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Kostenstelle: Definition, Arten und Deckungsbeitrag je Geschäftsfeld

Was eine Kostenstelle ist, welche Arten es gibt und wie aus fünf bis acht Stellen ein Deckungsbeitrag je Geschäftsfeld wird — mit Plan und Beispiel.

Jens Hagel13 Min. Lesezeit
Ein leeres Holzraster mit gleich großen Fächern von oben

Inhalt in Kürze

  • Eine Kostenstelle ist der Ort, an dem Kosten entstehen — und eine Person, die dafür geradesteht.
  • Für einen Mittelständler tragen fünf bis acht Stellen; mehr erzeugt Zuordnungsarbeit statt Erkenntnis.
  • Den größten Nutzen bringt die Kostenstelle, wenn sie zum Geschäftsfeld wird: Erlöse, Wareneinsatz und direkte Kosten ergeben einen eigenen Deckungsbeitrag.
  • Gemeinkosten stehen daneben, statt nach einem Schlüssel verteilt zu werden — so bleibt der Vergleich zwischen den Feldern ehrlich.
  • Die Kostenstellenrechnung ist freiwillig, außer bei öffentlichen Aufträgen mit Selbstkostenpreisen.

Was ist eine Kostenstelle?

Eine Kostenstelle ist ein abgegrenzter Bereich im Unternehmen, dem Kosten zugerechnet werden — eine Abteilung, ein Standort, ein Fahrzeug, eine Maschine. Sie beantwortet die Frage, wo Kosten entstehen, und gehört zu einer Person, die für sie verantwortlich ist.

Die Lehrbuchdefinition endet beim ersten Satz. Gabler nennt die Kostenstelle eine spezielle Bezugsgröße der Kostenrechnung, Haufe eine organisatorische Einheit für die Zuordnung von Kosten und Leistungen.

Die praktische Definition hat einen Zusatz: den Namen. Ohne ihn entsteht eine Gliederung, die niemandem gehört. Sie wird gepflegt, solange jemand sie einfordert, und veraltet, sobald das aufhört.

Im Englischen heißt die Kostenstelle Cost Center. Der Begriff wird im Mittelstand oft für dasselbe verwendet, bezeichnet streng genommen aber einen Verantwortungsbereich, der nur an seinen Kosten gemessen wird.

Kostenart, Kostenstelle, Kostenträger: drei Fragen an dieselbe Zahl

Die Kosten- und Leistungsrechnung stellt an jeden Betrag drei Fragen nacheinander. Erst wenn alle drei beantwortet sind, lässt sich ein Auftrag kalkulieren.

RechnungFrageBeispiel
KostenartenrechnungWelche Kosten sind entstanden?Löhne, Material, Miete, Abschreibungen
KostenstellenrechnungWo sind sie entstanden?Werkstatt, Montage, Verwaltung
KostenträgerrechnungWofür sind sie entstanden?Auftrag Nr. 2041, Produkt A

Innerhalb der Kostenarten unterscheidet man Einzelkosten, die sich einem Auftrag direkt zuordnen lassen, etwa Material, und Gemeinkosten, die für mehrere Aufträge zugleich anfallen, etwa Miete. Erst die Gemeinkosten machen die Kostenstelle nötig.

Die Kostenarten liefert die Buchhaltung ohnehin. Sie stehen als Zeilen in der BWA und auf den Sachkonten dahinter.

Die Kostenstelle ist der erste Schritt darüber hinaus. Sie verwandelt eine Zeile „Personalkosten“ in die Aussage, wie viel davon in der Werkstatt und wie viel im Büro anfällt.

Die Kostenträgerrechnung ist der dritte Schritt. Sie lohnt sich dort, wo mehrere Produkte oder Projekte mit unterschiedlichen Margen nebeneinander kalkuliert werden müssen.

Arten von Kostenstellen

Die Kostenrechnung unterscheidet Kostenstellen nach ihrer Rolle im Leistungsprozess. Gabler spricht von Vor- und Endkostenstellen, in der Praxis heißen sie meist Hilfs- und Hauptkostenstellen.

Hauptkostenstellen wirken direkt an der Leistung mit: Fertigung, Montage, Vertrieb. Ihre Kosten gehen am Ende in die Kalkulation ein.

Hilfskostenstellen arbeiten für andere Stellen: Instandhaltung, Fuhrpark, IT. Ihre Kosten werden in einem zweiten Schritt auf die Hauptstellen weiterverteilt.

Nebenkostenstellen erfassen Leistungen außerhalb des Kerngeschäfts, etwa eine vermietete Halle oder eine Kantine.

Daneben gibt es Gliederungen nach anderen Merkmalen: räumlich nach Standorten, funktional nach Aufgaben wie Einkauf, Lager und Vertrieb, organisatorisch nach Abteilungen und Verantwortungsbereichen.

Im Mittelstand genügt fast immer die Unterscheidung in direkt und indirekt. Wer den Fuhrpark als eigene Stelle führt und ihn nicht weiterverteilt, verliert dabei wenig — er sieht die Fahrzeugkosten als Block und kann sie steuern.

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Von der Kostenstelle zum Geschäftsfeld: der Deckungsbeitrag je Bereich

Die meisten Geschäftsführer, die nach Kostenstellen fragen, wollen eigentlich etwas anderes wissen: Welcher Teil des Betriebs verdient Geld, und welcher lebt von den anderen?

Eine reine Kostenstelle beantwortet das nicht. Sie zeigt, was ein Bereich kostet, aber nicht, was er einbringt.

Die Antwort entsteht, wenn man einer Stelle auch die Erlöse zuordnet. Aus der Kostenstelle wird dann ein Geschäftsfeld — Controller sagen Segment oder Profit Center — mit eigenem Deckungsbeitrag.

Die Rechnung läuft in drei Schritten:

  1. Rohertrag Erlöse des Feldes minus Wareneinsatz.
  2. Deckungsbeitrag Rohertrag minus die Kosten, die das Feld allein verursacht — eigene Leute, Fremdleistung, Fahrzeuge.
  3. Ergebnis Summe aller Deckungsbeiträge minus die gemeinsamen Kosten des Unternehmens.

Ein Beispiel: ein Elektrobetrieb mit drei Feldern, angenommene Monatswerte in Tausend Euro.

InstallationServiceHandelSumme
Erlöse2107060340
Wareneinsatz−84−14−45−143
Rohertrag1265615197
Direkte Personalkosten−78−30−6−114
Fahrzeuge, Werkzeug−12−6−1−19
Deckungsbeitrag3620864
DB-Quote17 %29 %13 %19 %
Gemeinkosten (Büro, Miete, GF)−46
Ergebnis18

Die Tabelle erzählt etwas, das die Gesamt-BWA verschweigt. Installation bringt den größten Betrag, Service die beste Quote. Wer Monteure aus dem Service in die Installation verschiebt, gewinnt Umsatz und verliert Marge.

Der Handel trägt mit 8 T€ bei, obwohl sein Rohertrag kaum auffällt. Würde man ihn schließen, fielen diese 8 T€ weg — die Gemeinkosten von 46 T€ blieben aber fast vollständig bestehen.

Wie sich die Stufen weiter aufgliedern lassen, zeigt die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung. Einen einzelnen Deckungsbeitrag rechnen Sie im Deckungsbeitrag-Rechner nach.

Warum die Umlage das Bild verzerrt

Die klassische Kostenstellenrechnung verteilt die Gemeinkosten über einen Schlüssel auf alle Stellen, etwa nach Umsatzanteil. Jedes Feld bekommt so ein eigenes „Ergebnis“.

Für die Kalkulation eines Stundensatzes ist das nötig. Für die Frage, welches Feld man ausbauen oder aufgeben sollte, führt es in die Irre — aus zwei Gründen.

Die Umlage ändert sich, sobald ein anderes Feld wächst. Wächst die Installation, sinkt der Umsatzanteil des Handels, und er bekommt rechnerisch weniger Miete zugewiesen. Er sieht besser aus, obwohl sich an ihm nichts verändert hat.

Die Miete zieht nicht mit aus. Im Beispiel trüge der Handel bei einer Verteilung nach Umsatz rund 8 T€ Gemeinkosten und stünde bei null. Schließt man ihn, spart man diese 8 T€ nicht — man verliert seinen Beitrag.

Deshalb empfiehlt sich für die Steuerung eine einfache Regel.

Was einem Feld direkt zuzurechnen ist, wird zugerechnet. Was alle gemeinsam tragen, steht daneben und wird benannt. Die Summe der Deckungsbeiträge muss die Gemeinkosten decken; wie gut das gelingt, steht in einer Zeile.

Ein Kostenbetrag gehört zu einem Feld, wenn er wegfällt, sobald das Feld wegfällt. Fällt er nicht weg, ist er Gemeinkosten — egal, wie gut sich ein Schlüssel dafür finden ließe.

Der schlanke Kostenstellenplan: fünf bis acht Stellen

Die verbreiteten Kostenstellenpläne stammen aus der Industrie. Sie verteilen über einen Betriebsabrechnungsbogen und kennen zweistufige Umlagen — fachlich korrekt und im Mittelstand meist zu schwer.

Jede zusätzliche Kostenstelle verlangt bei jeder Buchung eine Zuordnungsentscheidung. Haufe rät kleineren Unternehmen mit weniger als 15 bis 20 Beschäftigten deshalb ausdrücklich, die Zahl gering zu halten.

Das Ergebnis einer zu feinen Struktur ist immer dasselbe: eine Sammelstelle „Allgemein“, in der nach einem halben Jahr die Hälfte der Kosten landet.

Ein Beispiel für einen Handwerksbetrieb mit zwei Gewerken, bewusst grob gehalten:

Nr.KostenstelleWas hineingehörtWer verantwortet
100VerwaltungBüro, Software, BuchhaltungGeschäftsführung
200VertriebAngebote, Werbung, MessenGeschäftsführung
300WerkstattLöhne, Werkzeug, VerbrauchWerkstattleitung
400MontageLöhne, KleinmaterialBauleitung
500FuhrparkLeasing, Kraftstoff, Wartung, VersicherungBauleitung

Fünf Stellen, fünf Namen, keine Umlage. Die Nummern folgen einer verbreiteten Konvention: Hunderterbereiche je Gruppe, damit sich später Unterstellen einfügen lassen, ohne den Plan umzubauen.

Weiße Kästen mit fortlaufenden Nummern von 640 bis 652 in einem Regal
Nummern mit Lücken dazwischen: Wer in Hunderterschritten zählt, kann später eine Stelle einschieben, ohne die anderen umzubenennen.
Ich habe lange geglaubt, eine Zahl mehr wäre besser. Inzwischen glaube ich das Gegenteil: Drei Zahlen, die man wirklich verfolgt, schlagen zwölf, die man abheftet.
Jens Hagel, Mitgründer der frag.hugo Informationssicherheit GmbH

Zwei Faustregeln helfen beim Zuschnitt. Erstens: Eine Kostenstelle ohne Verantwortliche ist keine. Zweitens: Zwei Stellen, die immer dieselben Entscheidungen auslösen, sind eine.

Kostenstellenplan erstellen: der erste Plan an einem Vormittag

Der Aufbau braucht keine Vorarbeit und keine Software. Er braucht eine Auswertung des Vorjahres und jemanden, der den Betrieb kennt.

  1. Bereiche benennen, die unterschiedlich wirtschaften — nicht das Organigramm abschreiben.
  2. Je Bereich eine Person eintragen. Bleibt das Feld leer, gehört der Bereich nicht in den Plan.
  3. Erlöse zuordnen, wo ein Bereich eigene Umsätze hat — daraus wird später der Deckungsbeitrag.
  4. Vorjahreskosten grob zuordnen, um zu sehen, ob der Zuschnitt trägt.
  5. Sammelposten prüfen: Landet mehr als ein Fünftel in „Verwaltung“, ist der Zuschnitt zu grob oder zu fein.
  6. Mit der Kanzlei abstimmen, bevor die erste Buchung mit Kostenstelle läuft.

Der vierte Schritt spart am meisten. Wer den Plan einmal gegen echte Vorjahreszahlen hält, merkt vor dem Start, welche Stelle leer bleibt und welche überläuft.

Der fünfte ist der Härtetest. Eine große Sammelstelle ist der Hinweis, dass eine Unterscheidung fehlt, die im Alltag längst getroffen wird.

Wie eine Vorjahres-BWA Zeile für Zeile aussieht, zeigt das durchgerechnete BWA-Beispiel.

Verteilungsschlüssel: eine Regel je Kostenart

Wer Gemeinkosten doch verteilen muss — etwa für einen Stundensatz oder eine Angebotskalkulation —, braucht Verteilungsschlüssel. Der beste ist der, den man ohne Nachrechnen erklären kann.

Ein alter Schlüssel hängt an einer Wand aus Holzbrettern
Ein Schlüssel, der an seinem Platz hängt, wird gefunden — einer, der jedes Jahr woanders liegt, nicht.
  • Raumkosten nach Quadratmetern
  • Personalnebenkosten nach Köpfen oder Lohnsumme
  • Fuhrparkkosten nach gefahrenen Kilometern
  • IT- und Softwarekosten nach Arbeitsplätzen
  • Versicherungen nach der Bezugsgröße der Police

Entscheidend ist die Beständigkeit. Ein Schlüssel, der jedes Jahr wechselt, macht den Zeitvergleich unmöglich — und der Zeitvergleich ist der eigentliche Nutzen.

In Industriebetrieben läuft die Verteilung über den Betriebsabrechnungsbogen (BAB): eine Tabelle mit Kostenarten in den Zeilen und Kostenstellen in den Spalten, in der die Hilfsstellen schrittweise auf die Hauptstellen umgelegt werden.

Diesen Schritt nennt die Kostenrechnung innerbetriebliche Leistungsverrechnung: Der Fuhrpark „liefert“ Kilometer an die Montage, die IT Arbeitsplätze an alle. Für einen Betrieb mit fünf Stellen genügt eine einfache Tabelle mit derselben Logik.

In der Buchhaltung: KOST1, KOST2 — oder eigene Erlöskonten

Technisch sind Kostenstellen zusätzliche Felder im Buchungssatz. In der DATEV-Welt heißen sie KOST1 und KOST2 und werden je Buchungszeile gefüllt; andere Buchhaltungsprogramme kennen vergleichbare Felder.

Für die Frage nach dem Deckungsbeitrag je Geschäftsfeld gibt es einen einfacheren Weg: getrennte Erlös- und Wareneinsatzkonten je Feld. Die Kanzlei legt sie als Unterkonten an, etwa „Erlöse Installation“ und „Erlöse Service“, und bucht ohne zusätzliches Feld.

Der Vorteil: Diese Trennung steht dann in jeder Summen- und Saldenliste. Wer die SuSa liest, sieht Rohertrag je Feld, ohne dass eine Kostenstellenauswertung bestellt werden muss.

Die direkten Personal- und Fahrzeugkosten lassen sich danach Konto für Konto einem Feld zurechnen. Was sich keinem Feld zurechnen lässt, bleibt Gemeinkosten.

Der wichtigste Schritt passiert in beiden Fällen vor der ersten Buchung: Die Kanzlei muss den Plan kennen. Was bei ihr ohne Aufpreis zu bestellen ist, zeigt der Artikel zur BWA vom Steuerberater.

Kostenstellenrechnung: Pflicht oder freiwillig?

Die Kosten- und Leistungsrechnung gehört zum internen Rechnungswesen. Verpflichtend ist nach § 238 HGB die Führung der Handelsbücher; eine Kostenstellenrechnung verlangt das Gesetz dort nicht.

Eine Ausnahme wird regelmäßig übersehen. Bei öffentlichen Aufträgen, die nach Selbstkostenpreisen abgerechnet werden, gelten die Leitsätze für die Preisermittlung als Anlage zur Verordnung PR Nr. 30/53.

Sie verlangen, dass sich die Kalkulation aus einer Kostenrechnung nachvollziehen lässt — Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträger inklusive.

Wer Aufträge der öffentlichen Hand annehmen will, bei denen kein Marktpreis feststellbar ist, braucht die Struktur also doch. Für Handwerks- und Ingenieurbetriebe ist das häufig der Anlass, überhaupt eine Kostenrechnung aufzubauen.

Für alle anderen gilt: Der Aufwand muss sich selbst rechtfertigen. Er tut es, sobald zwei Bereiche unterschiedlich wirtschaften und diese Unterschiede Entscheidungen auslösen sollen.

„Das macht doch der Steuerberater“

Die Kanzlei bucht, was passiert ist, und sie bucht es richtig. Den Zuschnitt entscheidet, wer den Betrieb kennt: Welche Bereiche unterschiedlich wirtschaften, weiß nur, wer dort arbeitet. Der Plan entsteht im Unternehmen, die Umsetzung in der Kanzlei — diese Reihenfolge spart die meiste Arbeit.

Der zweite Teil des Einwands lautet, man sehe die Struktur ohnehin in der Auswertung. Das gilt für die Kostenarten. Eine Zeile „sonstige betriebliche Aufwendungen“ verrät aber nicht, in welchem Bereich der Betrag entstand.

In Yupana Controlling legen Sie Geschäftsfelder als Segmente an — Filialen, Projekte, Abteilungen oder Produktlinien — und ordnen ihnen Erlös- und Wareneinsatzkonten zu. Yupana schlägt die Segmente aus Ihren Erlöskonten vor.

Über Kosten zurechnen kommen die direkten Kosten dazu, mit einem Satz Begründung je Zurechnung. Jedes Segment zeigt dann Rohertrag, Deckungsbeitrag und DB-Quote; die ungeschlüsselten Kosten stehen in einer eigenen Zeile darunter.

Wie das aussieht, zeigen die Seiten zum Controlling und zur BWA; die Bedienung erklärt der Docs-Eintrag Segmente.

Was eine Kostenstellenrechnung leistet — und wo ihre Grenze liegt

Sie ordnet Kosten zu. Ob daraus eine Entscheidung folgt, hängt an dem Monatsgespräch, in dem die Zahlen besprochen werden.

Sie braucht eine Zuständigkeit. Eine Stelle ohne Namen produziert Berichte, die niemand liest. Wie Budgets und Namen zusammenkommen, steht unter Budgetplanung im Mittelstand.

Sie zeigt Bereiche, keine Aufträge. Für die Marge einzelner Aufträge braucht es die Kostenträgerrechnung — ein eigener Schritt, der sich erst bei mehreren Produkten mit unterschiedlichen Margen lohnt.

Sie ist nur so gut wie ihre Schlüssel. Ein falsch gewählter Verteilungsschlüssel erzeugt plausible Zahlen, die in die falsche Richtung zeigen. Deshalb gilt: wenige Schlüssel, dafür erklärbare — oder für die Steuerung gar keine Umlage.

Sie braucht Bezugsgrößen. Eine Stelle zeigt eine Summe je Bereich. Welche Kennzahlen daneben gehören, ordnet der Überblick über die BWA-Kennzahlen ein; ob ein Feld planmäßig läuft, zeigt der Soll-Ist-Vergleich.

Der Nutzen entsteht beim zwölften Monatsgespräch, in dem jemand fragt, warum ein Bereich seit dem Frühjahr aus der Reihe läuft. Wer die Struktur von vornherein klein schneidet, kommt dort an.

Eine Kostenstelle sagt, wo Kosten entstehen. Wertvoll wird sie, sobald sie auch die Erlöse ihres Bereichs kennt: Dann zeigt der Deckungsbeitrag je Geschäftsfeld, welcher Teil des Betriebs trägt — und die Gemeinkosten stehen ehrlich daneben.

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Häufige Fragen

Was ist eine Kostenstelle einfach erklärt?
Eine Kostenstelle ist ein abgegrenzter Bereich im Unternehmen, dem Kosten zugerechnet werden — meist eine Abteilung, ein Standort, ein Fahrzeug oder eine Maschine. Sie beantwortet die Frage, wo Kosten entstanden sind, während die Kostenartenrechnung fragt, welche Art von Kosten es war, und die Kostenträgerrechnung, wofür sie angefallen sind. Praktisch nützlich wird eine Kostenstelle erst, wenn ihr auch eine verantwortliche Person zugeordnet ist.
Was sind Beispiele für Kostenstellen?
Typische Kostenstellen sind Verwaltung, Vertrieb, Einkauf, Lager, Fertigung, Montage, Werkstatt, Fuhrpark und IT. Ein Betrieb mit zwei Standorten führt die Standorte oft zusätzlich als eigene Stellen, ein Dienstleister seine Geschäftsfelder, etwa Projektgeschäft und laufende Betreuung. Welche davon sinnvoll sind, hängt nicht vom Lehrbuch ab, sondern davon, welche Bereiche im eigenen Betrieb unterschiedlich wirtschaften und getrennt gesteuert werden sollen.
Wie viele Kostenstellen braucht ein kleines Unternehmen?
In der Regel fünf bis acht. Haufe empfiehlt kleineren Betrieben mit weniger als 15 bis 20 Beschäftigten ausdrücklich, die Zahl gering zu halten. Der Grund ist Aussagekraft: Jede zusätzliche Stelle verlangt eine Zuordnungsentscheidung bei jeder Buchung. Wo diese Entscheidung unter Zeitdruck getroffen wird, entstehen Daten, die genau aussehen und nicht stimmen. Wenige gepflegte Stellen schlagen viele halb gepflegte.
Was ist der Unterschied zwischen Kostenstelle, Kostenart und Kostenträger?
Die Kostenart sagt, welche Kosten entstanden sind, etwa Löhne oder Miete. Die Kostenstelle sagt, wo sie entstanden sind, etwa in der Werkstatt. Der Kostenträger sagt, wofür sie angefallen sind, etwa für einen bestimmten Auftrag oder ein Produkt. Die drei Rechnungen bauen aufeinander auf: Erst werden Kosten nach Arten erfasst, dann auf Stellen verteilt und schließlich den Kostenträgern zugerechnet.
Was sind Haupt-, Hilfs- und Nebenkostenstellen?
Hauptkostenstellen wirken direkt an der Leistung mit, etwa Fertigung oder Montage. Hilfskostenstellen arbeiten für andere Stellen, etwa Instandhaltung oder Fuhrpark; ihre Kosten werden im zweiten Schritt auf die Hauptstellen verteilt. Nebenkostenstellen erfassen Nebenleistungen außerhalb des Kerngeschäfts, etwa eine vermietete Halle. Für einen mittelständischen Betrieb reicht meist die Unterscheidung in direkt und indirekt.
Wie hängen Kostenstelle und Deckungsbeitrag zusammen?
Ordnet man einer Kostenstelle nicht nur Kosten, sondern auch Erlöse zu, wird aus ihr ein Geschäftsfeld mit eigenem Deckungsbeitrag: Erlöse minus Wareneinsatz minus die Kosten, die dem Feld direkt zuzurechnen sind. Dieser Betrag zeigt, was ein Bereich zur Deckung der gemeinsamen Kosten beiträgt. Die gemeinsamen Kosten wie Miete oder Geschäftsführung stehen daneben, statt nach einem Schlüssel verteilt zu werden.
Was bedeutet die Kostenstelle auf der Lohnabrechnung?
Sie zeigt, welchem Bereich Ihr Lohn in der Buchhaltung des Arbeitgebers zugerechnet wird, etwa Vertrieb, Werkstatt oder ein bestimmter Standort. Das Lohnprogramm gibt diese Angabe an die Buchhaltung weiter, damit die Personalkosten dort landen, wo die Arbeit geleistet wird. Für Höhe, Steuern oder Abzüge spielt die Kostenstelle keine Rolle; auch im Arbeitsvertrag ist sie eine interne Ordnungsangabe des Betriebs.
Wie werden Kostenstellen in der Buchhaltung erfasst?
Über zusätzliche Felder im Buchungssatz. In der DATEV-Welt heißen sie KOST1 und KOST2 und lassen sich je Buchungszeile füllen; wer mit zwei Dimensionen arbeitet, etwa Standort und Abteilung, richtet dafür zwei getrennte Systeme ein. Für die Frage, welches Geschäftsfeld verdient, genügen oft schon getrennte Erlös- und Wareneinsatzkonten je Feld — die legt die Kanzlei ohne zusätzliches Feld an.

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