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Umsatzrentabilität

Die Umsatzrentabilität setzt das Ergebnis eines Zeitraums ins Verhältnis zum Umsatz desselben Zeitraums. Sie beantwortet, wie viel Cent von einem Euro Umsatz am Ende als Gewinn übrig bleiben.

Formel

Umsatzrentabilität = Jahresergebnis ÷ Umsatzerlöse

Umsatzrendite ist dasselbe

„Umsatzrentabilität“ und „Umsatzrendite“ bezeichnen dieselbe Kennzahl. Die Deutsche Bundesbank benutzt in ihrer Jahresabschlussstatistik beide Bezeichnungen für denselben Sachverhalt. Ein inhaltlicher Unterschied entsteht erst im Zähler.

Umsatzrentabilität berechnen

Der Nenner ist eindeutig geregelt. Umsatzerlöse stehen nach § 275 Abs. 2 und 3 HGB an erster Stelle der Gewinn- und Verlustrechnung, und § 277 Abs. 1 HGB sagt, was dazugehört: Erlöse nach Abzug von Erlösschmälerungen und Umsatzsteuer.

Der Zähler ist es nicht. Gebräuchlich sind drei Varianten — das Ergebnis vor Steuern, das Ergebnis nach Steuern und ein Betriebsergebnis ohne Zins- und Steuerwirkung. Vergleichbar sind nur gleich gerechnete Werte.

Beispiel

Angenommen: Umsatzerlöse 840.000 €, Jahresergebnis vor Steuern 42.000 €, Steuern vom Einkommen und Ertrag 12.000 €.

  • Vor Steuern: 42.000 ÷ 840.000 = 5,0 %
  • Nach Steuern: 30.000 ÷ 840.000 = 3,6 %

Beide Zahlen sind richtig, und sie liegen fast ein Drittel auseinander. Wer die Kennzahl ohne diesen Zusatz nennt, macht jeden Vergleich mit dem Vorjahr oder dem Wettbewerb wertlos.

Vergleichswerte

Die belastbarste öffentliche Quelle für Deutschland ist die Jahresabschlussstatistik der Deutschen Bundesbank. Sie weist das Jahresergebnis vor Gewinnsteuern in Prozent des Umsatzes aus — also die Umsatzrentabilität vor Steuern.

Alle Rechtsformen, Geschäftsjahr 2022:

WirtschaftszweigUmsatzrentabilität
Alle Wirtschaftszweige3,1 %
Handel3,0 %
Verarbeitendes Gewerbe4,0 %
Baugewerbe6,4 %
Information und Kommunikation8,8 %

Diese Werte sind gewogene Durchschnitte und werden deshalb von großen Unternehmen dominiert. Aussagekräftiger für einen Mittelständler ist die Verteilung derselben Statistik.

Über alle Wirtschaftszweige lag der Median 2022 bei 4,5 %. Ein Viertel der erfassten Unternehmen kam auf höchstens 1,1 %, ein weiteres Viertel auf mehr als 10,6 %.

Wo steht das in deiner BWA?

Beide Größen stehen dort: die Umsatzerlöse oben, das Ergebnis unten. Nur ist das Ergebnis unterjährig ein vorläufiges Ergebnis.

Abgrenzungen, Rückstellungen und oft auch Abschreibungen fehlen darin. Eine aus der Monats-BWA gerechnete Umsatzrentabilität fällt deshalb regelmäßig zu gut aus — als Verlauf über zwölf Monate bleibt sie trotzdem brauchbar.

Die häufigste Fehldeutung

„Wir liegen über dem Durchschnitt, also ist alles in Ordnung.“ Zwei Dinge verschieben diesen Vergleich, und beide stehen in der Quelle selbst.

Erstens die Rechtsform. Die Bundesbank weist ausdrücklich darauf hin, dass die Umsatzrendite vor allem kleiner Nichtkapitalgesellschaften relativ hoch ausfällt, weil der Unternehmerlohn im Jahresergebnis enthalten ist.

Bei einer GmbH steht das Geschäftsführergehalt dagegen im Personalaufwand und drückt die Quote. Wer eine GmbH neben ein Einzelunternehmen legt, vergleicht zwei verschieden gebaute Rechnungen.

Zweitens die Größe. Über alle Wirtschaftszweige hinweg lag die Umsatzrentabilität 2022 bei Unternehmen unter 2 Mio. € Umsatz bei 8,1 %, bei Unternehmen ab 50 Mio. € bei 2,8 % — dieselbe Statistik, dasselbe Jahr.

Einen allgemeingültigen Richtwert für eine „gute“ Umsatzrentabilität gibt es entsprechend nicht. Was zählt, ist die Richtung über mehrere Monate und der Vergleich mit derselben Branche und derselben Größenklasse.

Verwandte Begriffe

Wo die Marge entsteht, zeigen Rohertrag und Deckungsbeitrag; um Abschreibungen und Zinsen bereinigt rechnet das EBITDA. Für die laufende Steuerung: Controlling.

Yupana rechnet die Umsatzrentabilität aus dem Abschluss mit — vor und nach Steuern, mit Verlauf statt Einzelwert.

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