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Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote setzt das Eigenkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme. Sie zeigt, welcher Anteil des Vermögens dem Unternehmen selbst gehört und nicht seinen Gläubigern.

Formel

Eigenkapitalquote = Eigenkapital ÷ Bilanzsumme

Eigenkapitalquote berechnen

Eingetragen ist das Rechenbeispiel von unten. Überschreiben Sie es mit Ihren Zahlen — gerechnet wird im Browser.

Passivseite, Block A, in €
Summe der Aktiva, in €

Eigenkapitalquote

58,2 % der Bilanzsumme

Damit liegt der Wert in der mittleren Hälfte aller Branchen. Median 34,2 %, mittlere Hälfte 13,1 – 58,4 %.

Median mittlere Hälfte Ihr Wert

Vergleichswerte: Deutsche Bundesbank, Jahresabschlussstatistik (Verhältniszahlen – vorläufig), Berichtsjahr 2024. Alle Kennzahlen einer Branche stehen unter Branchenkennzahlen.

Yupana rechnet die Eigenkapitalquote jeden Monat aus Ihrer Summen- und Saldenliste — mit Bilanz und Summenprobe.

Woraus sie sich zusammensetzt

Das Eigenkapital steht auf der Passivseite der Bilanz ganz oben. Es besteht aus dem gezeichneten Kapital, der Kapitalrücklage, den Gewinnrücklagen, dem Gewinn- oder Verlustvortrag und dem laufenden Ergebnis.

Die Bilanzsumme ist die Summe aller Aktiva — und zugleich die Summe aller Passiva. Beide Seiten sind gleich groß, sonst ist die Bilanz nicht aufgegangen.

Beispiel

Angenommen: Eigenkapital 919.057 €, Bilanzsumme 1.580.089 €.

919.057 ÷ 1.580.089 = 58,2 %

Von jedem Euro im Unternehmen sind also rund 58 Cent durch eigenes Kapital gedeckt und 42 Cent durch Schulden.

Wo die eigene Quote im Vergleich liegt

Die Deutsche Bundesbank weist in ihrer Jahresabschlussstatistik die Eigenmittel in Prozent der Bilanzsumme aus. Über alle Wirtschaftszweige liegt der Median bei 34,2 %, das untere Quartil bei 13,1 %, das obere bei 58,4 %.

Der Median ist kein Durchschnitt und kein Zielwert: Die Hälfte der erfassten Unternehmen liegt darunter. Wer unter 13,1 % liegt, steht im unteren Viertel — mehr sagt die Zahl für sich genommen nicht.

Zwischen den Branchen ist die Spanne größer als der Abstand zwischen zwei Betrieben derselben Branche:

WirtschaftszweigMedianmittlere Hälfte
Holdings und Unternehmensverwaltung61,1 %31,2 – 87,9 %
Gesundheitswesen48,1 %22,4 – 67,0 %
Großhandel38,5 %18,7 – 61,0 %
Verarbeitendes Gewerbe37,1 %16,5 – 61,5 %
IT-Dienstleister36,7 %11,4 – 60,3 %
Metallverarbeitung35,5 %15,0 – 59,6 %
Maschinenbau33,7 %15,3 – 57,9 %
Einzelhandel30,8 %9,9 – 53,7 %
Ausbaugewerbe und Bauinstallation25,0 %8,9 – 48,3 %
Gastgewerbe23,9 %1,7 – 49,7 %
Hochbau16,8 %5,4 – 34,9 %
Alle Wirtschaftszweige34,2 %13,1 – 58,4 %

Quelle: Deutsche Bundesbank, Statistische Fachreihe „Jahresabschlussstatistik (Verhältniszahlen – vorläufig)“ 2023/2024, Mai 2026, Berichtsjahr 2024. Alle 58 Wirtschaftszweige stehen unter Branchenkennzahlen, die Werte für Systemhäuser und Softwarehäuser unter IT-Dienstleister.

Die zweite Staffelung derselben Erhebung geht nicht nach Branche, sondern nach Umsatzgröße:

32,2 %Median unter 2 Mio. € Umsatz (n = 13.621) — Bundesbank, Berichtsjahr 2024.
33,6 %Median bei 2 bis 10 Mio. € Umsatz (n = 15.575).
36,5 %Median bei 10 bis 50 Mio. € Umsatz (n = 14.635).
33,6 %Median ab 50 Mio. € Umsatz (n = 10.485).

Bemerkenswert ist die Form dieser Verteilung: Am stärksten kapitalisiert ist nicht die größte Gruppe, sondern die zwischen 10 und 50 Mio. € Umsatz. Die größten Unternehmen arbeiten stärker mit Fremdkapital, weil sie es günstiger bekommen.

Der Maßstab für einen einzelnen Betrieb ist deshalb nie der Gesamtwert allein, sondern immer Branche und Größenklasse zusammen.

Wo steht das in Ihrer BWA?

Gar nicht. Die Eigenkapitalquote braucht die Bilanz, und die BWA ist eine Erfolgsrechnung. Deshalb liefert eine reine BWA-Auswertung diese Kennzahl nicht — man braucht die Summen- und Saldenliste dazu.

Die häufigste Fehldeutung

„Je höher, desto besser.“ Das stimmt nur bis zu einem Punkt. Eine sehr hohe Quote heißt auch, dass Kapital im Unternehmen liegt, das anderswo mehr verdienen könnte, oder dass günstiges Fremdkapital nicht genutzt wird.

Umgekehrt ist eine niedrige Quote kein Urteil, solange die Zahlungsfähigkeit stimmt. Entscheidend ist, ob das Fremdkapital fristgerecht bedient werden kann — das beantwortet die Liquidität, nicht die Quote.

⚠️ Unterjährig sieht die Quote besser aus, als sie ist. In der laufenden Buchführung fehlen typischerweise Abschreibungen und Abgrenzungen; beide mindern das Ergebnis und damit das Eigenkapital. Wer die Quote im Juni rechnet, rechnet mit einem Zwischenstand, nicht mit dem Jahreswert.

Verwandte Begriffe

Wo die Quote im Zusammenspiel der übrigen Kennzahlen steht, zeigt die Übersicht der Bilanzkennzahlen. Die Bezugsgröße erklärt die Bilanzsumme. Die Gegenrechnung dazu ist der Verschuldungsgrad; ob das Anlagevermögen langfristig finanziert ist, sagt der Anlagendeckungsgrad. Warum das Ergebnis unterjährig unvollständig ist, steht unter vorläufiges Ergebnis.

Die eigene Quote ohne Konto einordnen geht im Kennzahlen-Check: sechs Zahlen aus Bilanz und BWA eintippen, und die Seite zeigt, wo der Betrieb damit in seiner Branche und Größenklasse steht — ohne Upload und ohne Anmeldung.

Yupana rechnet die Bilanz nach § 266 HGB unterjährig aus der Summen- und Saldenliste — mit Summenprobe und Verlauf über zwölf Monate.

Bilanz und Kennzahlen

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Eigenkapitalquote?
Eigenkapital geteilt durch Bilanzsumme, mal 100. Beispiel: 919.057 € Eigenkapital bei 1.580.089 € Bilanzsumme ergeben eine Eigenkapitalquote von 58,2 %.
Was ist eine gute Eigenkapitalquote?
Über alle Branchen lag der Median 2024 bei 34,2 % der Bilanzsumme, die mittlere Hälfte zwischen 13,1 % und 58,4 % (Deutsche Bundesbank, Jahresabschlussstatistik). Im Hochbau liegt der Median bei 16,8 %, bei Holdings bei 61,1 % — maßgeblich ist der Wert der eigenen Branche und Größenklasse.
Was gehört zum Eigenkapital?
Gezeichnetes Kapital, Kapitalrücklage, Gewinnrücklagen, Gewinn- oder Verlustvortrag und das laufende Ergebnis. Zusammen bilden sie Block A der Passivseite nach § 266 HGB.
Steht die Eigenkapitalquote in der BWA?
Die Eigenkapitalquote braucht die Bilanz, die BWA ist eine Erfolgsrechnung. Eigenkapital und Bilanzsumme kommen aus der Summen- und Saldenliste oder dem Jahresabschluss.
Warum wirkt die Eigenkapitalquote im laufenden Jahr oft zu hoch?
Unterjährig fehlen meist Abschreibungen und Abgrenzungen. Beide mindern das Ergebnis und damit das Eigenkapital — eine Quote im Juni ist ein Zwischenstand, kein Jahreswert.
Ist eine hohe Eigenkapitalquote immer besser?
Bis zu einem Punkt. Sehr viel Eigenkapital kann heißen, dass günstiges Fremdkapital ungenutzt bleibt. Ob die Finanzierung trägt, entscheidet die Liquidität: ob das Fremdkapital fristgerecht bedient werden kann.

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