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Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote setzt das Eigenkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme. Sie zeigt, welcher Anteil des Vermögens dem Unternehmen selbst gehört und nicht seinen Gläubigern.

Formel

Eigenkapitalquote = Eigenkapital ÷ Bilanzsumme

Woraus sie sich zusammensetzt

Das Eigenkapital steht auf der Passivseite der Bilanz ganz oben. Es besteht aus dem gezeichneten Kapital, der Kapitalrücklage, den Gewinnrücklagen, dem Gewinn- oder Verlustvortrag und dem laufenden Ergebnis.

Die Bilanzsumme ist die Summe aller Aktiva — und zugleich die Summe aller Passiva. Beide Seiten sind gleich groß, sonst ist die Bilanz nicht aufgegangen.

Beispiel

Angenommen: Eigenkapital 919.057 €, Bilanzsumme 1.580.089 €.

919.057 ÷ 1.580.089 = 58,2 %

Von jedem Euro im Unternehmen sind also rund 58 Cent durch eigenes Kapital gedeckt und 42 Cent durch Schulden.

Die Vergleichswerte, die tatsächlich belegt sind

Die Deutsche Bundesbank weist in ihrer Jahresabschlussstatistik die Eigenmittel in Prozent der Bilanzsumme aus. Über alle Wirtschaftszweige und Rechtsformen lag der Wert 2022 bei 31,1 %.

Nach Umsatzgröße gestaffelt, im selben Jahr und derselben Erhebung:

UmsatzEigenmittel in % der Bilanzsumme
unter 2 Mio. €32,3 %
2 bis unter 10 Mio. €35,5 %
10 bis unter 50 Mio. €37,5 %
50 Mio. € und mehr30,3 %

Bemerkenswert daran ist die Form der Verteilung: Am stärksten kapitalisiert sind nicht die größten Unternehmen, sondern die Gruppe zwischen 10 und 50 Mio. € Umsatz. Die größten Unternehmen liegen mit 30,3 % sogar unter dem Durchschnitt — sie arbeiten stärker mit Fremdkapital, weil sie es günstiger bekommen.

Für einen Betrieb im zweistelligen Millionenbereich ist der Maßstab also nicht der Gesamtdurchschnitt, sondern die eigene Größenklasse.

Wo steht das in deiner BWA?

Gar nicht. Die Eigenkapitalquote braucht die Bilanz, und die BWA ist eine Erfolgsrechnung. Deshalb liefert eine reine BWA-Auswertung diese Kennzahl nicht — man braucht die Summen- und Saldenliste dazu.

Die häufigste Fehldeutung

„Je höher, desto besser.“ Das stimmt nur bis zu einem Punkt. Eine sehr hohe Quote heißt auch, dass Kapital im Unternehmen liegt, das anderswo mehr verdienen könnte, oder dass günstiges Fremdkapital nicht genutzt wird.

Umgekehrt ist eine niedrige Quote kein Urteil, solange die Zahlungsfähigkeit stimmt. Entscheidend ist, ob das Fremdkapital fristgerecht bedient werden kann — das beantwortet die Liquidität, nicht die Quote.

⚠️ Unterjährig sieht die Quote besser aus, als sie ist. In der laufenden Buchführung fehlen typischerweise Abschreibungen und Abgrenzungen; beide mindern das Ergebnis und damit das Eigenkapital. Wer die Quote im Juni rechnet, rechnet mit einem Zwischenstand, nicht mit dem Jahreswert.

Verwandte Begriffe

Die Bezugsgröße erklärt die Bilanzsumme. Die Gegenrechnung dazu ist der Verschuldungsgrad; ob das Anlagevermögen langfristig finanziert ist, sagt der Anlagendeckungsgrad. Warum das Ergebnis unterjährig unvollständig ist, steht unter vorläufiges Ergebnis.

Yupana rechnet die Bilanz nach § 266 HGB unterjährig aus der Summen- und Saldenliste — mit Summenprobe und Verlauf über zwölf Monate.

Bilanz und Kennzahlen

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