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Materialaufwandsquote und Kostenquoten in der BWA: Formel und Branchenwerte

Materialaufwandsquote, Wareneinsatzquote und Personalaufwandsquote: Formel, Fundstelle in der BWA, Rechenbeispiel und echte Bundesbank-Werte je Branche.

Jens Hagel13 Min. Lesezeit
Netzwerkkabel am Verteiler — die Technik hinter den laufenden Kosten

Inhalt in Kürze

  • Eine Kostenquote setzt eine Kostenart ins Verhältnis zur Gesamtleistung. In der DATEV-BWA steht sie fertig in der Prozentspalte.
  • Die Materialaufwandsquote umfasst Material, Handelsware und Fremdleistungen. Die Wareneinsatzquote misst nur die Handelsware und meist am Umsatz.
  • Branchenwerte der Bundesbank streuen enorm: Der Median der Materialaufwandsquote reicht bei Betrieben mit 2 bis unter 10 Mio € Umsatz von 20,8 % bei IT-Dienstleistern bis 68,9 % im Großhandel.
  • Eine Abweichung hat vier mögliche Ursachen: Preis, Menge, Mix und Abgrenzung. Nur die ersten drei sind echte Kostenprobleme.
  • Die Monatsquote schwankt, die kumulierte Quote zeigt die Richtung.

Was ist eine Kostenquote?

Eine Kostenquote ist der Anteil einer Kostenart an der Gesamtleistung eines Zeitraums, ausgedrückt in Prozent. Sie macht Kosten unabhängig von der Betriebsgröße vergleichbar: mit dem Vormonat, dem Vorjahr und anderen Betrieben derselben Branche.

Ein Betrag allein sagt wenig. Ein Beispiel: 150.000 € Material im Monat sind in einem Betrieb mit 200.000 € Leistung bedrohlich und in einem mit 400.000 € unauffällig. Erst die Quote macht daraus eine Aussage.

Die Formel ist für jede Kostenart gleich:

Kostenquote = Kostenart ÷ Gesamtleistung × 100

Die wichtigsten Quoten heißen nach ihrer Kostenart: Materialaufwandsquote (oft kurz Materialquote), Personalaufwandsquote (auch Personalkostenquote), Raumkostenquote, Fahrzeugkostenquote, Abschreibungsquote. Wie sie zusammen ein Bild ergeben, zeigt der Überblick über die BWA-Kennzahlen.

Gesamtleistung oder Umsatz: der Nenner entscheidet über den Vergleich

Die DATEV-BWA und die Bundesbank-Statistik rechnen beide mit der Gesamtleistung. Das ist der Umsatz plus die Veränderung an fertigen und unfertigen Leistungen plus aktivierte Eigenleistungen.

Der Unterschied zum Umsatz ist in Handwerk, Bau und Fertigung erheblich. Ein Elektrobetrieb, der im Monat eine Baustelle zur Hälfte fertigstellt, hat Material verbaut und Löhne gezahlt, aber noch nichts abgerechnet. Die Gesamtleistung erfasst diese Arbeit, der Umsatz nicht.

Wer die Quote am Umsatz rechnet, bekommt in solchen Monaten einen zu hohen Wert und in den Abrechnungsmonaten einen zu niedrigen. Die Definition der Größe steht im Glossar unter Gesamtleistung.

Im Handel ist der Bezug auf den Umsatz üblich, weil es dort keine unfertigen Leistungen gibt. Umsatz und Gesamtleistung sind fast gleich. Eine Wareneinsatzquote aus dem Handel und eine Materialaufwandsquote aus dem Handwerk messen deshalb Verschiedenes, auch wenn beide „Materialquote“ genannt werden.

Materialaufwandsquote, Wareneinsatzquote, Materialquote: drei Namen, zwei Kennzahlen

Die Materialaufwandsquote ist der Materialaufwand in Prozent der Gesamtleistung; zum Materialaufwand zählen nach § 275 HGB Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, bezogene Waren und bezogene Leistungen. So rechnet auch die Bundesbank.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB trennt den Materialaufwand in zwei Teile: Stoffe und Waren auf der einen Seite, bezogene Leistungen wie Subunternehmer auf der anderen. Die Kennzahl zählt beide zusammen.

Die Wareneinsatzquote ist enger. Sie misst nur die Handelsware, die unbearbeitet weiterverkauft wird:

Wareneinsatz = Anfangsbestand + Wareneinkauf − Endbestand

Wareneinsatzquote = Wareneinsatz ÷ Umsatz × 100

Materialquote und Kostenquote sind keine eigenen Kennzahlen. Materialquote ist die Kurzform der Materialaufwandsquote, Kostenquote der Oberbegriff für alle Quoten dieser Art.

KennzahlZählerNennerWo üblich
MaterialaufwandsquoteMaterial, Waren, FremdleistungenGesamtleistungHandwerk, Bau, Fertigung, Bundesbank
Wareneinsatzquotenur HandelswareUmsatzHandel, Gastronomie
RohertragsquoteGesamtleistung − MaterialaufwandGesamtleistungDATEV-BWA, Bundesbank
PersonalaufwandsquoteLöhne, Gehälter, SozialabgabenGesamtleistungDATEV-BWA, Bundesbank

Materialaufwandsquote und Rohertragsquote ergeben zusammen immer 100 %. Wer die eine kennt, kennt die andere.

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Wo die Quoten in der BWA stehen

In der verbreiteten DATEV-BWA Form 01 steht direkt unter der Gesamtleistung die Zeile „Material-/Wareneinkauf“. Daneben steht die Spalte „% der Gesamtleistung“. Diese Zahl ist bereits die Materialaufwandsquote.

Darunter folgen der Rohertrag und die Kostenarten: Personalkosten, Raumkosten, betriebliche Steuern, Versicherungen und Beiträge, Fahrzeugkosten, Werbe- und Reisekosten, Abschreibungen, Reparatur und Instandhaltung, sonstige Kosten. Jede Zeile hat ihre Prozentspalte.

Rechts daneben steht derselbe Aufbau für den Zeitraum seit Jahresbeginn. Die Quote im linken Block ist die Monatsquote, die im rechten die kumulierte Quote. Warum beide unterschiedlich viel aussagen, folgt weiter unten.

Wie sich die Zeilen insgesamt lesen, beschreibt der Artikel BWA lesen und verstehen. Welche Zeilen dabei am häufigsten verwechselt werden, steht unter BWA-Zeilen richtig lesen.

Kostenquoten berechnen: ein Monat, durchgerechnet

Ein Beispiel: ein erfundener Elektrobetrieb mit rund 4 Mio € Jahresumsatz, ein Monat in der Gliederung der DATEV-BWA. Die Beträge sind Anschauung, die Rechnung ist echt.

BWA-ZeileBetrag% der Gesamtleistung
Umsatzerlöse310.000 €93,9 %
Bestandsveränderung unfertige Leistungen20.000 €6,1 %
Gesamtleistung330.000 €100,0 %
Material-/Wareneinkauf148.500 €45,0 %
Rohertrag181.500 €55,0 %
Personalkosten108.900 €33,0 %
Fahrzeugkosten13.200 €4,0 %
Raumkosten9.900 €3,0 %
Abschreibungen5.940 €1,8 %

Die Materialaufwandsquote beträgt 148.500 ÷ 330.000 = 45,0 %. Am Umsatz gerechnet wären es 148.500 ÷ 310.000 = 47,9 %, im Beispiel also fast drei Punkte mehr, nur wegen des Nenners.

Die Personalaufwandsquote beträgt 108.900 ÷ 330.000 = 33,0 %. Auf den Rohertrag bezogen sind es 108.900 ÷ 181.500 = 60,0 %. Beide Zahlen sind richtig, aber nur die erste passt zu den Branchenwerten unten.

Was die Personalkosten am Rohertrag aussagen, erklärt der Glossar-Eintrag zur Personalkostenquote. Eigene Zahlen rechnen Sie im Kennzahlen-Check nach.

Branchenvergleich: was die Bundesbank-Statistik zeigt

Die Materialaufwandsquote ist die Kennzahl mit der größten Branchenstreuung: Ein Wert, der im Großhandel niedrig ist, wäre bei einem IT-Dienstleister fast dreimal so hoch wie der Median. Ein Vergleich ergibt nur innerhalb des eigenen Wirtschaftszweigs Sinn.

Die Werte stammen aus der Deutschen Bundesbank, Statistische Fachreihe Jahresabschlussstatistik (Verhältniszahlen – vorläufig) 2023/2024, Mai 2026, Berichtsjahr 2024.

Gezeigt ist die Umsatzgrößenklasse 2 bis unter 10 Mio €, beide Quoten in Prozent der Gesamtleistung, jeweils Median und in Klammern unteres bis oberes Quartil.

Wirtschaftszweig (Quelle: Bundesbank)MaterialaufwandsquotePersonalaufwandsquote
Alle Wirtschaftszweige43,1 % (21,3–62,7)29,4 % (15,8–44,1)
Ausbaugewerbe und Bauinstallation45,8 % (36,2–56,6)32,5 % (23,3–40,4)
Hochbau56,6 % (45,0–69,9)25,6 % (14,9–35,7)
Herstellung von Metallerzeugnissen37,9 % (27,9–48,8)36,4 % (28,3–44,6)
Maschinenbau41,8 % (31,9–52,8)35,7 % (26,9–44,4)
Großhandel68,9 % (56,4–77,9)14,7 % (9,3–21,8)
Einzelhandel61,9 % (49,1–76,5)15,4 % (9,7–23,3)
Gastgewerbe24,7 % (17,9–29,5)35,2 % (28,6–41,4)
IT-Dienstleister20,8 % (6,3–41,9)49,6 % (33,9–65,5)
Ingenieurbüros und Architekten23,4 % (8,7–47,2)46,3 % (28,3–60,2)

Der Median ist die Mitte der erfassten Betriebe, kein Zielwert. Zwischen den beiden Quartilen liegt die mittlere Hälfte. Wie man diese drei Werte liest, ohne in die üblichen Fallen zu laufen, beschreibt der Artikel Branchenkennzahlen richtig lesen.

Der Beispielbetrieb gehört zum Ausbaugewerbe. Mit 45,0 % Material liegt er knapp unter dem Median von 45,8 %, mit 33,0 % Personal knapp über dem Median von 32,5 %, beide laut Bundesbank. Er ist in beiden Quoten unauffällig.

Alter Abakus aus Messing auf hellem Grund, Kugeln in ungleichen Gruppen
Dieselbe Summe, anders auf die Reihen verteilt: Erst der Anteil je Reihe zeigt, wo das Geld steckt.

Die Größenklasse verschiebt den Maßstab

Innerhalb derselben Branche wandern die Quoten mit der Betriebsgröße. Im Ausbaugewerbe steigt der Median der Materialaufwandsquote laut Bundesbank von 37,3 % unter 2 Mio € Umsatz auf 57,6 % ab 50 Mio €.

Die Personalaufwandsquote fällt laut derselben Bundesbank-Statistik von 37,5 % auf 25,5 %.

Der Grund ist das Geschäftsmodell. Größere Betriebe vergeben mehr an Subunternehmer, und Fremdleistungen zählen zum Materialaufwand. Kleine Betriebe erbringen mehr mit eigenen Leuten.

Alte Balkenwaagen mit gusseisernen Gewichten und Walnüssen
Ein Vergleich braucht das passende Gewicht: Der Branchenwert zählt erst mit der Größenklasse, zu der der eigene Betrieb gehört.

Deshalb gehört zum Branchenwert immer die passende Größenklasse. Alle 58 Wirtschaftszweige mit allen Größenklassen stehen auf den Seiten der Branchenkennzahlen, etwa für den Großhandel, das Gastgewerbe und die IT-Dienstleister.

Raumkosten, Fahrzeugkosten, Abschreibungen: die weiteren Zeilen

Für die Abschreibungsquote veröffentlicht die Bundesbank ebenfalls Branchenwerte. Im Ausbaugewerbe liegt der Median bei Betrieben mit 2 bis unter 10 Mio € Umsatz bei 1,7 % der Gesamtleistung, die mittlere Hälfte zwischen 1,0 % und 2,7 %.

Für Raum- und Fahrzeugkosten gibt es keine vergleichbare amtliche Statistik. Sie hängen zu stark daran, ob ein Betrieb mietet oder im eigenen Gebäude sitzt und ob der Fuhrpark geleast oder gekauft ist.

Für diese Zeilen ist der eigene Zeitvergleich der bessere Maßstab. Eine Raumkostenquote, die bei gleicher Miete sinkt, zeigt Wachstum. Eine, die bei gleicher Leistung steigt, zeigt eine neue Fläche oder eine Nebenkostennachzahlung.

Wer die Zusammensetzung aller Kostenzeilen auf einmal betrachten will, findet das Vorgehen unter Kostenstruktur analysieren.

Eine Abweichung lesen: Preis, Menge, Mix oder Abgrenzung

Steigt die Materialaufwandsquote, hat das genau vier mögliche Ursachen: Der Einkauf wurde teurer, der Verbrauch je Auftrag stieg, der Mix verschob sich zu Handelsware, oder Einkauf und Verbrauch fallen in verschiedene Monate.

Was ein Punkt kostet, rechnet sich einfach. Im Beispiel oben bedeuten drei Punkte mehr Materialaufwandsquote bei 330.000 € Gesamtleistung 9.900 € weniger Rohertrag, in jedem Monat.

  1. Abgrenzung zuerst prüfen. Liegen große Lieferungen im Monat, die erst später verbaut werden? Dann ist die Quote ein Buchungseffekt.
  2. Preis prüfen. Sind die Einkaufspreise der wichtigsten Lieferanten gestiegen, ohne dass die Angebotspreise folgten?
  3. Menge prüfen. Wurde je Auftrag mehr verbraucht, etwa durch Verschnitt, Nacharbeit oder Material, das nicht abgerechnet wurde?
  4. Mix prüfen. Hat sich das Geschäft zu Handelsware oder Fremdleistungen verschoben, die von Natur aus eine höhere Quote haben?

Die Reihenfolge spart Arbeit. Die Abgrenzung lässt sich in Minuten klären, der Mix braucht eine Auswertung nach Geschäftsfeldern. Wie die aussieht, zeigt die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung.

Ob eine Abweichung auch gegen den Plan auffällt, zeigt der Soll-Ist-Vergleich. Welche Konten hinter der Zeile stehen, steht in der Summen- und Saldenliste.

Zwischen ‚die Zahlen sind da' und ‚wir wissen, was sie bedeuten' liegt bei uns die eigentliche Arbeit. Die Software nimmt einem den ersten Teil ab, nicht den zweiten.
Jens Hagel, Mitgründer der frag.hugo Informationssicherheit GmbH

Monatsquote oder kumuliert: welche Zahl die Richtung zeigt

Die BWA zeigt bei vielen Betrieben den Einkauf des Monats, nicht den Verbrauch. Den Unterschied gleicht nur eine Bestandsbuchung aus, und die erfolgt oft erst zum Jahresabschluss mit der Inventur nach § 240 HGB.

Ein Beispiel: Im März kauft der Elektrobetrieb Kabel und Verteiler für eine Großbaustelle, verbaut wird im April.

Die März-BWA zeigt 174.000 € Einkauf bei 300.000 € Gesamtleistung, also 58,0 %. Kumuliert von Januar bis März sind es 446.500 € bei 950.000 €, also 47,0 %.

Der März sieht alarmierend aus und ist es nicht. Die kumulierte Quote zeigt, dass sich am Geschäft wenig verändert hat.

Auf einen einzelnen Monat reagiert man nicht. Erst wenn die kumulierte Quote oder der rollierende Zwölfmonatswert über drei Monate in dieselbe Richtung läuft, ist die Abweichung echt. Wie man solche Signale früh erkennt, steht unter Frühwarnsystem im Mittelstand.

Fünf Lesefehler, die immer wieder vorkommen

  • Falscher Nenner: eigene Quote am Umsatz, Branchenwert an der Gesamtleistung.
  • Personal am Rohertrag: ergibt einen viel höheren Wert, der zu keiner Bundesbank-Zahl passt.
  • Falsche Branche: Groß- und Einzelhandel stehen getrennt und liegen weit auseinander.
  • Falsche Größenklasse: der Gesamtwert einer Branche statt der eigenen Umsatzklasse.
  • Einzelmonat als Trend: ein Monat mit großer Lieferung ist kein Kostenproblem.

Ein sechster Punkt betrifft die Rechtsform. Bei einer GmbH steckt das Gehalt der Geschäftsführung im Personalaufwand, beim Einzelunternehmen nicht. Die Bundesbank-Werte beruhen überwiegend auf Kapitalgesellschaften, wie die Fachreihe selbst vermerkt.

„Der Steuerberater sieht das doch“

Die Kanzlei bucht richtig und liefert die Prozentspalte mit. Den Vergleich mit dem Vorjahresmonat und der Branche zieht sie in der Regel nur auf Nachfrage. Wer die Quoten jeden Monat selbst liest, erkennt eine Verschiebung, bevor sie im Jahresabschluss steht.

Yupana liest Ihre importierte BWA und stellt jede Quote mit Formel, Vormonat und Verlauf dar. Wo die Abgrenzung übereinstimmt, steht der Branchenwert der Bundesbank als Marke auf der Skala.

Mit dem Umschalter zwischen Monat, kumuliert und zwölf Monaten sehen Sie Einzelmonat und Richtung nebeneinander.

Eigene Zielbereiche gehen dem Branchenwert vor, und im Controlling laufen dieselben Quoten gegen den Plan. Wie das aussieht, zeigt die Seite zur BWA-Auswertung; die Bedienung erklärt der Docs-Eintrag Kennzahlen.

Was Kostenquoten leisten — und wo ihre Grenze liegt

Sie zeigen Verhältnisse, keine Ursachen. Eine Quote sagt, dass sich etwas verschoben hat. Warum, steht auf den Konten dahinter.

Sie hängen am Nenner. Steigt die Gesamtleistung durch einen einzelnen Großauftrag, sinken alle Fixkostenquoten, ohne dass ein Euro gespart wurde.

Sie brauchen dieselbe Abgrenzung. Ein Branchenwert ist nur vergleichbar, wenn Zähler, Nenner, Branche und Größenklasse übereinstimmen.

Sie ersetzen keine Kalkulation. Ob ein einzelner Auftrag Geld verdient, zeigt die Nachkalkulation, nicht die Quote des Monats.

Eine Kostenquote macht aus einem Betrag eine Aussage, aber nur mit dem richtigen Nenner. Wer Material und Personal an der Gesamtleistung misst, die eigene Größenklasse wählt und die kumulierte Quote liest, weiß, wo der Betrieb steht.

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Häufige Fragen

Wie berechnet man die Materialaufwandsquote?
Materialaufwand geteilt durch Gesamtleistung, mal hundert. Zum Materialaufwand zählen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, bezogene Waren und bezogene Leistungen wie Subunternehmer. Die Gesamtleistung ist der Umsatz plus Bestandsveränderung plus aktivierte Eigenleistungen. In der DATEV-BWA steht die Quote fertig in der Prozentspalte neben der Zeile „Material-/Wareneinkauf“. Wer die Quote am Umsatz rechnet, bekommt bei Betrieben mit unfertigen Aufträgen einen anderen Wert und kann ihn nicht mehr mit Branchenzahlen vergleichen.
Was ist der Unterschied zwischen Wareneinsatzquote und Materialaufwandsquote?
Die Wareneinsatzquote misst nur den Einsatz von Handelsware, also Ware, die ohne Bearbeitung weiterverkauft wird, und bezieht ihn meist auf den Umsatz. Die Materialaufwandsquote umfasst zusätzlich Rohstoffe, Hilfsstoffe und bezogene Leistungen und bezieht sich auf die Gesamtleistung. Im reinen Handel liegen beide Werte nah beieinander. Im Handwerk und in der Fertigung kann die Materialaufwandsquote deutlich höher sein, weil Fremdleistungen und Verbrauchsmaterial hinzukommen.
Welche Materialaufwandsquote ist normal?
Das hängt fast vollständig von der Branche ab. Laut Jahresabschlussstatistik der Deutschen Bundesbank liegt der Median bei Betrieben mit 2 bis unter 10 Mio € Umsatz im Großhandel bei 68,9 Prozent, im Ausbaugewerbe bei 45,8 Prozent und bei IT-Dienstleistern bei 20,8 Prozent. Ein Wert ist erst auffällig, wenn er außerhalb der mittleren Hälfte seiner Branche liegt oder sich im eigenen Zeitvergleich über mehrere Monate verschiebt.
Wie hoch sollte die Personalaufwandsquote sein?
Einen Sollwert gibt es nicht, nur Vergleichswerte. Die Bundesbank weist für Betriebe mit 2 bis unter 10 Mio € Umsatz über alle Wirtschaftszweige einen Median von 29,4 Prozent der Gesamtleistung aus, im Großhandel 14,7 Prozent und bei IT-Dienstleistern 49,6 Prozent. Wichtig ist die Bezugsgröße: Wer die Personalkosten auf den Rohertrag bezieht, erhält einen deutlich höheren Wert, der mit diesen Branchenzahlen nichts zu tun hat.
Wo steht die Materialaufwandsquote in der BWA?
In der DATEV-Standard-BWA, der kurzfristigen Erfolgsrechnung, steht der Materialaufwand in der Zeile „Material-/Wareneinkauf“ direkt unter der Gesamtleistung. Die Spalte „% der Gesamtleistung“ daneben ist bereits die Materialaufwandsquote des Monats. Die kumulierte Quote seit Jahresbeginn steht im rechten Block der Auswertung. Andere Buchhaltungsprogramme nennen die Zeile Wareneinsatz oder Materialaufwand, die Rechnung ist dieselbe.
Warum schwankt die Materialquote von Monat zu Monat so stark?
Meist, weil die BWA den Einkauf zeigt und nicht den Verbrauch. Wird eine große Lieferung im März bezahlt und gebucht, aber erst im April verbaut, steigt die Quote im März und fällt im April. Ohne monatliche Bestandsbuchung bleibt dieser Effekt in jeder BWA. Die kumulierte Quote seit Jahresbeginn und der Vorjahresmonat glätten ihn. Erst wenn auch die kumulierte Quote über mehrere Monate steigt, lohnt die Suche nach Preis-, Mengen- oder Mixeffekten.
Welche Kostenquoten gibt es in der BWA neben Material und Personal?
Jede Kostenzeile der BWA lässt sich als Quote der Gesamtleistung lesen: Raumkosten, Fahrzeugkosten, Werbe- und Reisekosten, Abschreibungen, Reparatur und Instandhaltung sowie sonstige Kosten. Für die Abschreibungsquote veröffentlicht die Bundesbank Branchenwerte. Für Raum- und Fahrzeugkosten ist der eigene Zeitvergleich der bessere Maßstab, weil diese Kosten stark vom Standort, vom Fuhrpark und von Miet- oder Eigentumsverhältnissen abhängen.
Was bedeutet eine steigende Materialaufwandsquote?
Dass von jedem Euro Leistung weniger als Rohertrag übrig bleibt. Die Ursache kann ein höherer Einkaufspreis sein, ein höherer Verbrauch je Auftrag, ein verschobener Mix hin zu Handelsware oder eine bloße Abgrenzungsfrage. Die vier Ursachen verlangen völlig verschiedene Reaktionen. Deshalb gehört zu jeder steigenden Quote zuerst der Blick auf die Konten dahinter, bevor jemand Preise anhebt oder Lieferanten wechselt.

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