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Bilanz, Kapitalfluss & Kennzahlen

Wie Yupana aus der Summen- und Saldenliste eine unterjährige Bilanz nach § 266 HGB, eine Kapitalflussrechnung nach DRS 21 und fünfzehn Kennzahlen rechnet.

Was die Abschluss-Sicht ist

Drei Ansichten aus einer Quelle: der Summen- und Saldenliste, die eure Kanzlei ohnehin monatlich erstellt. Aus ihr rechnet Yupana

  • die Bilanz in der Gliederung des § 266 HGB,
  • die Kapitalflussrechnung nach der indirekten Methode (angelehnt an DRS 21),
  • fünfzehn Kennzahlen mit Formel, Quelle und Zielkorridor.

Gerechnet wird deterministisch. An keiner Stelle dieser drei Ansichten arbeitet ein Sprachmodell mit.

Was „unterjährig” heißt — und was daraus folgt

Eine Bilanz zum Jahresabschluss enthält Buchungen, die es unterjährig nicht gibt: die Bewertung des Vorratsvermögens, gebildete Rückstellungen zum Stichtag, latente Steuern, Abgrenzungen. Diese Ansicht zeigt, was gebucht ist — nicht, was der Abschluss noch hinzufügen wird.

Sie ersetzt deshalb keinen Jahresabschluss. Sie überbrückt die elf Monate dazwischen, in denen es sonst gar keine Bilanz gibt.

Die Summenprobe

Unter jeder Bilanz steht die Probe: Summe Aktiva gegen Summe Passiva, auf den Cent. Sie ist kein Zierstück, sondern die Antwort auf die einzige Frage, die vor jeder Auswertung steht — trägt die Grundlage?

Geht sie nicht auf, sagt die Seite das, nennt die Differenz und zeigt die drei größten Konten, die keiner Position zugeordnet werden konnten. Im Pilotbetrieb gehen 28 von 42 Perioden auf den Cent auf; bei den übrigen fehlen im Export Konten oder ihr Saldo war nicht lesbar.

Eine Bilanz, die immer aufgeht, weil die Differenz irgendwo hineingerechnet wurde, ist wertlos. Die Probe darf scheitern — sonst prüft sie nichts.

Drei Modellentscheidungen, die die Bilanz tragen

1. Personenkonten sind der Drilldown, nicht ein zweiter Betrag

Eine Saldenliste führt das Sammelkonto „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen” und die einzelnen Kundenkonten. Beide zu addieren zählt jede Forderung doppelt — bei der Pilot-Firma wären das 44 Prozent zu viel Bilanzsumme.

Yupana klappt die Personenkonten unter dem Sammelkonto auf und addiert sie nicht. Unter der Tabelle steht als Fußnote, wie hoch beide Summen sind, damit der Unterschied nachprüfbar bleibt.

2. Vortragskonten stehen auf der Passivseite

Der Eröffnungsbestand liegt in vielen Exporten auf eigenen Konten (im SKR-04 die Nummern 9000 bis 9009), die keiner HGB-Position entsprechen. Sie wegzulassen ginge nicht: Ohne sie ginge die Bilanz nicht auf.

Sie stehen deshalb sichtbar im Eigenkapital, gekennzeichnet als das, was sie sind — ein Eröffnungsbestand, keine eigene HGB-Position.

3. Fehlende Salden werden nachgerechnet, nicht geschätzt

PDF-Exporte verlieren die Saldospalte regelmäßig; bei der Pilot-Firma in der Dezember-Liste 2025 bei 92 von 467 Konten. Eröffnungsbestand plus kumuliert Soll minus kumuliert Haben ist keine Schätzung, sondern die Definition des Saldos.

Jeder so ermittelte Wert trägt in der Ansicht die Kennzeichnung „gerechnet”.

Die Kapitalflussrechnung

Zweiundzwanzig Zeilen, gerechnet aus zwei Bilanzstichtagen — also aus derselben Quelle wie die Bilanz. Getrennt nach laufender Geschäftstätigkeit, Investition und Finanzierung.

Die Restgröße wird benannt, nicht versteckt. Jede Bilanzposition ist genau einer Zeile zugeordnet; was übrig bleibt, sind ausschließlich Konten, die in keine Position des Kontenrahmens passen. Im Pilotbetrieb steht sie in 26 von 26 rechenbaren Perioden auf null. Ist sie größer als zehn Prozent der Finanzmittelveränderung, erscheint ein Warnkasten mit den drei größten dieser Konten.

Vorzeichen: Ein Minus heißt immer „Geld weg”, auch wenn die Bilanzposition wächst. Wachsende Forderungen sind Geld, das beim Kunden liegt — sie erscheinen deshalb negativ.

Ohne Vorperiode wird nicht gerechnet. Dann steht dort, dass der Vormonat fehlt, statt einer Zahl, die niemand halten kann.

Kennzahlen

Fünfzehn Kennzahlen haben eine eigene Detailseite: sieben aus der Gewinn- und Verlustrechnung, fünf aus der Bilanz, dazu drei zusammengesetzte.

Jede Seite zeigt

  • den Wert mit seinem Zielkorridor,
  • die Formel als echten Bruch, dazu ausgeschrieben für Vorlesegeräte,
  • den Verlauf über zwölf Monate,
  • die verwandten Kennzahlen,
  • und die Quellenzeile: aus welchem Import die Zahlen stammen.

Woher der Zielkorridor kommt

In dieser Rangfolge:

  1. Euer eigener Korridor, falls gesetzt. Ein selbst gesetztes Ziel schlägt jeden Median.
  2. Der Branchenwert — aber nur, wenn die Abgrenzung übereinstimmt. Die Bundesbank misst die Personalaufwandsquote an der Gesamtleistung, viele Beratungsunterlagen am Rohertrag; zwischen beiden liegen bei einem Betrieb mit hohem Materialanteil über dreißig Punkte.
  3. Eine anerkannte Finanzierungsregel, etwa die goldene Finanzierungsregel für die Anlagendeckung. Sie trägt ihre Begründung im Popover.

Gibt es nichts davon, erscheint kein Korridor und keine Skala. Dann steht dort der Wert und der Satz, dass ein Maßstab fehlt. Eine erfundene Achse von null bis hundert sähe aus wie ein Maßstab und wäre keiner.

Die Jahresdatei

Eine SuSa-Jahresdatei enthält je Konto den Eröffnungswert und zwölf Monatsverkehrszahlen. Ein Upload deckt damit zwölf Monate ab — statt zwölf einzelner Dateien. Drei Jahre Historie sind drei Uploads.

Grenzen

  • Kein Jahresabschluss, keine Abschlussbuchungen (siehe oben).
  • Keine Steuerberatung. Wo eine Frage dorthin gehört, sagt Yupana das.
  • Nur so gut wie der Export. Fehlen Konten, sagt die Summenprobe es — sichtbar, nicht im Kleingedruckten.

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Zuletzt geändert: 29. August 2026

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