Bilanzsumme
Die Bilanzsumme ist die Summe aller Vermögenswerte eines Unternehmens und zugleich die Summe aller Mittel, mit denen dieses Vermögen finanziert ist. Aktivseite und Passivseite sind deshalb immer gleich groß.
Formel
Bilanzsumme = Summe der Aktiva = Summe der Passiva
Zwei Seiten, eine Zahl
Die Bilanz beantwortet zwei Fragen gleichzeitig. Die Aktivseite sagt, was das Unternehmen besitzt: Anlagen, Vorräte, Forderungen, Bankguthaben. Die Passivseite sagt, wem es gehört: den Eigentümern oder den Gläubigern.
Beide Seiten beschreiben dasselbe Vermögen aus zwei Blickwinkeln. Deshalb sind sie zwangsläufig gleich groß, und diese Zahl heißt Bilanzsumme.
Geht die Summe nicht auf, ist das kein Ergebnis, sondern ein Fehler in den Daten — meist ein Konto, das beim Export fehlt.
Beispiel
| Aktiva | Betrag |
|---|---|
| Anlagevermögen | 518.349 € |
| Umlaufvermögen | 1.061.740 € |
| Bilanzsumme | 1.580.089 € |
| Passiva | Betrag |
|---|---|
| Eigenkapital | 919.057 € |
| Rückstellungen | 57.567 € |
| Verbindlichkeiten | 603.465 € |
| Bilanzsumme | 1.580.089 € |
Warum die Zahl rechtlich zählt
Die Bilanzsumme ist eines von drei Merkmalen, mit denen das HGB Kapitalgesellschaften in Größenklassen einteilt. Die anderen beiden sind Umsatzerlöse und Arbeitnehmerzahl; maßgeblich ist, welche zwei der drei Merkmale überschritten werden.
| Größenklasse | Bilanzsumme bis | Fundstelle |
|---|---|---|
| Kleinstkapitalgesellschaft | 450.000 € | § 267a Abs. 1 HGB |
| klein | 7.500.000 € | § 267 Abs. 1 HGB |
| mittelgroß | 25.000.000 € | § 267 Abs. 2 HGB |
| groß | darüber | § 267 Abs. 3 HGB |
An dieser Einstufung hängt, wie ausführlich der Jahresabschluss aufgestellt und offengelegt werden muss. Kleine Kapitalgesellschaften dürfen nach § 266 Abs. 1 HGB eine verkürzte Bilanz aufstellen.
Die häufigste Fehldeutung
„Große Bilanzsumme, großes Unternehmen.“ Das stimmt nicht verlässlich. Ein Handelsbetrieb mit hohem Umsatz und kleinem Lager kann eine kleinere Bilanzsumme haben als ein Handwerksbetrieb mit eigener Immobilie und halb so viel Umsatz.
Noch deutlicher wird es bei der Bilanzverlängerung: Nimmt ein Unternehmen einen Kredit über 200.000 € auf und lässt das Geld auf dem Konto liegen, wächst die Bilanzsumme um 200.000 € — auf beiden Seiten. Reicher ist es dadurch nicht geworden.
Umgekehrt senkt die Tilgung desselben Kredits die Bilanzsumme, ohne dass etwas verloren ginge. Die Zahl misst Volumen, nicht Leistung und nicht Wert.
Wo steht das in deiner BWA?
Nicht in der BWA. Die Bilanzsumme entsteht aus der Bilanz, die BWA ist eine Erfolgsrechnung über einen Zeitraum. Wer sie unterjährig braucht, rechnet sie aus der Summen- und Saldenliste.
Verwandte Begriffe
Wie viel davon dem Unternehmen selbst gehört, sagt die Eigenkapitalquote. Woher die Bewegungen zwischen zwei Stichtagen kommen, zeigt die Kapitalflussrechnung.
Yupana rechnet die Bilanz unterjährig aus der Saldenliste und stellt die Summenprobe sichtbar darunter — geht sie nicht auf, steht dort die Differenz statt einer runden Zahl.
Bilanz und KennzahlenZuletzt geprüft:
Verwandte Begriffe
- Eigenkapitalquote Die Eigenkapitalquote setzt das Eigenkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme. Sie zeigt, welcher Anteil des Vermögens dem Unternehmen selbst gehört und nicht seinen Gläubigern.
- Working Capital Das Working Capital ist die Differenz zwischen dem Umlaufvermögen und den kurzfristigen Verbindlichkeiten eines Unternehmens. Es zeigt, welcher Teil des kurzfristig gebundenen Vermögens nicht durch kurzfristige Schulden finanziert ist.
- Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung stellt dar, wie sich der Zahlungsmittelbestand eines Unternehmens in einem Zeitraum verändert hat, aufgeteilt nach operativer Tätigkeit, Investitionen und Finanzierung. Sie beantwortet die Frage, woher das Geld kam und wohin es ging.
