Business und 195 € für Professional, jeweils zzgl. Umsatzsteuer; Enterprise gibt es auf Anfrage. Bei zwölf Monaten Laufzeit gelten sechs Monate lang 33 €, 63 € und 117 €, bei 24 Monaten zwölf Monate lang 27,50 €, 52,50 € und 97,50 €. Danach greift wieder der reguläre Preis. Stand: 30. August 2026.
- Stimmen die Commitly-Preise auf Vergleichsportalen?
- Zum Prüfzeitpunkt nicht mehr. Mehrere Portale führen weiterhin die Staffel 55 €, 85 € und 145 €, während der Anbieter selbst 55 €, 105 € und 195 € nennt. Bei Professional sind das 50 € Unterschied im Monat, also 600 € im Jahr. Wer mit Portalzahlen kalkuliert, rechnet den Vergleich falsch. Maßgeblich ist die Anbieterseite zum Zeitpunkt des Angebots. Stand: 30. August 2026.
- Warum suchen Unternehmen eine Commitly-Alternative?
- Aus drei Gründen, die sich klar trennen lassen. Erstens die Paketgrenzen: Basis erlaubt ein Bankkonto und einen Nutzer, Business fünf Konten und drei Nutzer. Zweitens fehlende Funktionen wie Konsolidierung über mehrere Gesellschaften oder eine EBICS-Anbindung, die erst höhere Stufen mitbringen. Und drittens, am häufigsten: Das eigentliche Problem war nie die Vorschau, sondern der fehlende Überblick über die laufenden Kosten.
- Was ist der Unterschied zwischen Cashflow-Planung und Ausgabenkontrolle?
- Die Cashflow-Planung schaut nach vorn und beantwortet, ob das Geld zu jedem Termin reicht. Die Ausgabenkontrolle schaut auf den Bestand und beantwortet, wofür regelmäßig Geld abfließt, seit wann und mit welcher Kündigungsfrist. Beide arbeiten mit denselben Kontodaten, ziehen daraus aber verschiedene Schlüsse. Ein Betrieb, der seine laufenden Verträge nicht kennt, löst das nicht mit einer genaueren Prognose.
- Wie genau ist eine automatische Cashflow-Prognose?
- Deutlich weniger genau, als Anbieterseiten vermuten lassen. Der ehrliche Maßstab ist nicht die absolute Trefferquote, sondern der Vergleich mit der trivialen Fortschreibung des Vormonats. In unserem eigenen Pilotbetrieb lag der Fehler unserer Vorhersage bei 29.925 € gegen 32.152 € — rund sieben Prozent besser als die triviale Variante. Wer solche Zahlen nicht nennt, hat sie meist nicht gemessen.
- Kostet ein Wechsel des Planungswerkzeugs die Historie?
- Das ist die entscheidende Frage vor jedem Wechsel. Manche Werkzeuge starten die Auswertung bei null und bauen die Historie erst im Betrieb auf, andere lesen zurückliegende Kontoauszüge im CAMT-Format ein. Der Unterschied entscheidet, ob wiederkehrende Zahlungen sofort erkannt werden oder erst nach mehreren Monaten. Vor dem Wechsel gehört diese Frage in die Anbieterauswahl, nicht in die Einführungsphase.
- Wann sollte man bei Commitly bleiben?
- Wenn die Planung tatsächlich genutzt wird, die Bankanbindung mit den eigenen Instituten funktioniert und die Paketgrenzen zur Teamgröße passen. Ein Wechsel kostet Einrichtung, Datenübernahme und Gewöhnung. Er lohnt sich nur, wenn das neue Werkzeug eine Frage beantwortet, die das alte gar nicht stellt — nicht, weil einzelne Bedienschritte lästig sind.

